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Mikrowelle reinigen mit Hausmitteln: So klappt es garantiert

Tricks, Tabus und Tipps  

Was Sie über Ihre Mikrowelle noch nicht wussten

08.01.2020, 17:49 Uhr | rw, t-online.de

Mikrowelle reinigen mit Hausmitteln: So klappt es garantiert. Eine Mikrowelle findet sich in beinahe jedem Haushalt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Mikrowelle findet sich in beinahe jedem Haushalt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit der Mikrowelle kochen gehört für viele heute schon zum Alltag. Doch nur wenige wissen, wie sie diese am besten reinigen, weshalb Teller mit Goldrand nicht in die Mikrowelle gehören und warum Blumenerde in manchen Fällen schon.

Die Mikrowelle hat sich einen festen Platz in deutschen Küchen erobert. Praktisch, leicht und schnell taut sie Tiefgefrorenes auf, bereitet Fertiggerichte zu, wärmt Speisen wieder auf oder erhitzt einfach die heiße Milch mit Honig vor dem Schlafengehen. 

Deshalb wird die Mikrowelle schmutzig

Ein weiterer Vorteil: Sie benötigt weniger Energie, verglichen mit Backofen oder Herd – und lässt sich auch leichter reinigen. "Weil die Innenwände des Garraums im Mikrowellenbetrieb kaum heiß werden, entstehen dort auch nur geringe Anschmutzungen", sagt die Stiftung Warentest. "Der Kombibetrieb, insbesondere das Grillen von Hähnchen, führt jedoch zu einer erheblichen Verschmutzung des Garraums", so die Experten.

Im Normalbetrieb wird der Innenraum schmutzig, wenn die zubereiteten Speisen nicht sorgfältig abgedeckt werden. Darüber hinaus enthält auch der beim Erhitzen von Speisen aufsteigende Dampf Fettanteile. Kühlt der Dampf ab, legt sich das Fett in Form eines dünnen Schmierfilms auf die Innenverkleidung. Diese sollte man dann umgehend mit warmem Wasser, Geschirrspülmittel und einem Lappen oder Mikrofasertuch reinigen.

Diese Hausmittel wirken wahre Wunder

Verkrustungen und besonders starke Verschmutzungen, etwa nach dem Grillen, sind allerdings hartnäckiger. Werden diese nicht sofort entfernt, bleiben sie haften und sind nur noch mühsam wegzukratzen. Zum Glück gibt es drei Hausmittel und Tricks, mit denen Sie Ihre Mikrowelle wieder auf Hochglanz bringen. Sie brauchen dazu nur eine mikrowellengeeignete Schale oder einen Suppenteller sowie Spülmittel, Essigessenz oder Zitronenscheiben.

Schälchen-Trick Nr. 1: Spülmittel

Spülmittel: Auch chemische Reiniger wie Geschirrspülmittel machen die Mikrowelle wieder sauber. (Quelle: imago images/imagebroker)Spülmittel: Auch chemische Reiniger wie Geschirrspülmittel machen die Mikrowelle wieder sauber. (Quelle: imagebroker/imago images)

1. Füllen Sie eine Schale mit Wasser und ein paar Spitzern Geschirrspülmittel.
2. Stellen Sie diese in die Mikrowelle und und schließen Sie anschließend die Tür.
3. Kochen Sie diese bei maximaler Hitze etwa eine Minute auf und lassen Sie sie noch eine kurze Weile im geschlossenen Gerät stehen.
4. Dank des chemischen Reinigungsmittels wirkt diese Methode relativ schnell und der Schmutz lässt sich einfach wegwischen.

Schälchen-Trick Nr. 2: Essigessenz

1. Füllen Sie eine Schale mit Wasser und geben Sie zusätzlich zwei Esslöffel Essigessenz hinzu.
2. Stellen Sie das Gefäß in die Mikrowelle und schließen Sie anschließend die Tür.
3. Schalten Sie das Gerät auf die höchste Stufe und lassen Sie es mindestens zehn Minuten laufen.
4. Dank der hohen Temperaturen verdampft das Essigwasser und legt sich wie ein Film auf die Innenoberfläche. So löst es hartnäckige Verschmutzungen.

Schälchen-Trick Nr. 3: Zitrone

Zitrone: In Scheiben geschnitten bringt die Frucht die Mikrowelle zum Glänzen. (Quelle: imago images/Westend61)Zitrone: In Scheiben geschnitten bringt die Frucht die Mikrowelle zum Glänzen. (Quelle: Westend61/imago images)
1. Schneiden Sie eine frische Zitrone in Scheiben und legen Sie diese in eine mit Wasser gefüllte Schale.
2. Stelle Sie diese in die Mikrowelle und schließen Sie die Tür.
3. Schalten Sie das Gerät auf die höchste Stufe und lassen Sie es fünf Minuten laufen.
4. Der emporgestiegene Zitronendampf löst den Schmutz.

