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Düsseldorfer Tabelle 2020: So viel Kindesunterhalt ist zu zahlen

Laut Düsseldorfer Tabelle  

So viel Kindesunterhalt ist 2020 zu zahlen

12.01.2020, 13:57 Uhr | dpa, cch, sah, t-online

Düsseldorfer Tabelle 2020: So viel Kindesunterhalt ist zu zahlen. Kindesunterhalt: Wie viel Unterhalt jemand seinem Kind zahlen muss, regelt die Düsseldorfer Tabelle. (Quelle: imago images/Eibner)

Kindesunterhalt: Wie viel Unterhalt jemand seinem Kind zahlen muss, regelt die Düsseldorfer Tabelle. (Quelle: Eibner/imago images)

Die Düsseldorfer Tabelle regelt die Unterhaltssätze, die Trennungskinder erhalten. Die Mindestsätze sind zum 1. Januar 2020 gestiegen.

Schon seit Januar 2017 müssen getrennt lebende Väter oder Mütter ihren Kindern mehr Unterhalt zahlen. Zum 1. Januar 2018 und 2019 stiegen die Bedarfssätze erneut. Und auch 2020 sind sie noch einmal hochgegangen; Trennungskinder haben zum Jahreswechsel bundesweit Anspruch auf mehr Geld.

Diesmal wurde auch der Unterhalt für Kinder über 18 Jahren erhöht, was im vergangenen Jahr nicht der Fall war. Am 1. Januar 2020 trat die neue "Düsseldorfer Tabelle" in Kraft, wie das Oberlandesgericht in Düsseldorf mitteilt. Die Unterhaltssätze stiegen je nach Alter des Kindes und Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen um zwei bis 34 Euro im Monat.

Einkommensklassen bleiben unverändert

Die Einkommensklassen blieben diesmal erneut unangetastet, sodass für die meisten Haushalte, in denen Trennungskinder leben, trotz Anrechnung des Kindergeldes tatsächlich ein paar Euro mehr herausspringen dürften. Die Unterhaltspflichtigen müssen entsprechend mehr berappen. Ausnahme: Wird der sogenannte Mindestbehalt des Unterhaltspflichtigen überschritten, muss der Staat einspringen und aufstocken.

Die "Düsseldorfer Tabelle" gibt es seit 1962. Sie regelt bundesweit Unterhaltsansprüche für Millionen Trennungskinder und wird in Abstimmung mit den Familiensenaten der anderen Oberlandesgerichte und dem Deutschen Familiengerichtstag erstellt. Die "Düsseldorfer Tabelle" selbst hat keine eigene Gesetzeskraft, sie ist vielmehr als Richtlinie zu betrachten. Sie wird aber von den Gerichten bei einer Unterhaltsberechnung akzeptiert.

So viel Unterhalt müssen Sie 2020 zahlen

Der Mindestunterhalt beträgt seit dem 1. Januar 2020 für Kinder im Alter bis fünf Jahre 369 Euro statt bislang 354 – ein Plus von 15 Euro. Das gilt für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1.900 Euro Nettoeinkommen.

Für Kinder der zweiten Altersstufe (sechs bis elf) sind es 424 Euro statt bisher 406 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (zwölf bis 17) 497 Euro statt bisher 476 Euro. Zwölf- bis 17-Jährige in der oberen Einkommensgruppe von 5.101 bis 5.500 Euro netto erhalten 796 statt bisher 762 Euro.

Unterhaltsrechner: Hier können Sie berechnen, wie viel Unterhalt Sie zahlen müssen.

Düsseldorfer Tabelle 2020

Das sind die Unterhaltssätze für 2020 (Altersstufen in Jahren, Unterhalt in Euro):

Einkommensstufen (Netto)0-56-1112-17volljährigBedarfskontrollbetrag
bis 1.900 Euro369424497530960/1.160
1.901-2.3003884465225571.400
2.301-2.7004064675475831.500
2.701-3.1004254885726101.600
3.101-3.5004435095976361.700
3.501-3.9004735436376791.800
3.901-4.3005025776767211.900
4.301-4.7005326117167642.000
4.701-5.1005616457568062.100
5.101-5.5005916797968482.200
ab 5.501 Euro nach
den Umständen des Falles

Die Düsseldorfer Tabelle 2020 als PDF-Datei finden Sie hier.

