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1. Mai in Coronavirus-Zeiten: Das ist jetzt am Tag der Arbeit am verboten

1. Mai 2020  

In Corona-Krise: Kein Tag der Arbeit wie jeder andere

01.05.2020, 09:30 Uhr | Sarah Emminghaus, AFP, t-online.de, ron

Tag der Arbeit: Darum ist der Erste Mai ein Feiertag

Weltweit ist der Erste Mai in vielen Ländern ein offizieller Feiertag. Vom „Tag der Arbeit“ bis zum „Maifeiertag“ – der Erste Mai hat viele Namen und eine vielschichtige Historie. 

Tag der Arbeit: Diese Geschichte steckt hinter dem Feiertag am Ersten Mai. (Quelle: t-online.de)


Erster Mai, worum ging es da noch gleich? Für bessere Arbeitsbedingungen auf Demos kämpfen? Aber die sind doch wegen Corona ohnehin abgesagt, oder? Wir klären über den etwas anderen "Tag der Arbeit" 2020 auf.

Der 1. Mai ist in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag – heißt aber nicht überall gleich. So feiert Nordrhein-Westfalen den 1. Mai offiziell als "Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde". Die meisten der 16 deutschen Bundesländer begehen den Feiertag aber einfach nur als "1. Mai".

Am "Tag der Arbeit" wird nicht gearbeitet

Der Name "Tag der Arbeit" für den 1. Mai täuscht zunächst einmal, weil für die meisten Arbeitnehmer dieser Tag ein arbeitsfreier und eben kein Arbeitstag ist. Die Bezeichnung geht vielmehr auf die Geschichte dieses Datums zurück: Der "Tag der Arbeit" hat seinen Ursprung in der US-amerikanischen Arbeiterbewegung.

Am 1. Mai 1886 fanden organisierte Protestaktionen von Arbeitern in den USA statt. So wurde zum Beispiel für einen Acht-Stunden-Tag demonstriert. Normal waren neun bis 14 Stunden täglich. Arbeiter und Verbände rund um den Globus schlossen sich den Forderungen an. Obwohl von US-Seite zunächst nicht geplant war, die Aktionen jährlich zu wiederholen, hielten die europäischen Arbeiter am 1. Mai fest.

Maifeiertage, Brückentage und Ferientage

Anders als die sogenannten beweglichen Feiertage, wie Ostern, Christi Himmelfahrt oder Pfingsten, die jährlich nicht immer am selben Tag begangen werden, ist der 1. Mai ein fester Feiertag. Die meisten Arbeitnehmer haben arbeitsfrei und die Kinder müssen nicht in die Kita oder Schule – obgleich wegen der Corona-Krise viele Kitas und Schulen ohnehin geschlossen sind und sich ein Großteil der Arbeitnehmer in Kurzarbeit befindet.

Der "Tag der Arbeit" fällt 2020 auf einen Freitag. In diesem Jahr müssten Sie also vier Tage – vom 27. bis 30. April 2020 – Urlaub nehmen, um mit den beiden Wochenenden davor und danach neun Tage frei zu haben. 

Info
Ein Brückentag ist ein Arbeitstag, der zwischen einem Feiertag und einem zumeist ohnehin arbeitsfreien Tag, wie Samstag oder Sonntag, liegt. Wenn Sie diese Brückentage frühzeitig in Ihrer Firma beantragen, können Sie mehr Urlaub herausholen.

Hier erfahren Sie, auf welche Wochentage der 1. Mai in den folgenden Jahren fällt – und wie Sie Ihren Urlaub mit Brückentagen planen können:

DatumWochentagZusatzinfo
1. Mai 2020Freitag2020 ist Schaltjahr, deshalb fällt der 1. Mai nicht auf den Donnerstag. Brückentage sind vom 27. bis 30. April.
1. Mai 2021SamstagArbeitnehmer, die regelmäßig am Samstag einen freien Tag haben, gehen leer aus.
1. Mai 2022SonntagArbeitnehmer, die regelmäßig am Sonntag einen freien Tag haben, gehen leer aus.

Wie wird der 1. Mai 2020 gefeiert?

Am "Tag der Arbeit" fanden bislang immer Demonstrationen und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen in Deutschland statt. Diese organisierte in der Vergangenheit zum Beispiel der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). 

Aufgrund der Corona-Krise hat der DGB in diesem Jahr jedoch angekündigt, keine Demos abzuhalten. Und das zum ersten Mal seit seiner Gründung im Jahr 1949. In Zeiten von Corona heißt Solidarität für die Gewerkschafter vielmehr: mit Anstand Abstand halten.


