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Eltern haben die Pflicht, ihren Kindern Pflichten zu ├╝bertragen

t-online, Simone Bla├č

Aktualisiert am 05.12.2014Lesedauer: 6 Min.
Hausarbeit ist l├Ąstig - das wissen auch unsere Kinder.
Hausarbeit ist l├Ąstig - das wissen auch unsere Kinder. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Den M├╝ll rausbringen, das eigene Zimmer aufr├Ąumen, Blumen gie├čen, Tisch decken und kleine Besorgungen erledigen - das sind die typischen Kinderaufgaben im Familienverbund. Ist der Nachwuchs noch klein, ist er meist mit Begeisterung bei der Sache. Je ├Ąlter Kinder aber werden, desto eher versuchen sie, sich zu dr├╝cken. Doch Eltern d├╝rfen ohne schlechtes Gewissen die Mithilfe einfordern.

Jugendliche k├Ânnen sehr vielf├Ąltige und teils auch sehr kreative Verweigerungsstrategien an den Tag legen, wenn es um das Thema Mithilfe im Haushalt geht. Doch was will man anderes erwarten? Viele Teenager befinden sich in einem Zustand "erlernter Hilflosigkeit", meint der Entwicklungsexperte Ralph Dawirs. "Haben sie doch ├╝ber die zur├╝ckliegende lange Zeit ihrer beh├╝teten Entwicklung vom Kleinkind bis zu den ersten Pickeln g├╝nstigenfalls erfahren d├╝rfen, dass Mama und Papa f├╝r alles N├Âtige sorgen. Und das nicht schlecht, vor allem sehr verl├Ąsslich. Warum sollte sich das pl├Âtzlich ├Ąndern? Kann man sich doch auf das alte bew├Ąhrte Bodenpersonal prima verlassen."

Mit Erziehung an sich kommt man hier nicht mehr weit. Denn mit der Pubert├Ąt endet die Kindheit und damit der Erziehungsauftrag. Ab sofort gilt also die Hausordnung.

Eltern haben die Pflicht, ihren Kindern Pflichten zu ├╝bertragen

Theoretisch haben Eltern gesetzliche R├╝ckendeckung, wenn es um die Mithilfe im Haushalt geht. Denn in Paragraf 1619 des B├╝rgerlichen Gesetzbuches steht, dass ein Kind, solange es dem elterlichen Hausstand angeh├Ârt und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet ist, in einer seinen Kr├Ąften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Gesch├Ąft Dienste zu leisten. ├ťbersetzt hei├čt das, dass Kinder zur Mitarbeit im Haushalt verpflichtet sind - und zwar, solange sie die F├╝├če unter den elterlichen Tisch stellen.

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Wobei sich Art und Umfang der zu erbringenden Pflichten nach der Reife und den Kr├Ąften des Kindes richten m├╝ssen, und das Recht auf die freie Gestaltung einer Ausbildung nicht eingeschr├Ąnkt werden darf. Andersherum ist es, per Gesetz, sogar die Pflicht der Eltern, ihr Kind an die ├ťbernahme eigener Verantwortlichkeiten und Pflichten heranzuf├╝hren, beschrieben im Paragraf 1626 unter dem Stichwort "Elterliche Sorge".

Kann ich mein Kind auf Mithilfe im Haushalt verklagen?

F├╝r ein Kind ab 14 seien sieben Stunden pro Woche angemessen, findet der Bundesgerichtshof. Bei j├╝ngeren entsprechend weniger. Sind die Eltern krank, beide berufst├Ątig oder alleinerziehend oder besteht gar ein famili├Ąrer Notfall, kann sich die Pflicht zur Mithilfe noch erh├Âhen. Doch wie, werden sich jetzt viele Eltern fragen, soll ich das durchsetzen? Wo doch sowohl der Unterhaltsanspruch als auch das Recht auf Taschengeld auf der Seite der Faulenzer stehen? Soll ich vielleicht einen Prozess gegen mein in seinem Zimmer herumlungerndes Kind f├╝hren? Geht das ├╝berhaupt?

