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Das sind die häufigsten Parasiten bei Kindern

t-online, Nicola Wilbrand-Donzelli

Aktualisiert am 17.11.2016Lesedauer: 5 Min.
Kinder sind f√ľr Parasitenbefall besonders anf√§llig.
Kinder sind f√ľr Parasitenbefall besonders anf√§llig. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Parasiten

"Vorsicht L√§usebefall": Diese Warnung auf Infotafeln in Kinderg√§rten ist nichts Ungew√∂hnliches. Die meisten Eltern haben schon einmal den Kampf gegen die kleinen Tierchen f√ľhren m√ľssen, die sich bevorzugt auf Kinderk√∂pfen niederlassen. Dass gerade Kindergartenknirpse und Grundsch√ľler L√§use bekommen, liegt auch daran, dass die blutsaugenden L√§use bei ihnen besonders gute Lebensbedingungen vorfinden. Denn die Kinder stecken beim Spielen gerne die K√∂pfe zusammen.

Läuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun

Die meisten V√§ter und M√ľtter wissen jedoch: Wenn sich eine L√§useinvasion ausbreitet, hat das nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. "Wir haben da mittlerweile Routine", berichtet Carola, deren f√ľnfj√§hrige Zwillinge die Kita Murmelkiste in der N√§he von Frankfurt besuchen.

"Auch wenn man die fiesen Parasiten noch nicht an den eigenen Kindern entdeckt hat, spulen wir bei Alarm in der Kita trotzdem vorsorglich immer das ganze Programm ab, von der genauen Inspektion mit dem Nissenkamm, √ľber die mehrfache Haarw√§sche mit dem L√§usemittel aus der Apotheke, bis hin zum Wechseln der Bettw√§sche und dem Verpacken von M√ľtzen, Schals und Kuscheltieren in luftdichte Plastikt√ľten."

Zecken haben bevorzugte Saugstellen

Weit mehr gef√ľrchtet als L√§use sind Zecken. Sie treten auf ihrem Wirt zwar nicht in gro√üen Populationen auf, k√∂nnen aber mit ihrem Biss FSME-Viren und Borreliose-Bakterien √ľbertragen. In der Kita Murmelkiste geht man diesbez√ľglich kein Risiko ein. Hier gilt ein Pr√§ventionsprogramm, das alle Familien zuverl√§ssig befolgen: Sobald die w√§rmere Jahreszeit anbricht und Ausfl√ľge in den Wald gemacht werden, m√ľssen die Kinder schon morgens zu Hause mit Zeckenmittel eingerieben werden.

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Aber auch feste Schuhe und den K√∂rper bedeckende, helle Kleidung k√∂nnen die Knirpse vor diesen Blutsaugern sch√ľtzen, die meist auf hohem Gras oder in feuchtem Laub sitzen und auf vorbeikommende "Ern√§hrer" warten. Zum Vorsorge-Standard sollte ebenso geh√∂ren, den Nachwuchs abends nach Zecken zu untersuchen: Bevorzugte Saugstellen sind am Kopf und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beiden und in den Kniekehlen.

Hat sich tatsächlich eine Zecke festgebissen, sollte diese möglichst zeitnah mit der Pinzette oder einem speziellen Zeckeninstrument entfernt werden und die Wunde anschließend desinfiziert werden. Erwischt man aber nicht das ganze Tier oder quetscht es, besteht das Risiko, dass Krankheitserreger ins Blut geraten. Dann ist der Gang zum Arzt das Beste.

Bei einem Drittel aller Kinder ist der Wurm drin

Zu den Parasiten, die als besonders eklig empfunden werden, geh√∂ren W√ľrmer. Vor allem Kinder zwischen dem f√ľnften und zehnten Lebensjahr werden von diesen l√§stigen Darmbewohnern heimgesucht. Dazu z√§hlen Band- oder Spulw√ľrmer, aber vor allem auch die verbreiteten Madenw√ľrmer, von denen etwa 30 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe schon einmal befallen waren.

Warum diese ungebetenen G√§ste ausgerechnet zu den ganz Jungen kommen, liegt auf der Hand: Kinder fassen gerne alles an, egal ob etwas auf der Stra√üe, im Sandkasten oder in der Wiese liegt. Sie spielen bedenkenlos mit Sand und Erde, streicheln Tiere oder begutachten Dinge, die auf dem Boden liegen und stecken danach unbewusst die Finger in den Mund. Dabei kann es passieren, dass sie kleine W√ľrmer, deren Larven oder Eier verschlucken, die sich dann im Darm innerhalb weniger Stunden vermehren.

Starker Juckreiz am Po ist ein Indiz f√ľr Madenw√ľrmer

Bemerkbar machen sich die unappetitlichen Besucher durch den starken Juckreiz, den sie ausl√∂sen. Denn vor allem nachts, so beschreibt es der Berufsverband der Kinder- und Jugend√§rzte auf seiner Webseite, kriechen die weiblichen W√ľrmer aus dem After und legen zigtausende Eier in die Umgebung des Darmausgangs."Das Kind kratzt dann und fasst sich bei der n√§chsten Gelegenheit wieder in den Mund. So gelangen die jungen W√ľrmer abermals in den Magen-Darm-Trakt. Diese permanent wiederholte Ansteckung h√§lt den Wurmbefall aufrecht".

