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Frosta kennzeichnet geringere Füllmenge auf Tiefkühlkräutern


Ehrlich statt Mogelpackung
Frosta kennzeichnet geringeren Inhalt bei Tiefkühlkräutern


21.03.2024Lesedauer: 2 Min.
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Frische Kräuter in Pflanztöpfen: Man kann sie auch gut einfrieren und hat sie dann immer parat, wenn es ans Kochen geht. (Quelle: IMAGO/Gaby Wojciech/imago)

Wenn Hersteller mogeln, um Kunden abzukassieren, sind die Verbraucherschützer zur Stelle. Manchmal trägt dies Früchte, wie im Fall von Frosta.

Die Verbraucherschützer in Hamburg mahnen immer wieder Mogelpackungen an, die in deutschen Supermärkten angeboten werden. Wenn Hersteller ihre Füllmengen verringern, aber dafür den gleichen Preis verlangen, bringen die Verbraucherzentralen das an die Öffentlichkeit. Umso erstaunlicher ist es, wenn ein Lebensmittelhersteller ehrlich über Veränderungen bei seinem Produkt berichtet – und das sogar in Signalfarbe auf der Vorderseite der Verpackung.

Tiefkühlkosthersteller Frosta tut das. Statt Kunden ohne ihr Wissen zu übervorteilen, heißt es auf der 8-Kräuter-Packung nun: "weniger Inhalt als vorher". Frosta-Marketingchef Sebastian Bernbacher schreibt dazu auf dem Social-Media-Portal LinkedIn: "Mitte letzten Jahres mussten wir die Füllmenge einiger Kräuter verringern (und zusammen damit auch die Verpackung verkleinern). Warum? Die Kosten für den Kräuteranbau auf unseren Feldern in Rheinland-Pfalz haben sich extrem verteuert." Grund dafür seien der Klimawandel und lange Dürreperioden im Wechsel mit starken Regenfällen. Beides führe zu erheblichen Ernteausfällen.

"Keine Geheimnisse"

Die Füllmenge hat sich daher von 115 Gramm auf 80 Gramm verringert, bei gleichem Preis (1,59 Euro). Das sei auf allen Frosta zur Verfügung stehenden Kanälen angekündigt worden. Dann habe man sich entschieden, einen Schritt weiterzugehen. "Also haben wir einen zusätzlichen Hinweis vorne drauf gemacht und für weitere Informationen auf die Seite der Kräuterboxen", schreibt Bernbacher.

Die Leute hätten gesagt: "Was ist los mit euch? Seid ihr verrückt? Jetzt kaufen es doch erst recht weniger Leute". Aber man wollte auf Ehrlichkeit setzen. Bernbacher: "Und allein das zählt bei uns. Ob auf der Zutatenliste, bei der Herkunftsangabe oder eben beim Gewicht: keine Tricks. Keine Geheimnisse."

Verbraucherschützer mahnten Frosta an

Ehrlichpackung statt Mogelpackung also? Zumindest ging Frosta diesen Schritt nicht ganz so eigenständig, wie jetzt kommuniziert wird. Die Hamburger Verbraucherschützer halfen nach. "Wir hatten Frosta im September 2023, als es zu der Füllmengenreduzierung einiger Sorten kam, um Stellungnahme dazu gebeten, woraufhin sie meinten, dass sie eine klarere Kennzeichnung anstreben", sagte Frederike Rauer von der Abteilung Lebensmittel und Ernährung t-online.

Daraufhin habe Frosta so reagiert: "Beim Beantworten Ihrer Fragen ist uns (...) bewusst geworden, dass wir hier für Außenstehende einen besseren Job hätten machen können und müssen. (...) Ehrlich gesagt, hätten wir es gleich deutlicher auf der Verpackung hervorheben und dazu die Veränderungen auf allen unseren Online-Kanälen ankündigen sollen. (...)"

Die Verbraucherzentrale begrüßt die Entscheidung von Frosta, einen ehrlichen, für Kunden gut sichtbaren Hinweis abzudrucken. Ihrer Ansicht nach müssten Hersteller aber noch weitergehen – dazu nehmen die Verbraucherschützer auch die Politik in die Pflicht.

 
 
 
 
 
 
 

Rauer fordert: "Für mehr Preistransparenz im Supermarkt müssen Hersteller dazu verpflichtet werden, ihre Mogelpackungen mit einem deutlichen Warnhinweis zu kennzeichnen, wenn sie das Gewicht oder die Verpackungsgröße des Produkts innerhalb der vergangenen sechs Monate verändert haben. Der Hinweis muss in ausreichender Größe abgedruckt werden und Gewichtsänderungen in Prozentangaben beinhalten."

Ob sich in der Zukunft noch mehr Hersteller ein Beispiel an der Kampagne von Frosta für mehr Transparenz nehmen, bleibt abzuwarten. Lesen Sie auch: So tricksen Lebensmittelhersteller im Supermarkt.

Verwendete Quellen
  • schriftliches Interview mit Frederike Rauer, Referentin – Abteilung Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hamburg (20.3.2024)
  • LinkedIn-Profil von Sebastian Bernbacher (Frosta)
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