Nach dieser Prozedur haben sich alle Verkrustungen und Fettrückstände gelöst und Sie können den Innenraum ohne Kraftanstrengung einfach mit einem feuchten Lappen oder Mikrofasertuch auswischen.

Mikrowelle von außen reinigen

Von außen sollten Sie die Mikrowelle ebenfalls regelmäßig mit dem Lappen abwischen. Etwas aufwändiger ist die Pflege bei den immer beliebter werdenden Mikrowellen mit Edelstahlfront. Hier bietet der Handel aber spezielle Reinigungs- und Pflegeprodukte für Edelstahloberflächen an – meist in Form von Sprays oder Cremes. Dank dieser lassen sich Verschmutzungen einfach entfernen. Zudem wird die Oberfläche mit einem Schutzfilm überzogen. Dadurch haben Fingerabdrücke für mehrere Wochen keine Chance.

So funktioniert die Mikrowelle

Dass es Mikrowellen überhaupt gibt, verdanken wir – wie bei vielen anderen Entdeckungen und Erfindungen auch – vor allem dem Zufall: Der US-Amerikaner Percy Spencer forschte Mitte der 1940er-Jahre eigentlich an Radargeräten, als er feststellte, dass die Strahlung einen Schokoriegel, den er in seiner Tasche bei sich trug, zum Schmelzen brachte. 1947 baute Spencer dann den ersten funktionsfähigen Mikrowellenherd.

Er hatte das Prinzip verstanden, das die Schokolade schmelzen ließ: Mikrowellen versetzen die Wassermoleküle im Essen in starke Schwingungen, wodurch sich diese erwärmen. Fleisch, Nudeln, Milch und andere Nahrungsmittel können so erhitzt oder sogar gegart werden, ohne dass sich Schüsseln und Teller mit erwärmen. Da in Materialien wie Kunststoff oder Porzellan kein Wasser enthalten ist, passieren die Wellen solche Behältnisse praktisch ohne jeden Effekt.

So genial das Prinzip der Mikrowelle auch ist, so hat es doch auch Schwächen: Beispielsweise werden Speisen in der gewöhnlichen Mikrowelle zwar gegart, nicht aber gebräunt. Für die Zubereitung von Grillhähnchen, Braten, Pizza oder Kuchen ist die Mikrowellen-Technik an sich also eher ungeeignet. Moderne Geräte sind deshalb meist Kombimodelle, die auch grillen können und eine Heiß- und Umluftfunktion mitbringen, wie man sie aus dem Elektroherd kennt.

Was die Mikrowelle kosten darf

Die gewöhnliche Standardmikrowelle ohne solche Zusatzfunktionen ist sehr günstig zu haben. "Wenn Sie das Gerät lediglich zum Auftauen von Tiefkühlprodukten und zum Erwärmen kleiner Essensportionen verwenden, reicht Ihnen eine Mikrowelle mit variabler Leistung", empfiehlt die Verbraucherzentrale Sachsen. Bei diesen Geräten lassen sich meist nur Wattzahl und Zeit einstellen. Einstiegsmodelle lägen bei etwa 40 Euro, so die Verbraucherschützer.

Etwas teurer wird es schon, wenn Sie auf die zusätzliche Grillfunktion Wert legen. Hier beginne die Preisspanne bei etwa 60 Euro. Kombigeräte, die darüber hinaus auch mit Heiß- oder Umluft arbeiten, schlagen mit mindestens 90 Euro zu Buche. Dafür können diese die Anschaffung anderer, teurerer Geräte überflüssig machen. "In kleinen Haushalten ersetzen sie den Herd und den Backofen", so die sächsischen Verbraucherschützer.

Dafür eignen sich Mikrowellen gut

Ihre Stärken spielen Mikrowellen immer dann aus, wenn relativ kleine Portionen einer einzigen Speise aufgewärmt oder gegart werden sollen. "Bei kleinen bis mittelgroßen Mengen bis etwa 500 Gramm sparen Sie deutlich Zeit und Strom", stellt die Verbraucherzentrale fest. "Ungleichmäßige Erwärmung und örtliche Überhitzungen sind bei größeren Lebensmittelportionen und unterschiedlich zusammengesetzten Gerichten möglich." Diese müsse man dann eben mehrfach umrühren, damit sich das Gericht überall gleichmäßig erhitze, sagen die Verbraucherschützer.