Zudem sind die etwa einen Zentimeter langen Madenw√ľrmer, die wei√üem Garn √§hneln und deshalb auch Fadenw√ľrmer genannt werden, unter Umst√§nden auch im Kot sichtbar. H√§ufig bleibt dieser Wurmbefall auch unbemerkt, da durch ihn nur selten Krankheitssymptome ausgel√∂st werden. Meist seien die Kinder dann, so die Experten von "Kinder√§rzte im Netz", nur ger√§dert und unkonzentriert, weil sie durch das intensive Jucken nicht gut schliefen.

√Ąhnliche Erfahrungen machte auch Diana, ebenfalls Mutter eines der Kinder der Murmelkiste-Kita. Sie wurde erst auf das Problem aufmerksam, als ihr vierj√§hriger Sohn beim Essen nicht mehr ruhig sitzen konnte und st√§ndig auf dem Stuhl hin und her rutschte. "Der Po war schon knallrot", erinnert sich Diana. "Als mein Kleiner dann auch noch nachts anfing sich dauernd zu kratzen, riet mir eine Freundin, ich soll doch mal den Tesa-Film-Test am Anus machen. Und siehe da. Es blieben Miniatur-Eier an der Folie kleben. Die habe ich dann auch mit einer Lupe im Schlafanzug und auf dem Bettlaken entdeckt."

Band- und Spulw√ľrmer k√∂nnen richtig krank machen

Etwas auff√§lliger sind die Symptome bei Bandw√ľrmern, die bis zu zehn Meter lang werden k√∂nnen und mit der Nahrung, bevorzugt mit Fleischprodukten, aufgenommen werden, wenn diese zum Beispiel nicht ganz durchgegart verzehrt werden. Zu einem Befall kann es aber auch kommen, wenn Kinder infizierte Tiere streicheln. Die 20 bis 40 Zentimeter langen Spulw√ľrmer werden dagegen oft durch schmutziges Fallobst oder rohes, ungewaschenes Gem√ľse beziehungsweise Fr√ľchte √ľbertragen. Die Eier entwickeln sich dabei im D√ľnndarm, bis sie zu Larven werden und sich schlie√ülich innerhalb von zwei Monaten zu eierlegenden W√ľrmern entwickeln.

Bei diesen größeren Parasiten zeigen Kinder häufig eher allgemeines Unwohlsein, verbunden mit Blässe, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Durchfall oder Bauchkrämpfen. Speziell beim Spulwurm kann es auch zu Beschwerden in den Atemwegen und an der Leber kommen. Wenn besonders viele Schmarotzer im Körper seien, könne es laut "Kinderärzte im Netz" im Extremfall auch zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss kommen.

Wurmkur f√ľr die ganze Familie

Haben Eltern den ernsten Verdacht, dass sich in ihrem Kind W√ľrmer eingenistet haben, muss zun√§chst der Kinderarzt durch Stuhlproben oder einen Analabstrich mittels des Tesa-Film-Tricks feststellen, welcher ungeliebte Untermieter sich im Darm ausbreitet. Manchmal wird auch der Schmutz unter den Fingern der Kinder unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob Wurmeier vorhanden sind. Ist der Befund schlie√ülich positiv, steht eine medikament√∂se Wurmkur in Form von Tabletten oder S√§ften an, bei der die Parasiten abget√∂tet werden. Auch Familienmitglieder sollten sich dann dieser Behandlung unterziehen, da die Ansteckungsgefahr im selben Haushalt hoch ist.

Die Therapie dauert f√ľr gew√∂hnlich einige Tage und wird bei schwerem Befall oftmals nach kurzer Pause wiederholt. Das ist gerade bei Madenw√ľrmern wichtig, da sie sich sehr schnell vermehren. Auch Einl√§ufe mit Wasser k√∂nnten grunds√§tzlich gegen W√ľrmer helfen, da die Darmgegend auf diese Weise regelrecht ausgesp√ľlt werde, so die Expertenempfehlung.

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Parasiten vorbeugen

Damit es erst gar nicht zu Wurmerkrankungen bei Kindern kommt, ist es wichtig, dass in der Familie ausreichend auf Hygienemaßnahmen geachtet wird. Dazu zählt:

  • Regelm√§√üig H√§nde waschen, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang.
  • M√∂glichst nie ungewaschene Finger oder Gegenst√§nde in den Mund nehmen.
  • Bei Kindern darauf achten, dass sie sich im Po-Bereich immer gr√ľndlich waschen.
  • Fingern√§gel der Kinder kurz halten, darunter k√∂nnen sich Wurmeier ablagern.
  • H√§ufiger Wechsel von Bettw√§sche und Schlafanzug.
  • Obst und Gem√ľse immer gr√ľndlich waschen.
  • Tiere, die im selben Haushalt leben, regelm√§√üig entwurmen.
  • Spielzeug, das auch im Freien genutzt wird, h√§ufiger reinigen.
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