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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

So viel Taschengeld ist fĂŒr Ihr Kind angemessen

dpa, t-online, sca

Aktualisiert am 21.06.2022Lesedauer: 6 Min.
Taschengeld: Wie viel ist fĂŒr Kinder angemessen?
Taschengeld: Wie viel ist fĂŒr Kinder angemessen? (Quelle: andresr/getty-images-bilder)
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Eltern sollten ihren Kindern schon frĂŒh die Verantwortung fĂŒr bestimmte GeldbetrĂ€ge ĂŒberlassen. Die Übersicht zeigt, welche Summe Kinder in welchem Alter bekommen sollten.

Das Wichtigste im Überblick


Gesetzlich ist es nicht geregelt, ob Eltern ihren Kindern Taschengeld geben mĂŒssen. Taschengeld ist aber wichtig, damit Kinder so frĂŒh wie möglich den Umgang mit Geld ĂŒben. SpĂ€testens wenn sie in die Grundschule kommen, sollten sie regelmĂ€ĂŸig Taschengeld bekommen, denn dadurch lernen sie, den Wert von Dingen einzuschĂ€tzen und Geld einzuteilen. Positiver Nebeneffekt: Dabei ĂŒben Kinder auch das Rechnen.

Infobox
‱ Die Höhe des Taschengelds ist abhĂ€ngig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern. Es gibt offizielle Empfehlungen.
‱ Taschengeld kann ab dem vierten Lebensjahr ausgezahlt werden – am besten wöchentlich.
‱ Ab dem zehnten Lebensjahr sollte Taschengeld monatlich gezahlt werden.
‱ Taschengeld soll Kindern einen verantwortlichen Umgang mit Geld beibringen.

Taschengeld-Tabelle 2022

Die zustĂ€ndigen JugendĂ€mter geben Eltern Tipps, wie viel Taschengeld sie Ihren Kindern auszahlen sollten. Auch das Deutsche Jugendinstitut (DJI) aktualisiert regelmĂ€ĂŸig die Taschengeldempfehlung. Dabei wird auch die Inflationsrate berĂŒcksichtigt. Das Institut gibt folgende Orientierungswerte:

Alter Höhe des Taschengelds
Unter 6 Jahre 0,50-1,00 Euro pro Woche
6 Jahre 1,00-1,50 Euro pro Woche
7 Jahre 1,50-2,00 Euro pro Woche
8 Jahre 2,00-2,50 Euro pro Woche
9 Jahre 2,50-3,00 Euro pro Woche
10 Jahre 16,00-18,50 Euro pro Monat
11 Jahre 18,50-21,00 Euro pro Monat
12 Jahre 21-23,50 Euro pro Monat
13 Jahre 23,50-26,00 Euro pro Monat
14 Jahre 26,00-31,00 Euro pro Monat
15 Jahre 31,00-39,00 Euro pro Monat
16 Jahre 39,00-47,00 Euro pro Monat
17 Jahre 47,00-63,00 Euro pro Monat
ab 18 Jahre 63,00-79,00 Euro pro Monat

Wie sind die offiziellen Taschengeldempfehlungen?

Erziehungswissenschaftler raten, Kindergarten- und Grundschulkindern das Taschengeld wöchentlich auszuzahlen. Erst ab einem Alter von zehn Jahren seien Kinder in der Lage, einen ganzen Monat zu ĂŒberblicken und sich das Geld einzuteilen.

Ältere Kindergartenkinder ab vier oder fĂŒnf Jahren können etwa 50 Cent Taschengeld pro Woche erhalten, mit dem sie zum Beispiel ein Eis im Sommer oder kleine Spielsachen finanzieren. Die BetrĂ€ge sollten sich laut DJI pro Altersjahr um 50 Cent oder einen Euro steigern. Bei der Einschulung seien ein bis zwei Euro pro Woche angemessen. FĂŒr ZehnjĂ€hrige empfiehlt das DJI einen monatlichen Betrag von etwa 16 Euro.

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Ab 14 Jahren gibt das DJI eine grĂ¶ĂŸere Spanne vor, die sowohl die wachsende SelbstĂ€ndigkeit der Jugendlichen, als auch den finanziellen Spielraum der Eltern berĂŒcksichtigt. Ab diesem Alter können Teenager eigenstĂ€ndige Kaufentscheidungen treffen und ihre finanzielle Möglichkeiten verantwortungsvoll verteilen.

ZusĂ€tzlich zum Taschengeld können Eltern auch Budgetgeld spendieren. Mit Budgetgeld können Jugendliche eigenverantwortlich Kleidung oder Schulmaterial anschaffen. Auch fĂŒr Smartphone-Kosten kann es genutzt werden. Der Unterschied zum Taschengeld besteht darin, dass Budgetgeld notwendigen KĂ€ufen dient, wĂ€hrend Taschengeld zur freien VerfĂŒgung ist. Vater und Mutter sollten beide Gelder separat an den Nachwuchs auszahlen.