In der Praxis haben sich Mikrowellen unter anderem im familiären Alltag bewährt. Wer mehrere Kinder im schulpflichtigen Alter hat, weiß es zu schätzen, wenn er nur einmal kochen muss und der zwischen 11 Uhr und 15.30 Uhr nach und nach eintrudelnde Nachwuchs sich das Essen dann portionsweise warm machen kann; zumal in der Mikrowelle Aussehen und Geschmack der Lebensmittel, sowie deren Vitamine und Mineralstoffe gut erhalten bleiben, wie die Verbraucherschützer bestätigen.

Auch in vielen Studenten-WGs und Single-Haushalten – also überall dort, wo verhältnismäßig kleine Portionsgrößen zubereitet, aufgetaut oder erwärmt werden müssen – können Mikrowellen überzeugen. "Je kleiner die Menge, die zubereitet werden soll, desto günstiger schneidet die Mikrowelle im Vergleich zu anderen Garmethoden ab", bestätigt auch die Stiftung Warentest. Das gelte sowohl für die Zeit- wie auch für die Energieersparnis.

Warum Metall nicht grundsätzlich tabu ist

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, Metall dürfe nicht in die Mikrowelle, weil diese sonst kaputt gehen könnte. So grundsätzlich kann man das allerdings nicht sagen – zumal auch der Mikrowellenherd selbst hinter den meist aus Kunststoff gefertigten Verkleidungen aus Metall besteht. Allerdings entwickelt Mikrowellenstrahlung in leitenden Materialien wie Metall eine elektrische Spannung. Dabei werden Stromstärken von über 20 Ampere erreicht, wodurch sich das Material erhitzt.

Trotzdem können beispielsweise Aluschalen, in denen viele Fertiggerichte angeboten und zubereitet werden, ohne weiteres in die Mikrowelle gestellt werden. "Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung haben gefüllte Stahl- und Aluminiumschalen, wie sie auch als Lebensmittelverpackung verwendet werden, in die Mikrowelle gestellt", berichtet Öko-Test. "Wenn die Behälter richtig gefüllt und nach oben hin weit geöffnet sind, spricht nichts gegen die Metallschalen."

Keine Teller mit Goldrand und Besteck

Anders sieht es bei kleinteiligen oder feingliedrigen Metallgegenständen aus: Wegen des anliegenden Stroms könnte es etwa bei Gabeln zu Spannungsumsprüngen zwischen den einzelnen Zinken kommen. Dann fliegen im Mikrowellenherd die Funken. Derselbe Effekt tritt ein, wenn Metallteile zu nah an die Seitenwand der Mikrowelle gestellt werden. Abgesehen von der dünnen Kunststoffverkleidung besteht diese aus Metall, so dass es auch hier zu Funkenflug kommen könnte, durch den dann möglicherweise das Innengehäuse beschädigt würde.

Ähnliches gilt für den Teller mit Goldrand, der nicht in die Mikrowelle gehört. Durch die entwickelte Spannung erhitzt sich der meist äußerst dünne Metallstreifen und verbrutzelt dann bei starkem Funkenflug.

Wie gefährlich ist die Mikrowelle?

Wo Funken sind, besteht prinzipiell auch immer ein Brandrisiko. Bei der Mikrowelle geht dieses allerdings meist nicht auf Spannungsunterschiede zurück, sondern in erster Linie auf Brände in Folge von Überhitzungen. "Viele Verbraucher verkennen die Leistung moderner Mikrowellengeräte", warnt das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) in Kiel.

Wenn die Mikrowelle Feuer fängt

Die dortigen Experten mahnen vor allem zur Vorsicht, wenn Körner- oder Kirschkernkissen in der Mikrowelle erhitzt werden sollen. Hier sei es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Bränden gekommen. "Anders als ein Backofen führt die Mikrowelle die Energie punktuell zu", erklärt das IFS. "In Teilbereichen der Füllung kann die Glimmtemperatur von Baumwolle erreicht werden."

In vielen Betriebsanleitungen wird das Erhitzen von Körner-, Gel- oder Kirschkernkissen deshalb ausdrücklich ausgeschlossen. Halten sich Verbraucher nicht daran, muss die Haftpflichtversicherung im Schadensfall unter Umständen nicht zahlen, wie das Landgericht Kleve 2006 urteilte (Az. 5 S 48/06).

