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Frischmilch, ESL-Milch oder H-Milch: Die Unterschiede

Verschiedene Bezeichnungen  

Frischmilch, ESL-Milch oder H-Milch: Die Unterschiede

30.04.2012, 14:43 Uhr | ls (CF) / nic

Frischmilch, ESL-Milch oder H-Milch: Die Unterschiede. Was hat es mit den verschiedenen Bezeichnungen bei Milch auf sich? (Quelle: Getty Images)

Was hat es mit den verschiedenen Bezeichnungen bei Milch auf sich? (Quelle: Getty Images)

Wer heutzutage einen Liter Milch kaufen möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Haltbarkeitsstufen: normal, länger frisch oder haltbar. Die Produkte unterscheiden sich nicht nur in der Haltbarkeit, sondern auch im Geschmack. Was genau hat es mit den verschiedenen Bezeichnungen bei Milch auf sich, und wo liegen die Unterschiede? Wie lange sind Milch und andere Lebensmittel haltbar? Finden Sie es heraus in unserer Fotoshow.

Wo liegen die Unterschiede?

Nach einem Griff ins Kühlregal hatte man früher meist frische Milch in der Hand. Die Frischmilch, auch pasteurisierte Milch, galt als "normal". Heute ist jedoch im Supermarkt schon beinahe die "länger frische" Variante normal. Sie wird auch ESL-Milch genannt (Extended Shelf Life) und schlägt, mit ihren Haltbarkeitsverfahren, die Brücke zwischen der pasteurisierten Milch und der ultrahocherhitzten und lange haltbaren Milch (H-Milch). Laut hr-online.de hat die ESL-Milch bei Discountern – trotz Protesten von Verbraucherschützern – die Frischmilch schon komplett verdrängt.

Das Problem war allerdings lange Zeit die unklare Kennzeichnung. Für Verbraucher war beim Einkauf die ESL-Milch kaum von der Frischmilch zu unterscheiden. Mittlerweile ist Frischmilch jedoch mit dem Zusatz "traditionell hergestellt" versehen und ESL-Milch mit "länger haltbar".

Diese Haltbarkeitsverfahren gibt es

Bei der herkömmlichen Frischmilch wird die Milch durch Pasteurisierung haltbar gemacht, Krankheitserreger werden abgetötet. Die Milch wird dafür bei 75 Grad Celsius für 30 Sekunden lang gekocht und direkt wieder abgekühlt. Mit diesem Verfahren gehen höchstens zehn Prozent der Vitamine verloren und die Milch ist für fünf bis sieben Tage haltbar.

Um Milch länger frisch zu machen wurden zwei Verfahren entwickelt, die nun für die Herstellung der ESL-Milch genutzt werden: Bei der häufiger angewandten Methode wird die Milch für etwa drei Sekunden auf rund 120 Grad erhitzt, homogenisiert und anschließend herunter gekühlt. Bei diesem Verfahren gehen zwischen zehn und zwanzig Prozent der Vitamine verloren. Bei dem zweiten Verfahren wird die Milch bei 55 Grad gefiltert. So werden Keime entfernt, während das Vitamin B besser erhalten bleibt. Problematisch ist, dass auf der Milchpackung nicht steht, welche Methode für die länger frische Variante angewandt wurde. "Die Rohmilch hat nichts, was die pasteurisierte Milch nicht auch hat", erwähnt Peter Lorenzen vom Max Rubner-Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch gegenüber zeit.de. Bei einer Untersuchung des Instituts schnitt die ESL-Milch kaum schlechter ab als die Frischmilch.

H-Milch – also  haltbare Milch – wird für einige Sekunden auf bis zu 145 Grad ultrahocherhitzt und anschließend wird ihr Rahm zugegeben, bis der gewünschte Fettgehalt erreicht ist. Verschlossen kann H-Milch bis zu mehreren Monate bei Raumtemperatur gelagert werden. Bei diesem Verfahren gehen die meisten Vitamine verloren und können – je nachdem wie lange die Milch lagert – im Laufe der Zeit sogar ganz verloren gehen. Allerdings bleibt der Kalziumgehalt unverändert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag etwa 200 Milliliter Milch zu sich zu nehmen – egal ob Frischmilch, ESL- oder H-Milch.

Welche Milch soll es sein?

Gesund sind also alle Milchsorten, auch wenn die H-Milch deutlich weniger und die ESL-Milch etwas weniger Vitamine als die normale Frischmilch enthalten. Der Kalziumgehalt bleibt bei allen Verfahrens erhalten. Der größte Nachteil der Frischmilch ist, dass sie nur etwa eine Woche haltbar ist und dabei durchgehend gekühlt werden muss. Welche Variante für Sie geeignet ist, hängt also von der geplanten Lagerung und vom Verbrauch ab. Wenn Sie wissen, dass die Milch innerhalb kürzester Zeit verbraucht wird, können Sie bedenkenlos zur Frischmilch greifen.

Wollen Sie die Milch auf Vorrat lagern, empfiehlt sich eher die günstigere H-Milch. Letztlich ist auch der Geschmack entscheidend: Während ESL-Milch kaum von frischer zu unterscheiden ist, schmeckt H-Milch deutlich anders – umso mehr, je länger sie gelagert wird.

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