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Einfache Tipps: So beschäftigen Sie Ihren Hund zu Hause

Nur Gassi gehen reicht nicht  

Einfache Tipps: So beschäftigen Sie Ihren Hund zu Hause

04.03.2020, 14:53 Uhr | sah, t-online.de, dpa

Einfache Tipps: So beschäftigen Sie Ihren Hund zu Hause. Hund zu Hause: Sie sollten mit ihrem Tier ausreichend spielen, denn Hunde sind schnell unterfordert. (Quelle: Getty Images/TeamDAF)

Hund zu Hause: Sie sollten mit ihrem Tier ausreichend spielen, denn Hunde sind schnell unterfordert. (Quelle: TeamDAF/Getty Images)

Spazieren gehen ist zwar auch bei schlechtem Wetter unumgänglich, doch manchmal müssen Hunde auch zu Hause beschäftigt werden. Wer es schlau anstellt, hat in seinem Vierbeiner auch noch eine Aufräumhilfe.

Das Wetter ist mehr als ungemütlich, der Hund ist verletzt oder darf aus anderen Gründen gerade nicht herumtoben: Ganz ohne Gassi gehen geht es für die Tiere natürlich nicht. Sie können Ihren Hund aber zusätzlich zu Hause mit allerlei Spielen beschäftigen, die ihn geistig auslasten.

Ein weiterer Vorteil: Die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner wird weiter gefestigt. Da Hunde bis ins hohe Alter spielen, können auch die vierbeinigen Senioren entsprechend beschäftigt werden.

Denkspiel: Auspacken

Geistig anstrengend für die Tiere sind zum Beispiel Denkspiele. Damit wird zudem die Kreativität des Hundes gefördert. So lieben es viele Hunde, etwas auszupacken. Das ist ganz einfach zu bewerkstelligen: Stecken Sie zum Beispiel Futterstücke in Zeitungspapier und diese gemeinsam mit weiterem Papier in einen Karton.

Hunde beim Auspacken: Viele Hunde lieben es, Geschenke auszupacken – nicht nur an Weihnachten. (Quelle: Getty Images/K_Thalhofer)Hunde beim Auspacken: Viele Hunde lieben es, Geschenke auszupacken – nicht nur an Weihnachten. (Quelle: K_Thalhofer/Getty Images)

Wer möchte, kann den Karton auch noch zukleben und verpacken. Dann bekommt der Hund sein "Geschenk" überreicht und darf es auspacken. Das ist auch gut geeignet für ängstliche Hunde. Ihnen können Sie anfangs helfen, indem Sie zum Beispiel das Päckchen selbst ein Stückchen öffnen.

Suchspiele: Nasenarbeit ist anstrengend

Ob Handy, Lesebrille oder Autoschlüssel: Beim Suchspiel ohne Futter hat der Hund Spaß und lernt nebenbei noch Nützliches. Fuchteln Sie mit dem Gegenstand etwas vor dem Tier herum, legen es dann in Sichtweite vor ihm ab und geben den Suchbefehl. Der Fund wird belohnt und danach wird die Suche immer schwieriger, bis sich der Hund am Ende nur auf seine Nase verlassen muss.

Leckerli-Suchspiel: Damit langweilt sich der Hund in der Wohnung nicht. (Quelle: Markus Scholz/dpa-tmn)Leckerli-Suchspiel: Damit langweilt sich der Hund in der Wohnung nicht. (Quelle: Markus Scholz/dpa-tmn)

Beliebt ist auch das Leckerli-Suchspiel. Dabei werden Leckerlis in der Wohnung versteckt. Anfangs darf der Hund zuschauen und auf einen Befehl wie zum Beispiel "Such" zu den Leckerlis laufen und diese fressen. Beim Wartenlassen kann sich der Hund zudem in Selbstkontrolle üben. Fortgeschrittene Hunde dürfen schließlich nicht mehr beim Verstecken der begehrten Beute zuschauen.

Gut geeignet sind auch Schnüffelteppiche, die ähnlich wie Flokatis aussehen. Sie können im Handel gekauft oder mit ein bisschen Aufwand selbst gebastelt werden. Im Internet gibt es etliche Anleitungen. In diesem Teppich werden die Futterstücke versteckt und müssen vom Hund gefunden werden. Allerdings sollte man es mit solchen Suchspielen nicht übertreiben. Nasenarbeit ist für Hunde sehr anstrengend. Für den Anfang reichen fünf Minuten locker.

Bewegungsspiel: Apportieren 

Apportiert Ihr Hund gerne, lassen Sie einen Ball wegrollen. Erst beim Befehl "Bring den Ball!" darf das Tier ihn holen. Das wiederholen Sie mit anderen Gegenständen, die stets deutlich benannt werden. In einer zweiten Stufe können Sie zwei Dinge nebeneinanderlegen, jedoch nur für eines einen klaren Apportierbefehl geben.

