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Sternenhimmel im Januar 2021: Dieser seltene Planet ist am Himmel zu sehen

Die Sterne für Januar 2021  

Dieser seltene Planet ist Ende Januar am Himmel zu sehen

01.01.2021, 16:26 Uhr | dpa

Sternenhimmel im Januar 2021: Dieser seltene Planet ist am Himmel zu sehen. Orion-Gürtel: Betelgeuze oder Alpha Orionis gehört zu den hellsten Sternen am Firmament. (Quelle: Getty Images/Ismail CELEBI)

Orion-Gürtel: Betelgeuze oder Alpha Orionis gehört zu den hellsten Sternen am Firmament. (Quelle: Ismail CELEBI/Getty Images)

Für Sternenfreunde hat der Winter viel zu bieten – es sind deutlich mehr Sterne am Nachthimmel zu sehen als zu anderen Zeiten des Jahres. Allen voran Orion, das Leitsternbild des Winterhimmels.

Gegen Ende letzten Jahres hat der Riesenplanet Jupiter den Ringplaneten Saturn im Sternbild Steinbock überholt. Die beiden großen Planeten verabschieden sich nun vom Abendhimmel. In den ersten Januartagen kann man beide noch in der fortgeschrittenen Abenddämmerung tief im Südwesten erspähen. Am 24. trifft Saturn und am 29. Jupiter mit der Sonne zusammen. Die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems halten sich am Taghimmel auf und bleiben nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. Mitte März tauchen Jupiter und Saturn wieder am Morgenhimmel auf.

Seltener Planet Ende Januar zu sehen

Der schwierig und selten zu sehende Merkur zeigt sich in der zweiten Januarhälfte in der Abenddämmerung. Am günstigsten ist der sonnennächste Planet vom 19. bis 25. knapp über dem Westhorizont zu sehen. Bald nach 18 Uhr wird er in den dichten Dunstschichten am Horizont unsichtbar. Am 11. zieht der flinke Planet an Jupiter vorbei. Mit einem Fernglas sind beide Planeten gegen 17 Uhr im Südwesten zu erkennen.

Mars ist Planet der ersten Nachthälfte. Aus der zweiten zieht sich der rötlich-gelbe Planet allmählich zurück. Zwar nimmt seine Helligkeit weiter ab, da sich die Erde von ihm entfernt. Mars zählt dennoch zu den hellsten Gestirnen am Nachthimmel. Zu Jahresbeginn trennen uns 134 Millionen Kilometer vom Mars, dies entspricht einer Lichtlaufzeit von sieben Minuten und 27 Sekunden. Das Sternbild Fische verlässt der äußere Nachbarplanet der Erde und wechselt in das Sternbild Widder. Am 21. erhält Mars Besuch vom zunehmenden Halbmond, der weit südlich am roten Planeten vorbeizieht.

Venus eröffnet den Jahresreigen als Morgenstern. Allerdings ist unser innerer Nachbarplanet nicht mehr sehr auffällig. In der Morgendämmerung kann man Venus gegen 7.30 Uhr knapp über dem Südosthorizont sehen. Ende Januar zieht sich Venus vom Morgenhimmel zurück und wird unsichtbar. Im Mai beginnt Venus ihre Abendsternperiode. Bis über das Jahresende hinaus bleibt Venus am Abendhimmel sichtbar.

Bis zu 100 Sternschnuppen in einer Stunde

Die Sternschnuppen der Quadrantiden flammen von Jahresbeginn bis etwa 10. Januar auf. Sie scheinen dem Sternbild Bootes zu entströmen. Der Bootes wurde einst als Sternbild Mauerquadrant angesehen, daher der Name für diesen Meteorstrom. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht. In den Morgenstunden des 3. sind die meisten Meteore dieses Stromes zu erwarten, nämlich rund 80 bis 100 Exemplare pro Stunde. Allerdings stört diesmal das Licht des abnehmenden Mondes. Möglicher Ursprungskomet der Quadrantiden ist 96P/ Machholz. Am Abendhimmel sind nur relativ wenige Sternschnuppen zu sehen.

Der Mond kommt am 13. um 6 Uhr in Neumondposition, wobei er sich im Sternbild Schütze befindet. Am 9. trennen ihn in Erdnähe 367.390 Kilometer von uns. In der Nacht vom 23. auf 24. passiert er das Goldene Tor der scheinbaren Sonnenbahn. Es wird von den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden im Stier gebildet. Am 28. tritt exakt um 20.16 Uhr die Vollmondphase ein. Die hell glänzende Vollmondscheibe hält sich im Sternbild Krebs auf und überstrahlt die lichtschwachen Sterne des Krebses. Am 21. kommt der Mond mit 404.360 Kilometer in Erdferne.

Sternenhimmel über Brandenburg (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)Teil der Milchstraße: Um die Milchstraße zu sehen, sind sehr gute Beobachtungsbedingungen nötig. Im Januar stehen die Chancen gut. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)

Hellster Fixstern des Himmels 

Der Winterhimmel weist abends die meisten hellen Sterne auf. In keiner anderen Jahreszeit ist das abendliche Sternenzelt so reich bestückt an Glanzlichtern. Blickt man fast senkrecht nach oben, so entdeckt man einen hellen, gelblichen Stern. Er wird Kapella genannt und ist der hellste Stern in Fuhrmann, dem Erbauer des Himmelswagens.

