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Schwimmen im Badesee: Wie Sie gefährliche Situationen vermeiden


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Wie Sie gefährliche Situationen beim Baden vermeiden

t-online, dpa-tmn, md

Aktualisiert am 25.06.2021Lesedauer: 4 Min.
Badesee: Aufgeheizt ins kalte Wasser zu springen, ist keine gute Idee.
Badesee: Aufgeheizt ins kalte Wasser zu springen, ist keine gute Idee. (Quelle: Roland Mühlanger/imago-images-bilder)
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Sicherheit geht vor – so verlockend ein Tag am Badesee auch ist, es können einige Gefahren im kühlen Nass lauern. Falsche Verhaltensweisen können mitunter lebensgefährliche Folgen haben.

Das Wichtigste im Überblick


  • Baderegeln einhalten
  • Langsam an kaltes Wasser gewöhnen
  • Nicht in Baggerseen oder befahrenen Flüssen schwimmen
  • Gefahren an unbekannten und bewachsenen Ufern
  • Rettungsschwimmer nicht immer im Einsatz
  • Sonnenstrahlen nicht unterschätzen
  • Auf die Wasserqualität achten
  • Vorab über den Badesee informieren

Heißes Sommerwetter lädt zu einem Ausflug zum Badesee ein – denn auch das Wasser hat mittlerweile eine angenehme Temperatur erreicht. Doch was sich harmlos anhört, hat auch seine Tücken. Was sollten Sie beachten?


Die besten Hitzetipps im Sommer

Bei Hitze ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken. Der Körper verliert durchschnittlich zwei Liter Wasser am Tag. Um nicht zu dehydrieren, sollten Sie daher drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. So lassen sich auch Schwindel und Konzentrationsstörungen vermeiden.
Wenn Sie sich im Büro befinden, sollten Sie sich ab und zu mal eine Erfrischung gönnen. Einfach ein bisschen Wasser ins Gesicht und auch auf die Arme unterstützt Ihren Körper dabei, mit der Hitze besser umzugehen. Das Befeuchten der Haut kann auch draußen helfen.
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Baderegeln einhalten

Damit die Abkühlung im Wasser nicht gefährlich wird, sollten Sie sich an folgende Regeln halten:

  • Gehen Sie nicht ins Wasser, wenn Sie zuvor Alkohol getrunken haben.
  • Gehen Sie nicht mit vollem oder leerem Magen schwimmen.
  • Überstrapazieren Sie Ihre Kräfte nicht.
  • Schätzen Sie realistisch ein, wie weit Sie schwimmen können.
  • Unterschätzen Sie die Kälte des Wassers nicht.

Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist es auch wichtig, bei Gewitter das Baden zu unterlassen – ansonsten droht Lebensgefahr. Nichtschwimmer sollten nicht tiefer als bis zum Bauch ins Wasser gehen.

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Langsam an kaltes Wasser gewöhnen

Aufgeheizt ins kalte Wasser zu rennen ist keine gute Idee. "Der Körper wärmt sich beim Sonnenbaden auf, die Adern dehnen sich – und ziehen sich dann plötzlich zusammen, wenn man ins Wasser hüpft", erklärt DLRG-Sprecher Achim Wiese.

"Das kann zu Bewusstlosigkeit oder Herzinfarkt führen, und damit dazu, dass man ertrinkt. Gerade Senioren sollten sich unbedingt langsam ans Wasser gewöhnen", so Wiese weiter. Das geht, indem man erstmal Füße oder Arme vorsichtig ins kühle Nass hält.

Nicht in Baggerseen oder befahrenen Flüssen schwimmen

Wollen Sie schwimmen gehen, sollten Sie immer in abgegrenzte Gewässer gehen, die bewacht sind. Baggerseen eignen sich dafür nicht, weil die steilen Kanten beim Herausklettern nachgeben können.

Im schlimmsten Fall kämen Sie dann nicht mehr heraus, erklärt Hilde Oberlehberg, stellvertretende Referatsleiterin und Datenschutzbeauftragte der DLRG – und warnt: "Auf keinen Fall in Flüsse gehen, die befahren sind."

Ihre Gefahr liegt in der Fließgeschwindigkeit des Wassers und der Schifffahrt. "Wer etwa im Rhein oder in anderen Bundeswasserstraßen baden geht – das ist, als würde man mit den Kindern auf der Autobahn spielen gehen", sagt Wiese.

Zudem sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Gehen Sie nie alleine ins Wasser.
  • Springen Sie nie an unbekannten Stellen ins Wasser.
  • Achten Sie darauf, dass die Stelle bewacht ist, sodass Sie im Notfall Hilfe holen können.