Tricks beibringen

Geistig gefordert werden die Tiere beim Einstudieren von Tricks. So kann dem Hund zum Beispiel beigebracht werden:

  • die Hausschuhe zu holen
  • seinem Besitzer die Socken auszuziehen
  • Schubladen aufzumachen

Hund mit Hausschuhen: Lernt der Hund Tricks, wird er geistig gefördert. (Quelle: Getty Images/igoriss)Hund mit Hausschuhen: Lernt der Hund Tricks, wird er geistig gefördert. (Quelle: igoriss/Getty Images)

Bringt Ihr Tier gerne Sachen, können Sie es auch aufräumen lassen. Legen Sie ein Spielzeug ins Zimmer und fordern Sie den Hund auf, es herzubringen. Sie selbst sitzen direkt neben der Kiste, in die der Hund das Spielzeug einräumen soll. Halten Sie die Hand über die Kiste und lassen Sie sich das Spielzeug zunächst geben. Ziehen Sie im Verlauf des Trainings die Hand weg – so lernt der Hund, dass er die Sachen in die Kiste werfen soll.

Fortgeschrittene Hunde können mehrere Spielsachen aufräumen, die außerdem einen Namen haben. So können sie auf Befehl etwa den "Teddy" wegräumen, dann das "Schwein" und schließlich den "Ball".

Parcours aufbauen

Wer mehr Action möchte und entsprechend Platz hat, kann sich zu Hause einen kleinen Parcours aufbauen. So bilden mehrere hintereinander aufgestellte Stühle einen Tunnel, aus zwei Eimern und einem Besenstiel wird ein Hindernis zum Überspringen. Durch kleine Pylonen kann der Hund Slalom laufen. Oder der Mensch bildet mit seinen Armen einen Kreis und der Hund springt hindurch.

Zerrspiele

Hund und Mann spielen: Zerrspiele sind beliebt, aber nicht für alle Hunde geeignet. (Quelle: Getty Images/FatCamera)Hund und Mann spielen: Zerrspiele sind beliebt, aber nicht für alle Hunde geeignet. (Quelle: FatCamera/Getty Images)

Sehr beliebt und ein Klassiker sind Zerrspiele. Dabei ziehen Sie und Ihr Hund in entgegengesetzter Richtung an einem Spielzeug, zum Beispiel an einem Seil. Das ist allerdings nur für Hunde geeignet, die bei diesem Spiel nicht aggressiv werden, einen Spielabbruch akzeptieren, ihre Beute nicht verteidigen und bei denen das Verhältnis zu dem Menschen geklärt ist.

Gegen laute Geräusche desensibilisieren

Sie können die Beschäftigung im Haus auch für sinnvolles Training nutzen. So können Sie beim Hund auch die normalen Gehorsamsübungen wie "Sitz", "Platz" und "Bleib" abfragen.

Außerdem kann er im Haus desensibilisiert werden – zum Beispiel gegen laute Geräusche. Es gibt zum Beispiel CDs mit entsprechenden Geräuschen wie Donner. Spielen Sie die Geräusche zunächst leise ab, währenddessen spielen Sie mit dem Hund und geben ihm Leckerchen. So verbindet er die Geräusche mit etwas Tollem. Hat sich das Tier an die leisen donnernden Geräusche gewöhnt, können Sie sie immer lauter abspielen.

Spiel für draußen: Man Trailing

Beim Man Trailing – also der Suche nach Menschen – spüren Hunde eine bestimmte Person auf, zum Beispiel aus der Familie. Dafür geben Sie ihnen ein Kleidungsstück dieser Person zum Riechen und fordern sie dann auf, die Person zu suchen. Die Strecke bis zur versteckten Person darf am Anfang aber nicht zu lang sein, das muss nach und nach trainiert werden.

Unterforderte Hunde richten Unsinn an

Hund mit Spielzeug: Ist ein Hund unterfordert, stellt er gerne etwas an. (Quelle: Getty Images/Chalabala)Hund mit Spielzeug: Ist ein Hund unterfordert, stellt er gerne etwas an. (Quelle: Chalabala/Getty Images)

Unterforderung tritt immer dann auf, wenn die Bedürfnisse des Hundes nicht ausreichend befriedigt werden. Die Folge: Der Hund sucht sich selbst eine Beschäftigung. Und das muss Ihnen nicht immer gefallen. Die Tiere nagen Möbel an, kratzen die Tapete von den Wänden oder versuchen, Kabelsalat zu entwirren – was sehr gefährlich werden kann.

Unterforderung kann Hunde unter Umständen richtig krank machen. Das gilt zwar nicht für alle Hunde. Gerade bei älteren Hunden kann die Langeweile aber irgendwann auch in Depressionen umschlagen.

Hunde brauchen auch Ruhepausen

Ein Hund kann sich generell nicht lange konzentrieren. Ist er zudem überfordert, kann es beispielsweise sein, dass er sich kratzt, häufig über das Maul schleckt oder unruhig ist. Typische Signale sind auch, wenn das Tier gähnt oder nicht mehr richtig mitmachen will.

Ein Hund braucht auch mal Ruhe. Sie sollten die Übungen auf kurze, aber nicht feste Zeiten begrenzen, denn sonst fiebert der Hund ihnen entgegen. Wenn die Übungen jeden Tag immer weiter gesteigert werden, kann ein Hund eine gewisse Sucht entwickeln und immer mehr einfordern. Da ist Augenmaß notwendig, damit Sie nicht zum Animateur des Hundes werden.

Wichtig: Sie müssen die Kontrolle behalten

Wer mit seinem Hund trainiert, sollte stets die Kontrolle behalten. Sie müssen über das Spiel, die Übungen und den Zeitpunkt selbst bestimmen, nicht das Tier. Wenn nämlich der Hund bestimmt, kann das Auswirkungen auf die Rangordnung zwischen Mensch und Tier haben.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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