Kindesunterhalt für volljährige Trennungskinder

Für volljährige Trennungskinder steigen die Sätze nur gering: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Allerdings waren sie 2018 und 2019 völlig unverändert geblieben. Der Bedarfssatz von Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro.

Unterhalt und Kindergeld

Das Kindergeld wird bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang auf den Unterhaltsbedarf angerechnet.

Seit Juli 2019 erhalten Familien 204 Euro im Monat für das erste und zweite Kind. Für ein drittes Kind gibt es 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 235. Die nächste Erhöhung des Kindergeldes steht am 1. Januar 2021 an.

Beispiel: Der Mindestunterhalt in der ersten Altersstufe beträgt 369 Euro. Davon ist das halbe Kindergeld abzuziehen. Dieses beträgt derzeit für das erste Kind 204 Euro. Davon wird die Hälfte angesetzt, also 102 Euro. Der Zahlbetrag für den Unterhaltspflichtigen beläuft sich damit auf 267 Euro (369 Euro – 102 Euro).

Alles über das Kindergeld 2020 finden Sie hier.

Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige 2020

Wie viel Unterhaltspflichtige von ihrem Einkommen behalten dürfen, ist ebenfalls geregelt. Erstmals seit 2015 hat sich 2020 der sogenannte Selbstbehalt geändert, der dem Unterhaltspflichtigen zusteht. Der Selbstbehalt von nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen steigt von 880 auf 960 Euro, der von Erwerbstätigen von 1.080 auf 1.160 Euro – ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro.

Der Selbstbehalt kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind. Der Selbstbehalt gegenüber Unterhaltsansprüchen von Eltern steigt von bisher 1.800 Euro auf 2.000 Euro.

Unterhaltspflichtig gegenüber...Selbstbehalt
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger erwerbstätig1.160 Euro
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger nicht erwerbstätig960 Euro
anderen volljährigen Kindern1.400 Euro
Ehegatten oder Mutter/Vater eines nichtehelichen Kindes1.280 Euro
eigenen Eltern2.000 Euro

In den 1.160 beziehungsweise 960 Euro Selbstbehalt sind bis 430 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung enthalten.

So wurden 2018 die Einkommensgruppen angehoben

2018 sind erstmals seit zehn Jahren die Einkommensgruppen angehoben worden. Die Tabelle beginnt seit dem mit einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1.900 Euro statt zuvor bis 1.500 Euro und endet bei 5.500 Euro statt zuvor bei 5.100 Euro. Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro.

Die Anhebung der Einkommensgruppen wirkte sich auf die Höhe des zu zahlenden Unterhalts aus – weil viele Unterhaltspflichtige mit der seit 2018 geltenden Tabelle in eine niedrigere Einkommensklasse rutschten. Das bedeutete gleichzeitig geringere Unterhaltssätze.

Beispiel: Ein Unterhaltspflichtiger hat ein Nettoeinkommen von rund 2.200 Euro. Für ein vierjähriges Kind betrug der empfohlene Unterhalt 2017 377 Euro. 2018 waren es nur 366 Euro, 2019 372 Euro.

Wer erhält die Unterhaltszahlungen?

Leben die Eltern getrennt und das Kind ist noch nicht volljährig, muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, dem anderen Elternteil die Unterhaltszahlungen leisten. Bei einem Kind, das über 18 Jahre alt ist und sich in der Ausbildung oder im Studium befindet, sind beide Elternteile zum Unterhalt verpflichtet. Das erwachsene Kind bekommt in diesem Fall selbst die Unterhaltszahlung. Wohnt es noch bei einem Elternteil, kann sich die Mutter oder der Vater die Kosten der Wohnung und der Verpflegung anrechnen lassen.

Düsseldorfer Tabelle 2019

Zum Vergleich sehen Sie hier die Unterhaltssätze für 2019 (Altersstufen in Jahren, Unterhalt in Euro):

Einkommensstufen (Netto)0-56-1112-17volljährigBedarfskontrollbetrag
bis 1.900 Euro354406476527880/1.080
1.901-2.3003724275005541.300
2.301-2.7003904475245801.400
2.701-3.1004084675486071.500
3.101-3.5004254885726331.600
3.501-3.9004545206106751.700
3.901-4.3004825536487171.800
4.301-4.7005105856867591.900
4.701-5.1005396187248022.000
5.101-5.5005676507628442.100
ab 5.501 Euro nach
den Umständen des Falles


Verwendete Quellen:

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