Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Familienleben >

Ramadan 2018: Zeiten, Regeln und weitere Infos zum islamischen Fastenmonat

Islamischer Fastenmonat  

Ramadan 2018: Zeiten, Regeln und Bräuche

22.05.2018, 18:27 Uhr | t-online.de, AFP, sah

Ramadan 2018: Zeiten, Regeln und weitere Infos zum islamischen Fastenmonat. Ramadan: Während des Fastenmonats darf nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang gegessen werden. (Quelle: imago/biky)

Ramadan: Während des Fastenmonats darf nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang gegessen werden. (Quelle: biky/imago)

Während des Fastenmonats Ramadan sollen gläubige Moslems zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Ärzte warnen jedoch: Nicht für alle ist das Fasten gesund. Wer nicht fasten sollte und warum Ramadan gefeiert wird, erfahren Sie hier.

Was ist Ramadan?

Der Ramadan 2018 beginnt am 16. Mai und endet am 14. Juni. Während des Fastenmonats dürfen Moslems 29 Tage lang zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang weder essen noch trinken.

Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender und erinnert an die Zeit, als dem Propheten Mohammed der Koran offenbart wurde. Das Fasten während des Ramadans ist eine der fünf Säulen des Islam. Das sind die Hauptpflichten eines Moslems, denen er im Leben nachgehen sollte. Zu den anderen Säulen gehören das tägliche, fünfmalige Gebet, das öffentliche Glaubensbekenntnis, die soziale Pflichtabgabe (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka.

Der Prophet Mohammed war der erste Moslem, der an Ramadan fastete. Heutige Gläubige tun es ihm gleich, um in den Dialog mit Allah zu treten, die Seele zu reinigen und das Verhältnis zu den Mitmenschen zu festigen. Ramadan ist eine besonders heilige Zeit im muslimischen Leben und auch ein Monat der Nächstenliebe.

Warum wird Ramadan gefeiert?

Durch die Selbstbeherrschung, die der Verzicht auf Essen fordert, fokussieren sich fastende Moslems aufs Wesentliche: die Barmherzigkeit gegenüber Armen und Schwachen, die Unterstützung anderer Fastender und das Zwiegespräch mit Allah.

Neben der gemeinsamen Zeit mit der Familie während des Ramadans dient diese einmonatige Fastenzeit auch dazu, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Worauf kann in Zukunft verzichtet werden? Was kann jeder Einzelne aus dem Verzicht während des Ramadan-Fests lernen? Die Grundlage des Fastens ist der Koranvers "Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet." (2:183).

Wann wird Ramadan gefeiert?

Die Fastenzeit des Ramadans dauert immer einen Monat – mal ist der Ramadan 29, mal 30 Tage lang. Er fällt auf den neunten Monat des islamischen Mondkalenders, wodurch sich der genaue Zeitraum immer um zehn bis elf Tage pro Jahr verschiebt. Die Verschiebung liegt an der Abweichung unseres Kalenders vom Mondkalender.

So kommt es, dass der Ramadan die Jahreszeiten durchläuft. Das heißt, dass die Teilnehmer je nach Jahr und Wohnort unterschiedlich lange fasten müssen, da Sonnenaufgang und Sonnenuntergang jahreszeitlich stark variieren. 2018 dauert der Ramadan vom 16. Mai bis zum Ramadan-Fest am 14. Juni.

Anschließend feiern Gläubige das Fest des Fastenbrechens, das auch Zuckerfest genannt wird. Wie Muslime das Fest begehen, erfahren Sie hier.

Welche Regeln gibt es?