Beachten Sie auch, dass die Wassertemperatur in einem Baggersee extrem unterschiedlich sein kann. "Oben durch die Sonne 28 bis 30 Grad und schon 80 Zentimeter tiefer sind es mitunter plötzlich zehn bis zwölf Grad weniger. Das kann zu Krämpfen führen", sagt Wiese.

Baden: Unterschiedliche Wasssertemperaturen können zu Krämpfen führen.
Baden: Unterschiedliche Wasssertemperaturen können zu Krämpfen führen. (Quelle: alvarez/getty-images-bilder)

Gefahren an unbekannten und bewachsenen Ufern

Schwimmen Sie nur in dafür ausgewiesenen Zonen, denn unbekannte Ufer bergen Gefahren. Dort können sich beispielsweise Hindernisse, Scherben oder andere Objekte im Wasser befinden, an denen Sie sich verletzen können. Auch bewachsene und sumpfige Uferzonen sind gefährlich, warnt die DLRG.

Sowohl Kinder als auch auch Erwachsene können sich in Schlingpflanzen verheddern oder im schlammigen Untergrund einsinken. Meiden Sie außerdem Baumstämme, Wehre oder andere Wasserbauwerke. Dort können versteckte Strömungen lauern, die Sie unter Wasser ziehen. Falls Sie in eine solche geraten, versuchen Sie nicht, dagegen anzuschwimmen, sondern bewegen Sie sich möglichst seitlich daraus heraus.

Rettungsschwimmer nicht immer im Einsatz

Die meisten Ortsgruppen der DLRG sind ab Mai im Einsatz. Deshalb sollten Sie außerhalb der Saison besonders auf Ihre eigene Sicherheit achten.

Allerdings schwimmen Sie auch bei bewachten Badeseen immer auf eigene Gefahr, wenn die Wache nicht besetzt ist. "Ob eine Wache da ist, steht immer an den Stationen. Sie sind nur am Wochenende besetzt, denn die DLRG macht das alles ehrenamtlich", so Oberlehberg.

Der Wasserrettungsdienst der DLRG ersetze aber auch nie den gesunden Menschenverstand. Eltern müssten ihre Kinder auch beaufsichtigen, wenn ein Rettungsschwimmer in der Nähe ist und könnten nicht einfach in Ruhe ein Buch lesen und nicht mehr auf ihre Kinder achten, betont die Expertin.

Sonnenstrahlen nicht unterschätzen

Auch die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, ist sehr groß. Denn: Durch das Wasser wird die UV-Strahlung reflektiert und wirkt stärker. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät daher, Schultern, Brust und Rücken mit einem T-Shirt vor der Sonne zu schützen. UV-Badekleidung kann ebenfalls helfen.

Wenn Sie wieder aus dem Wasser kommen, sollten Sie Sonnencreme auftragen. Dadurch bleibt der Schutz erhalten.

Auf die Wasserqualität achten

Natürliche Gewässer können Keime enthalten, daher sollten Sie nicht in jedem beliebigen Teich oder See schwimmen gehen. Halten Sie sich dagegen an ausgewiesene Badeseen, deren Wasserqualität regelmäßig untersucht wird.

In minderwertigen Gewässern können sich Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger tummeln, die im schlimmsten Fall zu Hautausschlägen oder auch zu Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall führen können, wenn Sie das Wasser beim Schwimmen schlucken.

Wasserqualität beachten: Nicht jedes Gewässer eignet sich zum Baden.
Wasserqualität beachten: Nicht jedes Gewässer eignet sich zum Baden. (Quelle: Magdevski/getty-images-bilder)

Das Umweltbundesamt führt folgende Anzeichen auf, die auf verschmutztes Wasser hindeuten können:

  • Regenwasser oder Abwasser fließt in das Gewässer
  • Fläche in der Nähe des Badegewässers wird landwirtschaftlich genutzt
  • es gibt viele Wasservögel
  • im Badegewässer werden Enten gefüttert
  • am Ufer sind auffällige Verschmutzungen erkennbar

Beachten Sie auch Warnhinweise am Ufer und baden Sie niemals in Gewässern, für die ein Badeverbot ausgeschrieben ist.

Vorab über den Badesee informieren

Vor dem Besuch eines Badesees macht es durchaus Sinn, sich über die Wasserqualität und sonstige Besonderheiten zu informieren. Eine Anlaufstelle bietet das Umweltbundesamt: Auf einer Übersichtskarte sind die verschiedenen Portale der jeweiligen Bundesländer gelistet, die Informationen zur Qualität der Gewässer enthalten.

Zudem wird über mögliche temporäre Schließungen informiert. Ein Blick vor dem nächsten Ausflug zum Badesee kann auf jeden Fall nicht schaden.

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Verwendete Quellen
  • Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG)
  • Umweltbundesamt
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
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