"Von so einem Prozess habe ich noch nie geh├Ârt", erkl├Ąrt der Dresdner Rechtsanwalt Ulrich Nolte. "Er macht auch keinen Sinn. Denn zum einen ist er gegen minderj├Ąhrige Kinder schwer durchf├╝hrbar und zum anderen w├Ąre ein Urteil im Wege der Zwangsvollstreckung nicht durchsetzbar. Daf├╝r w├╝rde man bei keinem Gericht Verst├Ąndnis finden, die Belastung f├╝r die Familie w├Ąre viel zu hoch und der Paragraf ist so auch gar nicht gedacht, sondern wird h├Âchstens im Rahmen von Schadenersatzanspr├╝chen in ganz anderen F├Ąllen verwendet."

Das Recht auf Mithilfe der Kinder im Haushalt f├Ąllt damit unter die Rechte, die zwar aus dem Gesetz ableitbar sind, im Zweifel aber nur auf dem Papier stehen und abbilden, was gesellschaftlich erw├╝nscht ist.

Kinder im Kindergartenalter helfen noch spielerisch

Kinder zwischen drei und f├╝nf Jahren kann unter Mithilfe der Eltern das Aufr├Ąumen ihres Zimmers durchaus zugemutet werden, genauso wie ein Helfen beim Tischdecken, beim Bl├Ątterzusammenfegen, beim W├Ąscheaufh├Ąngen oder zum Beispiel auch beim Backen. Wobei Kinder in diesem Alter Gefahren noch nicht selbst erkennen k├Ânnen, gerade im Umgang mit K├╝chenger├Ąten also besondere Vorsicht geboten ist. Aber ein Ei in die Sch├╝ssel schlagen oder dem Teig das Mehl hinzuf├╝gen, das geht prima.

Nat├╝rlich l├Ąuft im Kindergartenalter alles noch spielerisch ab. Eine Entlastung darf man hier nicht erwarten. Manchmal dauert einiges sogar l├Ąnger oder macht zus├Ątzliche Unordnung, weil viele T├Ątigkeiten f├╝r die Kinder motorisch noch schwierig sind. Aber der Zeitaufwand lohnt sich. Er ist sozusagen eine Investition in die Zukunft.

Selbstst├Ąndigkeit f├Ârdern

Wirklich regelm├Ą├čig zu erledigende Aufgaben zu verteilen, macht fr├╝hestens im letzten Kindergartenjahr Sinn. Erst im Grundschulalter k├Ânnen diese dann auch komplexer werden. Dazu kann zum Beispiel schon das Kochen erster, einfacher Gerichte geh├Âren. Oder auch das Versorgen eines Haustieres. Das f├Ârdert die Selbstst├Ąndigkeit, aber vor allem auch das Selbstwertgef├╝hl. Und das Kind lernt, dass Hausarbeit viel Arbeit ist, die regelm├Ą├čig gemacht werden muss und die man sich in einer Familie teilt.

"Mein Sohn ist seit seinem dritten Jahr der Herr ├╝ber unsere Sp├╝lmaschine", berichtet Frauke. "Sie ist vollautomatisch, mit Touchscreen und tollen Lichtern, das hat ihn schon immer fasziniert. Fr├╝her hat er sie immer gemeinsam mit mir eingeschaltet und dann gespannt auf das rote Laserlicht am Fu├čboden gewartet. Heute, mit sieben, r├Ąumt er die Sp├╝lmaschine auch aus. Und irgendwann, so hoffe ich, auch mal ein", schmunzelt die 45-j├Ąhrige M├╝nchnerin.

"Die Diskussionen kosten mich den letzten Nerv"

Die Aufgabenverteilung richtet sich, genau wie die Art der Aufgaben, nach dem Entwicklungsstand des Kindes. "Unser F├╝nfj├Ąhriger sortiert jeden Tag die Schuhe im Flur, die zw├Âlfj├Ąhrige Tochter dagegen wei├č, dass das Bad immer sonntags von ihr geputzt sein muss - wann sie es macht und ob sie sich die Aufgaben einteilt oder alles auf einmal ├╝bernimmt, ist ihr ├╝berlassen." Die dreifache Mama Melanie ist selbst sehr ordentlich und ihre Kinder haben das von ihr ├╝bernommen.

Nur der Gro├če streikt seit einigen Wochen, erledigt die ihm ├╝bertragenen Aufgaben nur noch sporadisch oder gar nicht. Er ist genervt von den dauernden Bitten und Befehlen. Das geht seiner Mutter auch nicht anders: "Das Hinterhergerenne und die dauernden Diskussionen kosten mich den letzten Nerv. Wenn ich ihn dann gef├╝hlte 100 Mal gebeten habe, etwas zu tun, mach' ich es dann doch selbst. Ich kann nun mal nicht bis ├╝bermorgen warten, wenn kein Wasser mehr im Haus ist."