Unser Tipp
Stecken Sie Ihrem Kind nicht zusÀtzlich Geld zu, wenn es mit seinem Taschengeld nicht ausgekommen ist. So lernt Ihr Kind nicht den richtigen Umgang mit Geld und was es bedeutet, auch mal kein Geld zu haben.

Individuelle UmstĂ€nde spielen Rolle fĂŒr Höhe des Taschengeldes

Bei Jugendlichen kann man beispielsweise eine bestimmte Summe im Monat in eine Dose stecken, von der sie sich Hosen und Pullover kaufen dĂŒrfen. Im GeschĂ€ft kann das Kind dann frei entscheiden: Möchte ich lieber zwei gĂŒnstige Hosen oder einen etwas teureren Pullover kaufen? Eltern mĂŒssen allerdings auch damit umgehen können, dass das Kind einen Winter lang in der Sommerjacke herumlĂ€uft, weil es sich im Herbst lieber eine Markenjeans leisten wollte.

Das Jugendinstitut weist darauf hin, dass die Taschengeldempfehlungen nur Richtwerte seien. "Die Höhe des Taschengelds sollte individuell in jeder Familie ausgehandelt werden. Je nach FamiliengrĂ¶ĂŸe und Anzahl der Kinder, Entwicklungsstand des Kindes und den EinkommensverhĂ€ltnissen kann es höher oder niedriger sein", heißt es.

Dabei sollten Sie natĂŒrlich auch an Ihre eigene finanzielle Situation denken. Besonders große Familien, die von Hartz IV leben, mĂŒssen sich nicht zwingend an die gĂ€ngigen Taschengeldhöhen halten, wenn dies sonst starke Einbußen aller Familienmitglieder nach sich ziehen wĂŒrde. Familien, die hingegen etwas mehr Geld zur VerfĂŒgung haben, sollten ihrem Kind nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig viel Taschengeld zahlen, damit dieses den Wert des Geldes schĂ€tzen lernt.

Warum bekommen Kinder Taschengeld?

Im Hinblick auf die Finanzen im spĂ€teren Leben ist der Umgang mit Taschengeld eine wichtige Lektion fĂŒr Kinder. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen: Ist eine Anschaffung sinnvoll und nötig oder nicht? Wie wichtig dieser verantwortungsvolle Umgang ist, belegen Zahlen: Zehn Prozent aller 20- bis 24-JĂ€hrigen in Deutschland sind verschuldet.


"Man muss bei den Kindern Interesse fĂŒr das Thema Geld wecken“, sagt Kirsten Schlegel-Matthies, Professorin an der UniversitĂ€t Paderborn. Im Supermarkt sollen Kinder zum Beispiel lernen, Preise zu vergleichen oder sie suchen zu Hause nach Sparpotenzialen, wie unnötigem Stand-by-Betrieb von Fernseher und Stereo-Anlage. "Die Kinder sollen eine Vorstellung davon bekommen, welche Einnahmen realistisch sind, wo man sparen kann und was die Dinge kosten", sagt die Wissenschaftlerin.

DĂŒrfen Kinder mit ihrem Taschengeld machen, was sie wollen?

Wichtiger als die Höhe des Taschengeldes ist, dass Eltern und Kinder klare Regeln zum Verwendungszweck vereinbaren. Man kann beispielsweise verabreden, dass man dem Kind Schulsachen wie Stifte und Blöcke kauft, dass es sie aber selbst ersetzen muss, wenn es sie verliert.

Bei der Bemessung des Taschengelds sollte man ein bisschen großzĂŒgig sein. "Kosten die Klebebildchen, die ein Kind sich wöchentlich kauft, einen Euro, sollte man fĂŒnfzig Cent mehr geben. So haben die Kinder etwas Spielraum und können auch mal fĂŒr grĂ¶ĂŸere WĂŒnsche sparen", meint die Erziehungsberaterin Claudia König. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Kinder mit ihrem Taschengeld an den Kosten fĂŒr ihr Mobiltelefon beteiligen oder sich hiervon SĂŒĂŸigkeiten und Spielzeug kaufen.


Kinder sollten aber grĂ¶ĂŸtenteils selbst entscheiden dĂŒrfen, was sie von Ihrem Taschengeld kaufen. Auch wenn die Anschaffung nicht immer sinnvoll fĂŒr die Eltern erscheint, sollte sie nicht jeden Wunsch ausschlagen oder jeden Kauf kritisieren. Zudem dĂŒrfen Kinder auch nicht alles kaufen, was sie wollen. Wo die Grenzen liegen, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Taschengeldparagraphen.

