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Deutschland: In diesen Bundesländern steht es um Kinderrechte am schlechtesten

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In diesen Bundesländern steht es um Kinderrechte am schlechtesten

04.12.2019, 11:10 Uhr | cch, t-online

Deutschland: In diesen Bundesländern steht es um Kinderrechte am schlechtesten. Kinderzeichnung mit Kreide: Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 verabschiedet. Sie gilt als das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrumentarium für Kinder. (Quelle: Getty Images/Nenadpress)

Kinderzeichnung mit Kreide: Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 verabschiedet. Sie gilt als das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrumentarium für Kinder. (Quelle: Nenadpress/Getty Images)

Angemessener Lebensstandard, Gesundheit, Bildung, Beteiligung und Freizeit – jedes Kind sollte Zugang zu diesen Dingen haben. Eine Analyse zeigt aber: Nicht in jedem Bundesland sind diese Kinderrechte überzeugend umgesetzt.

In Hessen und dem Saarland werden Kinderrechte im bundesweiten Vergleich am schlechtesten umgesetzt. Das geht aus einer Studie des Deutschen Kinderhilfswerkes hervor. Demnach sind in diesen Bundesländern von den fünf untersuchten Kinderrechten jeweils vier unzureichend umgesetzt. Niedersachsen und Schleswig-Holstein hingegen schneiden beim Thema Kinderrechte am besten ab. Sie realisieren vier der Kinderrechte besonders gut.

Für den Kinderrechte-Index wurde die Umsetzung von fünf Kinderrechten, die sich aus der UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ableiten, genauer angesehen:

  • das Recht auf Beteiligung
  • das Recht auf Gesundheit
  • das Recht auf angemessenen Lebensstandard
  • das Recht auf Bildung
  • das Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung

Diese Bundesländer schneiden überdurchschnittlich ab:

1. Niedersachsen und Schleswig-Holstein schneiden jeweils bei der Umsetzung von vier der fünf untersuchten Kinderrechte überdurchschnittlich ab. Die anderen Rechte (in Niedersachsen das Recht auf Beteiligung, in Schleswig-Holstein das Recht auf Gesundheit) erfüllen sie durchschnittlich.

2. Brandenburg und Rheinland-Pfalz sind bei der Umsetzung von drei der fünf untersuchten Kinderrechte überdurchschnittlich. In Brandenburg sind das die Rechte auf Beteiligung, auf Bildung, auf Ruhe und Freizeit. In Rheinland-Pfalz sind es ebenfalls die beiden zuletzt genannten sowie das Recht auf Gesundheit.

3. Sachsen schneidet bei zwei Zuordnungen überdurchschnittlich ab (Recht auf Bildung und Recht auf angemessenen Lebensstandard). Bei zwei weiteren Kinderrechten verpasste das Bundesland nur knapp die überdurchschnittliche Bewertung.

Diese Bundesländer schneiden durchschnittlich ab:

4. Bayern hat die Kinderrechte auf Gesundheit, auf einen angemessenen Lebensstandard und auf Ruhe und Freizeit überdurchschnittlich gut verwirklicht. Beim Recht auf Bildung fällt die Bewertung der Umsetzung durchschnittlich aus. Das Recht auf Beteiligung hingegen ist in dem Bundesland unterdurchschnittlich realisiert.

5. Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen schneiden jeweils bei einem Recht überdurchschnittlich, bei zweien durchschnittlich und bei zweien unterdurchschnittlich ab.

6. Berlin landet bei vier Rechten in der durchschnittlichen Bewertung. Das Recht auf Beteiligung ist laut den Studienautoren unterdurchschnittlich umgesetzt.

Diese Bundesländer schneiden unterdurchschnittlich ab:

7. Sachsen-Anhalt schneidet in drei Bereichen durchschnittlich ab: beim Recht auf Beteiligung, Recht auf Bildung und Recht auf Ruhe und Freizeit. Die anderen beiden Rechte sind unterdurchschnittlich umgesetzt.

8. Hamburg ist überdurchschnittlich in der Realisation der Kinderrechte auf Beteiligung und Gesundheit. In den übrigen Kategorien wurde die Umsetzung als unterdurchschnittlich bewertet.

9. Hessen und das Saarland bilden die Schlusslichter. Sie erzielen jeweils bei vier von fünf untersuchten Kinderrechten unterdurchschnittliche Ergebnisse.

Kinderrechte-Index: So schneiden die Bundesländer im Vergleich ab. (Quelle: t-online.de)Kinderrechte-Index: So schneiden die Bundesländer im Vergleich ab. (Quelle: t-online.de)

Kinderrechte: Hier haben die Bundesländer ihre Stärken

  • Das Recht auf Beteiligung setzen laut der Pilotstudie Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein am besten um.
  • Das Recht auf Gesundheit, das im Kinderrechte-Index den Zugang zum Gesundheitssystem, Prävention und Gesundheitsförderung umfasst, realisieren Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz vergleichsweise am besten.
  • Das Recht auf angemessenen Lebensstandard als eine Voraussetzung für die gute körperliche, geistige, seelische und soziale Entwicklung des Kindes ist in Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein vergleichsweise am besten umgesetzt.
  • Bei der Verwirklichung des Rechts auf Bildung auf der Grundlage der Chancengleichheit sowie der Umsetzung von Bildungsinhalten und -zielen schneiden Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen überdurchschnittlich ab.
  • Das Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung als ein entscheidendes Kriterium für die Qualität der Kindheit, für eine optimale Entwicklung und für die Förderung der Widerstandsfähigkeit, beachten Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vergleichsweise am meisten.

"Der Kinderrechte-Index zeigt deutlich, dass wir bei den Kinderrechten noch immer vor großen ungelösten Herausforderungen stehen", sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. "30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention stehen wir in Deutschland im Hinblick auf Kinderrechte vor einem föderalen Flickenteppich. Dabei zeigt der Kinderrechte-Index ganz deutlich, dass die Umsetzung der Kinderrechte an vielen Stellen keine alleinige Frage der Kassenlage, sondern des politischen Willens ist."



Der Kinderrechte-Index des Deutschen Kinderhilfswerkes basiert auf einem Methodenmix. Auf der Grundlage von bereits verfügbaren öffentlichen Daten und Datenerhebungen wurden 64 Kinderrechte-Indikatoren gebildet. Das Deutsche Kinderhilfswerk führte hierfür eigene Analysen zu Rahmenbedingungen wie Gesetzen, Institutionen und Netzwerken, schriftliche Befragungen verschiedener Landesministerien sowie Umfragen unter Kindern und Eltern durch.

Das Deutsche Kinderhilfswerk will durch die Darstellung der Umsetzung von Kinderrechten politische Entscheidungsträger erreichen, die für Strategien zur Umsetzung von Kinderrechten verantwortlich sind.


Verwendete Quellen:
  • Deutsches Kinderhilfswerk: "Kinderrechte-Index. Die Umsetzung von Kinderrechten in den deutschen Bundesländern – eine Bestandsanalyse 2019"
  • Pressemitteilung zum Kinderrechte-Index

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