"Ich machÔÇÖs gleich", spricht der Nachwuchs und nichts geschieht

Die W├Ârter "Gleich" und "Sp├Ąter" sind wohl die typischen Antworten ├Ąlterer Kinder auf die elterliche Bitte um Mithilfe. Die einzige Chance dagegen anzukommen, sind eine gro├če Portion Konsequenz und Geduld, gepaart mit klaren Ansagen. Statt mehrmals zu fragen, ob der Nachwuchs denn gewillt w├Ąre, heute noch den Rasen zu m├Ąhen, sei es einfacher, deutlich zu formulieren, raten Erziehungsexperten.

Der Arzt und f├╝nffache Vater Werner Bartens beschreibt in seinem Buch "Gl├╝ckliche Kinder", warum es f├╝r die heutige Elterngeneration so schwer ist, ihren Kindern mit einem freundlichen, aber bestimmten Basta zu signalisieren, dass jetzt Schluss ist mit der Diskutiererei. Der Grund sei, dass viele Eltern selbst in einem Umfeld aufgewachsen sind, das aus schier endlosen Diskussionsrunden bestand. Klare Ansagen seien daher eine neue Erfahrung, ein Lernprozess und vor allem eine ungeliebte H├╝rde.

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Vorlieben nutzen

Das eine Kind hat Freude an der Arbeit im Garten, ein anderes kann Stunden damit verbringen, die Duschkabine mit Essig zu wienern und wieder ein anderes geht lieber einkaufen oder passt auf die kleineren Geschwister auf. Wenn man solche Vorlieben f├╝r die Aufgabenverteilung nutzt, gibt es weniger Diskussionen. Vor allem dann, wenn die Kinder gr├Â├čer werden, und zwar wie Erwachsene behandelt werden wollen, von erwachsenem Verhalten aber noch meilenweit entfernt sind. Was wohl auch an ihrer etwas anders gearteten Toleranzschwelle bez├╝glich Dreck und Unordnung liegen k├Ânnte.

Schlechte Vorbilder machen Erziehung schwer

Zum Ende der Grundschule hin steigt nicht nur das Pensum dessen, was das Kind schulisch und in Form von Sport- oder anderen Freizeitaktivit├Ąten zu bew├Ąltigen hat, es sinkt proportional dazu auch die Motivation zu helfen. Man mogelt sich gern um seine Aufgaben herum. Hat das Kind fr├╝h gelernt, dass mithelfen selbstverst├Ąndlich ist, dann ist es einfacher. Gibt es aber zum Beispiel andere Familienmitglieder, die sich eher bedienen lassen, als selbst den Finger zu r├╝hren, zum Beispiel gr├Â├čere Geschwister oder auch der Partner, dann st├Â├čt man auch beim Nachwuchs auf weniger Verst├Ąndnis. Erziehung lebt nun mal vom Vorbild, leider auch vom schlechten.

Selbstst├Ąndige Kinder d├╝rfen trotzdem mal verw├Âhnt werden

Wenn Jugendliche die Mithilfe im Haushalt verweigern, dann sitzen sie sowieso meistens am l├Ąngeren Hebel, das m├╝ssen Eltern akzeptieren, meint der Erziehungsexperte Andreas Engel. "Manchmal besteht aber die Gelegenheit, sein Kind die Erfahrung der nat├╝rlichen Folgen machen zu lassen. Schlie├člich ist Mama jetzt nicht mehr f├╝r alles zust├Ąndig." Engel ist wie Dawirs auch der Ansicht, dass Verantwortung ├╝bernehmen in unserer Kultur regelrecht ferngehalten wird von Teenagern. "Manchmal kann da die Einberufung einer Familienkonferenz gute Ergebnisse bringen, da der Jugendliche dann selbst an der Suche nach von allen akzeptierten Absprachen mitbeteiligt ist."

Denn nat├╝rlich ist es sch├Ân, wenn man auch mit 15 noch ein liebevoll zubereitetes Brot mit in die Schule bekommt. Wenn man aber nicht m├Âchte, dass der Nachwuchs einem mit 30 immer noch die Dreckw├Ąsche bringt, dann sollte man fr├╝hzeitig daf├╝r sorgen, dass er selbst in der Lage ist, eine Waschmaschine oder ein B├╝geleisen zu bedienen.

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