Grundsätzlich können aber auch andere Speisen und Gegenstände in der Mikrowelle Feuer fangen, wenn sie so lange und so stark erhitzt werden, dass die entstehenden Temperaturen die Zündschwelle des Materials überschreiten. Um die Ausbreitung eines solchen Brandes zu verhindern, sind Mikrowellen mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet. Bei gefährlich hohen Temperaturen oder gar Flammen im Innenraum, schalten sich die Geräte selbstständig ab. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Es sind auch schon Häuser abgebrannt, weil im Garraum einer Mikrowelle Feuer ausgebrochen war.

Überhitzungen möglichst vermeiden

Deshalb sind gefährliche Überhitzungen am besten von vorne herein zu vermeiden. Bei Fertiggerichten werden die benötigte Wattzahl und Zubereitungsdauer in der Regel auf der Verpackung angegeben. An diese Empfehlungen sollten Sie sich halten, damit brandgefährliche Überhitzungen auszuschließen sind.

Ähnlich lautet auch die IFS-Empfehlung, nach der die beliebten Körner- und Kirschkernkissen, wenn überhaupt, nur bei geringer Leistung in der Mikrowelle erwärmt werden sollen. "Auch sollte das Kissen zwischendurch gewendet werden, um die Körner zu mischen. So kann eine Überhitzung vermieden werden", raten die IFS-Experten. Eine gute, wenn auch langsamere Alternative zum Aufheizen der Kissen in der Mikrowelle empfiehlt die Feuerwehr Gütersloh: Dort rät man Verbrauchern, "das Kissen zum Erwärmen auf die Heizung zu legen".

Strahlungslecks in Mikrowellen

Wenn ein Mensch mit konzentrierter Mikrowellenstrahlung in Berührung kommt, hätte diese auf ihn denselben Effekt, den sie auch auf Speisen hat. Sie brächte die Wassermoleküle im Körper in starke Schwingungen, so dass sich diese erhitzen würden. Dass dies dem Menschen nicht sonderlich gut bekäme, liegt wohl auf der Hand.

"Die Gerätegehäuse müssen besonders an der Türöffnung so gestaltet sein, dass keine Mikrowellen austreten können", erklärt die Stiftung Warentest. "Der Grenzwert für die Leckrate liegt bei fünf Milliwatt pro Quadratzentimeter in einem Abstand von fünf Zentimetern." Bei den meisten handelsüblichen Mikrowellenherden treten zwischen 0,1 und 1,5 Milliwatt auf, also deutlich weniger, als erlaubt. Auch ältere Geräte bleiben meist deutlich unter dem Grenzwert, solange Sie an Türschloss und Türscharnieren keine sichtbaren Schäden feststellen können, so die Stiftung Warentest.

Wie gefährlich ist die Strahlung?

Aber wie sicher können Sie sein, dass Mikrowellenstrahlung unterhalb des Grenzwertes tatsächlich unbedenklich ist? Rechtsgrundlage für den Grenzwert ist die "Verordnung über elektromagnetische Felder". Zuständig ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). "Bisher sind schädliche Gesundheitswirkungen bei Expositionen unterhalb der Grenzwerte der Verordnung wissenschaftlich nicht nachgewiesen", heißt es dort.

Dass bislang keine Gesundheitsschäden nachgewiesen wurden, heißt aber nicht, dass sie ausgeschlossen sind. Das Verbrauchermagazin Öko-Test jedenfalls rät zur Vorsicht: "Bis heute weiß niemand sicher, welche langfristigen Effekte es hat, wenn man regelmäßig ein Mikrowellengerät benutzt und der Leckstrahlung ausgesetzt ist. Eine Mikrowelle, die Strahlung nach außen verliert, sollte daher im Vergleich zum klassischen Herd immer nur die zweite Wahl sein."

Was Blumenerde in der Mikrowelle macht

Vielen Menschen ist unbekannt, dass Sie die Mikrowelle nicht nur für die Zubereitung beziehungsweise das Aufwärmen und Auftauen von Speisen nutzen können. Auch gegen Trauermücken in der Blumenerde kann die Mikrowelle helfen. Wenn Ihnen bei jedem Gießen ein Schwarm der kleinen Insekten entgegen fliegt, sollten Sie die gut durchfeuchtete Erde in die Mikrowelle geben und etwa zwei bis fünf Minuten bei geringer Wattzahl erhitzen. Der Vorteil: Nicht nur die Mücken, sondern auch die Larven werden getötet. Die Pflanze selbst darf nicht mit in die Mikrowelle. Sie würde die Prozedur nicht überleben.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Stiftung Warentest
  • Öko-Test
  • Verbraucherzentrale Sachsen
  • Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS)
  • Landgericht Kleve
  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
  • weitere Quellen
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