Wer an Ramadan fastet, nimmt zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine feste oder flüssige Nahrung zu sich, trinkt nichts und verzichtet in diesem Monat auf Sex. Zur Teilnahme am Fasten sind nur diejenigen Moslems verpflichtet, die körperlich und geistig dazu in der Lage sind. Nicht fasten müssen:

  • menstruierende, schwangere und stillende Frauen
  • chronisch Kranke
  • altersschwache Menschen
  • Kinder vor dem Eintritt in die Pubertät

Kinder werden allerdings dazu motiviert, so lange zu fasten, wie sie können. Sie können beispielsweise eine Mahlzeit ausfallen lassen. Bei chronisch kranken oder altersschwachen Menschen, bei denen keine baldige Besserung abzusehen ist, gilt ebenfalls eine Ausnahmeregel. Für jeden verpassten Fastentag des Ramadan sollen sie eine Fastenersatzleistung bringen und beispielsweise einen Bedürftigen zusätzlich zu sich selbst speisen.

Während des Ramadan wird zwar tagsüber weder gegessen noch getrunken, dafür jedoch nach Sonnenuntergang eine Mahlzeit für die ganze Familie eingenommen. Viele Moslems essen auch zu dieser Gelegenheit nur Leichtes und genießen eher das Beisammensein mit den wichtigsten nahestehenden Menschen.

Darum ist Ramadan-Fasten für Kinder nicht geeignet

Die Vorschrift zum Ramadan-Fasten gilt zwar nur für Erwachsene und Jugendliche, die die Pubertät erreichen. Aber auch jüngere Kinder sollen so viele Tage wie möglich fasten und tun dies nach Beobachtung vieler Kinder- und Jugendärzte auch, um den Erwartungen ihrer Familie gerecht zu werden. Wie schädlich das ist, erklärt Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Familie während des Ramadans: Für Kinder ist das Fasten ungesund. (Quelle: imago/Xinhua)Familie während des Ramadans: Für Kinder ist das Fasten ungesund. (Quelle: imago/Xinhua)

Während des Ramadans sehen Kinder- und Jugendärzte immer wieder sehr blasse und unkonzentrierte Kinder. "Manche kommen gleich aus der Schule zu uns, weil sie zusammengeklappt sind, weil sie starke Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen haben", erklärt Fischbach.

Ramadan-Fasten mit Kindern: So geht es richtig

Der Arzt weist darauf hin, dass der Ramadan 2018 in die Zeit der wichtigsten Wochen des Schuljahrs falle. Nun würden entscheidende Klassenarbeiten vor der Versetzung geschrieben. Das Fasten über den ganzen Tag hinweg gefährde auch die schulischen Leistungen der Kinder.

Muslimische Eltern sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder und Jugendlichen ausreichend trinken – auch tagsüber. Sie könnten den Ramadan nutzen, um von Limo, Fruchtsaftgetränken, Eistee und Cola auf gesundes Wasser umzustellen.

Die Bräuche des Ramadans

Das Fasten soll den Moslems mehr Raum für die anderen Säulen des Islam geben. Sie sollen sich intensiv mit dem Koran und dem Gebet befassen. Das Ziel sollte sein, in diesem Monat den Koran einmal ganz gelesen zu haben. Abends findet jeden Tag nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen statt, das mit einem Bittgebet eingeleitet wird.

Traditionell wird es mit einer Dattel und einem Schluck Wasser durchgeführt, die zum Gebet zu sich genommen werden. Auf das Bittgebet folgt das Abendgebet, dann darf die Familie essen. Das Fastenbrechen wird gerne auch in der Gemeinschaft der Moschee gefeiert, wo manchmal Essen an Bedürftige und die Mitglieder der Moschee ausgegeben wird. Einladungen befreundeter Familien und der Verwandten zum gemeinsamen Fastenbrechen gehören ebenfalls zum Ramadan.

Oft hört man während des Ramadans den Ausspruch "Ramadan Mubarak!". Das bedeutet so viel wie "Gesegneter Ramadan!". Weniger geläufig hingegen ist "Ramadan Kareem", was so viel wie "Großzügiger Ramadan" bedeutet.