Halbhoch im Süden steht Orion, der Himmelsjäger. Der Orion ist das Leitsternbild des Winterhimmels. Er ist leicht zu erkennen: Zwei Sterne bilden die Schultern, drei in einer geraden Linie stehende Sterne markieren den Gürtel und zwei Sterne deuten die Füße an. Die beiden hellsten Sterne im Orion sind der rötliche Schulterstern Betelgeuze und der bläulich-weiße Fußstern Rigel.

Im Südosten strahlt Sirius als hellster Fixstern des Himmels und Hauptstern im Großen Hund. Ein wenig höher leuchtet Prokyon im Kleinen Hund. Prokyon ist die griechische Bezeichnung für "Vorhund", denn Prokyon geht in unseren Breiten vor Sirius auf. Sirius und Prokyon sind relativ nahe Sonnen. Sie gehören zu den unmittelbaren Nachbarn unserer Sonne. Sirius ist knapp neun und Prokyon etwas mehr als elf Lichtjahre von der Erde entfernt. Beide Hundssterne besitzen je einen weißen Zwergstern als Begleiter. Weiße Zwerge sind ausgebrannte Sterne am Ende ihrer Existenz.

Roter Überriesenstern zeigt sich

Besonderes Augenmerk gilt dem rötlichen Schulterstern Betelgeuze im Orion, nachdem er im letzten Winter einen Schwächeanfall hatte. Betelgeuze oder Alpha Orionis gehört zu den hellsten Sternen am Firmament und zählt zu den roten Überriesensternen, deren Helligkeit seit Menschengedenken leichten Schwankungen unterliegt. Doch letzten Winter sorgte Betelgeuze für Schlagzeilen. Seine Helligkeit ging deutlich zurück, wie man es bis dato noch nie beobachtet hatte. Angeblich stünde seine Explosion kurz bevor. Betelgeuze würde als Supernovadetonation so hell strahlen wie der Vollmond, allerdings punktförmig.

Selbst am Taghimmel wäre dieser rote Überriesenstern als heller, weißer Lichtpunkt dann zu sehen. Betelgeuze, deren Entfernung zu 640 Lichtjahren bestimmt wurde, pulsiert. Der Sternenriese bläht sich auf und schrumpft wieder. Diese Instabilität ist ein Zeichen für sein nahes Ende. Letztes Jahr hat er eine Rußwolke ausgestoßen, die ihn einige Monate verdunkelt hat. Schon wurde das baldige Ende von Betelgeuze in einer gewaltigen Explosion prognostiziert. Kein Zweifel, das spektakuläre Ende von Betelgeuze steht kurz bevor. Demnächst ist eine Supernovadetonation zu erwarten.

Doch was heißt "demnächst"? Kosmisch gesehen kann dies 100.000 Jahre bedeuten. Vielleicht flammt Betelgeuze "schon" in tausend Jahren auf. Das an kosmischen Superspektakeln interessierte Publikum wird sich noch gedulden müssen. Tausend Jahre sind im Leben eines Sternes, das viele Millionen und Milliarden Jahre währt, ein kurzer Augenblick.

Vielleicht ist Betelgeuze bereits explodiert und die Botschaft ist auf dem über 600 Jahre langen Weg zu uns. Dann mag schon in hundert Jahren Betelgeuze am irdischen Himmel aufleuchten. Möglicherweise aber bereits schon morgen. Niemand weiß es. Alle interessierten Zeitgenossen sind aufgerufen, Betelgeuze zu beobachten. Dazu sind keine Teleskope oder Ferngläser erforderlich – freie Augen reichen aus.

Betelgeuse: Der Stern soll etwa 640 Lichtjahre von der Erde entfernt sein. (Quelle: imago images/StockTrek Images)Betelgeuse: Der Stern soll etwa 640 Lichtjahre von der Erde entfernt sein. (Quelle: StockTrek Images/imago images)

Sonnenaktivitätsperiode beginnt

Am 2. passiert die Erde ihren sonnennächsten Bahnpunkt am frühen Nachmittag. Sie ist dann 147 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Diese Strecke überbrückt das Sonnenlicht in acht Minuten und zehn Sekunden. Anfang Juli dauert es 17 Sekunden länger, bis das Sonnenlicht die Erde erreicht.

Mehr als zwei Jahre war die Sonne fast fleckenlos. Nun beginnt der 25. Zyklus der elfjährigen Sonnenaktivitätsperiode. Eine erste Sonnenfleckengruppe mit einem großen Einzelfleck ist auf der Sonne aufgetaucht.

Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 19. verlässt sie abends das Sternbild Schütze und wechselt in das Sternbild Steinbock. Nur zwei Stunden später tritt sie in das Tierkreiszeichen Wassermann. Die Tage werden im Januar rund eineinviertel Stunden länger, die Mittagshöhen der Sonne nehmen um fast sechs Grad zu.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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