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Am Anfang war die Feige: Biblische Gewächse für den Garten

Am Anfang war die Feige  

Biblische Gewächse für den Garten

29.11.2018, 05:02 Uhr | dpa

Am Anfang war die Feige: Biblische Gewächse für den Garten. Die Feige ist das erste Gewächs, das nach allgemeinen Bezeichnungen wie Gras, Kraut und Bäumen konkret in der Schöpfungsgeschichte genannt wird.

Die Feige ist das erste Gewächs, das nach allgemeinen Bezeichnungen wie Gras, Kraut und Bäumen konkret in der Schöpfungsgeschichte genannt wird. Foto: Andrea Warnecke. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) - "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." So heißt es in der Genesis, dem ersten Buch Mose. In den darauffolgenden Tagen muss er wohl auch den Feigenbaum erschaffen haben.

Die Feige ist das erste Gewächs, das nach allgemeinen Bezeichnungen wie Gras, Kraut und Bäumen konkret in der Schöpfungsgeschichte benannt wird. Mit ihren Blättern verhüllen Adam und Eva ihre Nacktheit.

Die Liste an Pflanzen, die in der Bibel genannt werden, ist lang. "Mindestens 110 hebräische Wörter im Alten Testament und rund 50 Wörter auf Griechisch im Neuen Testament verweisen auf Pflanzen", sagt Katrin Stückrath, Koordinatorin des Netzwerks Bibelgarten . Weitere 17 Namen aus dem Koran konnte ein Team um Prof. Wilhelm Barthlott vom Bonner Nees-Institut für Biodiversität einer Gattung oder Art zuordnen. Insgesamt kommen sie auf 105 Arten.

Anspielungen und Gleichnisworte

Die Pflanzen werden im Zusammenhang mit Vorschriften, Riten und Geboten genannt, sagt Buchautor Wolfgang Kawollek. "Zahllose Anspielungen, Gleichnis- und Bildworte in der Bibel zeugen davon, welchen Rang die Pflanzen im Alltag des Volkes Israel einnahmen und wie eng die biblischen Völker mit der Natur verbunden waren."

Eines der rätselhaftesten Symbole bleibt wohl jener Baum der Erkenntnis aus der Schöpfungsgeschichte. Häufig wird er als Apfel dargestellt. "Es gibt zwar den Spruch "Omne malum ex malo", alles Böse kommt vom Apfel", sagt Pflanzenexperte Lüder Nobbmann. "Aber einen Apfel, wie wir ihn kennen, hat es im damaligen Kulturraum nicht gegeben."

Einige Fachleute gehen davon aus, dass die Feige oder der Granatapfel gemeint sein könnten, da diese damals zu den gängigen Früchten in den Gärten gehörten. Andere vermuten auch, dass es sich um eine Orange oder eine andere Zitrusfrucht handelt. Diese stammen jedoch aus Südostasien und seien erst später eingeführt worden, sagt Prof. Barthlott . "Ich denke, es ist der Rebstock gemeint, der in der Antike als Baum klassifiziert wurde. Dafür spricht auch seine Ambivalenz: Auch im Alten Testament wird vor dem Wein gewarnt, und im Islam ist Alkohol sogar verboten – gleichzeitig fließen Flüsse aus Wein im Paradies der Bibel und des Koran."

Weinreben, Kräuter und Kürbisse

Gemessen an den Erwähnungen nimmt Wein einen wichtigen Stellenwert in der Bibel ein. "An über 300 Stellen im Alten wie im Neuen Testament wird Bezug auf den Weinstock genommen", sagt Kawollek. "Von den ersten Anfängen der Menschheit an wurden Reben angebaut und ihre Früchte verwertet."

Weinreben werden auch hierzulande angebaut – genauso wie viele andere Pflanzen aus den heiligen Schriften. Sie lassen sich nicht nur in vielen Bibelgärten bewundern. "Viele mediterrane Pflanzen wurden schon viele Jahrhunderte lang in Klostergärten angebaut und haben so nach und nach ihren Weg in den heimischen Küchengarten gefunden", sagt Stückrath.

Kräuter wie Minze und Dill aus dem Matthäus-Evangelium gehören ebenso dazu wie Kürbisse, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, die im vierten Buch Mose genannt werden. Im fünften Buch Mose werden dem Volk Israel die sieben Arten im Gelobten Land angepriesen: Weizen, Gerste, Wein, Feigen, Granatapfel, Oliven und Datteln. Und zu den symbolträchtigsten Pflanzen der Schriften gehört der Ölbaum. "Seit Beginn der Menschheitsgeschichte symbolisiert der Ölbaumzweig Frieden und bedeutet neues Leben und Hoffnung, wie es in der Geschichte der Sintflut treffend zum Ausdruck kommt", so Kawollek.

Literatur:

Katrin Stückrath: Bibelgärten. Entstehung, Gestalt, Bedeutung, Funktion und interdisziplinäre Perspektiven. Vandenhoeck & Ruprecht, 2012. 512 S., 64,99 Euro, ISBN: 978-3-525-62419-7.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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