Ramadan-Kalender

Das sind die nächsten Ramadan-Zeiten:

Ramadan 201816. Mai bis 14. Juni 2018
Ramadan 201906. Mai bis 05. Juni 2019
Ramadan 202024. April bis 24. Mai 2020
Ramadan 202113. April bis 13. Mai 2021
Ramadan 202202. April bis 02. Mai 2022

Wie lassen sich Ramadan und Arbeit vereinbaren?

Das Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist je nach Jahreszeit, körperlicher Verfassung und der Umgebung, in der sich der Moslem tagsüber befindet, extrem anstrengend. Es sollte darauf geachtet werden, sich nicht in Situationen zu begeben, in denen man sich und andere in Gefahr bringen kann.

Die Kollegen und der Arbeitgeber sollten über den Ramadan informiert werden, denn eventuell ist es dann möglich, in der Mittagspause nicht vor den fastenden Moslems zu essen oder ein Team-Essen erst dann zu planen, wenn die muslimischen Kollegen wieder teilnehmen dürfen. Rücksichtnahme ist die beste Form der Unterstützung, die man für fastende muslimische Mitbürger leisten kann.

Darüber hinaus sollten Moslems in dieser Zeit keine körperlich belastenden Aufgaben übernehmen, bei denen es zu Kreislaufproblemen kommen kann. Das geht so weit, dass sie notfalls auf den Bus umsteigen, wenn sie befürchten, beim Autofahren Schwächeanfälle zu erleiden.

Wie läuft Ramadan jenseits der Polarkreise ab?

Die jenseits der Polarkreise lebenden Moslems haben je nach Jahreszeit keine Sonnenauf- oder Sonnenuntergänge. Somit wird es schwer, das Fastenbrechen und den Beginn der Fastenzeit eindeutig festzulegen. Im hohen Norden gibt es im Hochsommer lediglich einige wenige Minuten, die als Nacht bezeichnet werden können. Streng genommen müssen Moslems in dieser Zeit ihre Gebete absolvieren und essen – und das mitten in der Nacht.

Die Islamgelehrten sind sich uneinig, wie Moslems nördlich und südlich der Polarkreise dies handhaben sollen. Manche gehen davon aus, dass tatsächlich nur dieses kurze Zeitfenster fürs Fastenbrechen bleibt. Andere sagen, dass sich Moslems nach den Uhrzeiten der heiligen Städte Mekka oder Medina richten dürfen, wenn sie im hohen Norden tatsächlich mehr als 18 Stunden fasten müssten, bis sie essen dürfen. Andernfalls wäre die Belastung durch den Ramadan zu hoch.

Wie endet der Ramadan?

Das Ende des Ramadans 2018 fällt auf den 14 Juni. Dieser Tag ist für gläubige Moslems ein wichtiger Festtag, denn das Ende des Ramadans ist gleichzeitig Tag des Ramadan-Fests (arabisch: 'Id al-Fitr, türkisch: 'Ramazan Bayrami'). Je nach Land und Region dauert das sogenannte Fastenbrechen meist drei Tage. Schon während der letzten Ramadantage bereiten meist die Frauen reichhaltige Speisen, Süßes und Genüsse aller Art vor, denn der erste Tag des Ramadanfests ist gleichzeitig sein Höhepunkt.

Viele Moslems fahren in dieser Zeit nach Hause zu den Eltern, denn das Ende der Fastenzeit ist zugleich ein Familienfest. Es wird reichhaltig gegessen. Morgens werden Festgebete gesprochen und es wird eine Abgabe an die Armen geleistet (Zakat), mit der sich Moslems von den während des Ramadan begangenen Sünden durch eine gute Tat freikaufen können.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • eigene Recherchen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Dieser Oversize-Blazer sorgt für ein stilsicheres Auftreten
zu ESPRIT
Anzeige
Black Deals: XXL-Rabatte auf Audio-Highlights!
Zum Lautsprecher Teufel Shop
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018