WofĂŒr Kinder ihr Taschengeld ausgeben

Kinder nutzen ihr Taschengeld typischerweise dazu, SĂŒĂŸigkeiten, Zeitschriften oder Spielsachen zu kaufen. HĂ€ufigste Verwendungszwecke sind:

  • SĂŒĂŸigkeiten, Kaugummi
  • Zeitschriften, Magazine, Comics
  • Eis
  • GetrĂ€nke
  • Fast Food
  • Knabberachen wie Chips etc.
  • Sticker, Sammelkarten
  • Spielzeug, Spiele
  • Sammelfiguren
  • BĂŒcher
  • Geschenke
  • Bekleidung, Accessoires
  • Musik
  • Kino, Konzerte
  • virtuelle GĂŒter wie Apps oder Online Games
  • Kleidung
  • ElektrogerĂ€te

Kann Taschengeldentzug zur Bestrafung genutzt werden?

FĂŒr den Lerneffekt ist aber auch wichtig, dass Eltern immer an die Auszahlung des Taschengelds denken, ohne erinnert zu werden. Auch sollten die Kinder das Taschengeld unabhĂ€ngig davon bekommen, ob sie lieb waren, ob sie gute oder schlechte Noten in der Schule geschrieben haben und auch unabhĂ€ngig von der Sorgfalt, mit der sie die Hausaufgaben erledigt haben. Taschengeld ist keine Belohnung und auch keine Bestrafung.

Ist das Taschengeld einmal verteilt, sollten Eltern sich zurĂŒcknehmen. "Wenn das Kind das Geld zu Hause vergessen hat oder schon ausgegeben hat, sollte man ihm nicht ausnahmsweise wieder etwas finanzieren. Nur so lernt es auf Dauer, die Verantwortung fĂŒr seine Ausgaben zu ĂŒbernehmen", betont König.

Eltern sollten mit ihren Kindern offen ĂŒber Geld sprechen

Besonders wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen, ist, was vielen Eltern schwer fĂ€llt: Offen ĂŒber die Einnahmen- und Ausgabenseite des Haushaltes zu sprechen. Um ein GespĂŒr fĂŒr Ein- und Ausgaben zu bekommen, sollten Eltern ihre Kinder mit zum Einkaufen nehmen, sie einbeziehen, wenn grĂ¶ĂŸere Anschaffungen in der Familie geplant sind und auch aus der Höhe ihres Gehaltes kein Geheimnis machen. "Es wird zu wenig ĂŒber Geld gesprochen, die meisten Kinder wissen nicht, was ihre Eltern verdienen", hat Schlegel-Matthies festgestellt.

Sollten Kinder ein Taschengeldbuch fĂŒhren?

Damit Ihre Kinder stets den Überblick ĂŒber ihre Einnahmen und Ausgaben haben, empfehlt es sich beispielsweise, ein Heft mit den Zahlen zu notieren. Verschiedene Farben helfen den Kleinen zusĂ€tzlich, schnell einen Überblick ĂŒber ihr erspartes Taschengeld zu bekommen und zu erkennen, wofĂŒr sie den grĂ¶ĂŸten Teil ausgegeben haben. Das Taschengeldbuch können Sie entweder als Buch im Buchhandel kaufen oder als Excel-Tabelle anlegen.

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Ein weiter Tipp ist es, Ihren Kindern Sparziele zu setzen. Das hilft Kindern zu verstehen, dass sie sich nicht gleich alles sofort kaufen sollten, sondern sich auch ĂŒber Ausgaben Gedanken machen: "Wenn ich mir das jetzt kaufe, kann ich mir meinen großen Wunsch erst viel spĂ€ter erfĂŒllen." Anregungen und Hilfen sind durchaus erlaubt, so der Kinderschutzbund. Versuchen Sie jedoch nicht, zu bevormundend zu sein.

Sind Sparbuch und Girokonto fĂŒr Kinder sinnvoll?

Ab acht Jahren sollten Kinder zusĂ€tzlich zum Taschengeld auch ein Sparbuch bekommen. So machen Sie erste Erfahrungen mit Geld und Zinsen. GrĂ¶ĂŸere GeldbetrĂ€ge sollten stets auf dem Sparbuch oder Kinderkonto eingezahlt werden. Es ist auch eine erste EinfĂŒhrung in die BuchfĂŒhrung. Mit 14 bis 16 Jahren ist dann auch ein Jugendgirokonto sinnvoll. Vor Verschuldung brauchen Eltern in dem Fall keine Angst zu haben, denn ein Dispo-Kredit darf MinderjĂ€hrigen nicht ohne weiteres eingerĂ€umt werden.

Wie lange sollten Sie Ihrem Kind Taschengeld zahlen?

Das hÀngt von Ihrer eigenen finanzielle Situation ab. Hat Ihr Kind jedoch eine Ausbildung angefangen oder verdient es selbst ausreichend Geld, ist eine Auszahlung nicht mehr nötig.

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