Gefordert wird trotzdem – allerdings digital, in den sozialen Netzwerken und mit einer Live-Sendung am 1. Mai. Das diesjährige Motto heißt "Solidarisch ist man nicht alleine". Mit dabei sind unter anderem die Berliner Elektroband Mia, die Schauspielerin Friederike Kempter ("Tatort") und die Jazzsängerin Jocelyn B. Smith. Die Moderation übernimmt Katrin Bauerfeind

Schauspielerin Friederike Kempter: Die frühere "Tatort"-Assistentin ist bei der Live-Show des DGB am 1. Mai dabei. (Quelle: imago images/Seeliger)Schauspielerin Friederike Kempter: Die frühere "Tatort"-Assistentin ist bei der Live-Show des DGB am 1. Mai dabei. (Quelle: Seeliger/imago images)

Ein Feiertag wie der 1. Mai war in der Vergangenheit auch eine gute Gelegenheit, etwas gemeinsam zu unternehmen – entweder mit der Familie oder mit Freunden. Doch alle Städte haben Events, wie Straßenfeste, Partys und Konzerte wegen der Corona-Krise abgesagt. Eines der deutschlandweit bekanntesten Straßenfeste war das "Myfest" in Berlin-Kreuzberg. 2020 findet es nicht statt.

1. Mai in Berlin: Auf dem "Myfest" 2017 feiern Besucher im Görlitzer Park. (Quelle: t-online.de/Annemarie Munimus)1. Mai in Berlin: Auf dem "Myfest" 2017 feiern Besucher im Görlitzer Park. (Quelle: Annemarie Munimus/t-online.de)

Das "Myfest" wurde 2003 vor allem ins Leben gerufen, um den Krawallen und gewalttätigen Ausschreitungen im Stadtbezirk Kreuzberg etwas entgegenzusetzen. Jahrzehntelang brannte am Maifeiertag in den Kiezen um das Kottbusser Tor, den Heinrichplatz und die Oranienstraße die Luft. Der zunehmend friedlichere Verlauf der Kreuzberger Maifeiern in den vergangenen Jahren wird von Polizei, Politik und Anwohnern in erster Linie dem "Myfest" zugeschrieben. Partyalarm statt Randale!

Berlin am 1. Mai: Tag des angepassten Protests?

Trotz Corona-Krise wird der Protest der linken Szene aber dort nicht abgesagt, sondern angepasst: In diesem Jahr kündigte man in Berlin eine räumlich verteilte Protestaktion an. Ab 18.20 Uhr sollen im Internet nacheinander Orte in Kreuzberg bekannt gegeben werden, "zu denen wir uns dann über verschiedene Wege begeben werden".

"Wir wollen die Straßen mit unseren antirassistischen, antipatriarchalen und antikapitalistischen Inhalten fluten", hieß es. Die Zielorte, die jeweils mit einer Uhrzeit angegeben würden, seien nur kurze Zwischenstopps. "Auf unterschiedlichen Neben- und Seitenstraßen kommen wir dorthin, werden unsere Inhalte vermitteln und uns danach zerstreuen, um uns bald wieder woanders zu begegnen", erklärten die Veranstalter weiter.

Das Bündnis erinnerte aber auch daran, den wegen der Corona-Infektionsgefahr gebotenen Mindestabstand einzuhalten und Schals oder Masken zu tragen – beziehungsweise sich zu "vermummen". Tausende Polizisten sollen derweil in der Hauptstadt für Ordnung sorgen

Welche Aktionen gibt es in anderen Städten?

Auch in anderen deutschen Städten planen Anhänger der linken Szene Proteste auf den Straßen. Etwa in Hamburg ist eine Kundgebung mit Abstand geplant. Im Aufruf dazu auf der linken Internetseite Indymedia hieß es, laut den Auflagen müsse der Protest stationär bleiben, es könne also keine Laufdemonstrationen geben.

Außerdem dürften sich nur 20 Teilnehmer gleichzeitig bei der Kundgebung aufhalten. Besonders dieser Punkt dürfte je nach Andrang schwierig einzuhalten sein. Ähnliche Aufrufe wurden auch für Städte wie Frankfurt am Main, Karlsruhe, München, Greifswald und Stuttgart veröffentlicht.

Was passiert mit den Maibaumfesten?

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass jeder möglichst zu Hause bleiben und sich nicht mit Freunden oder Familie treffen sollte – das Infektionsrisiko besteht fort. Veranstaltungen wurden ohnehin aufgrund der Auflagen abgesagt. Auch die traditionellen Maibaumfeste müssen deutschlandweit dieses Jahr ausfallen, vielerorts wird ein solcher Baum gar nicht erst aufgestellt.

Verwendete Quellen:

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