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Fruchtbarkeit bei Frauen: Ab wann tickt die biologische Uhr?

Kinderwunsch  

Ab wann tickt die biologische Uhr?

Ann-Kathrin Landzettel

09.11.2020, 10:18 Uhr
Fruchtbarkeit bei Frauen: Ab wann tickt die biologische Uhr?. Eine Frau schaut auf einen Schwangerschaftstest: Ab 30 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen ab. Mit dem Kinderwunsch wird es dann möglicherweise schwerer. (Quelle: Getty Images/ PeopleImages)

Eine Frau schaut auf einen Schwangerschaftstest: Ab 30 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen ab. Mit dem Kinderwunsch wird es dann möglicherweise schwerer. (Quelle: PeopleImages/Getty Images)

Fertig studieren und dann erst mal im Beruf ankommen: Viele Paare sind um die 30 Jahre oder älter, bis der Zeitpunkt für die Familiengründung passt. Dann machen viele die Erfahrung, dass es mit der Schwangerschaft nicht so schnell klappt, wie erhofft. Ab welchem Alter die biologische Uhr tickt und worauf Paare dann achten müssen.

Lange Ausbildungszeiten und Schwierigkeiten in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie führen dazu, dass immer mehr Paare erst mit Ende 30 mit der Familienplanung starten. Allerdings müssen Paare dann damit rechnen, dass es mit der ersehnten Schwangerschaft nicht auf Anhieb klappt. Am fruchtbarsten sind Frauen zwischen 20 und 25 Jahren. Auch die Schwangerschaft ist dann am risikoärmsten.

Fruchtbarkeit bei Frauen: Mit 30 sinkt die Kurve rapide

Mit 30 nimmt die Fruchtbarkeit merklich ab. Unter anderem auch deshalb, weil Frauen ab Mitte 30 unter Umständen nicht mehr in jedem Zyklus einen Eisprung haben, da sich die Hormonsituation langsam verändert.

Bei Frauen, die ab dem 40. Lebensjahr schwanger werden möchten, liegt die Chance zwischen zehn und 30 Prozent, im Laufe eines Jahres schwanger zu werden. Ab dem 40 Lebensjahr sind nur noch wenige Tausend Eizellen vorhanden. Da diese Eizellen zum Teil altersbedingt beschädigt sein können, sinkt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden und auch das Risiko für Fehlbildungen steigt.

Risikoschwangerschaften: Ab welchem Alter?

Schwangerschaften bei werdenden Müttern ab 35 Jahren werden als sogenannte Risikoschwangerschaften eingestuft. Das heißt: Das Risiko für Komplikationen für Mutter und Kind sind höher als normalerweise. Allerdings beruhigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Die Einstufung als "Risikoschwangerschaft" bedeute nicht, dass zwangsläufig Komplikationen auftreten. Es sei eher so, dass die Schwangerschaft besonders sorgfältig überwacht werde und bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen oder Behandlungen notwendig seien.

Der Grund: Ab 35 Jahren nimmt das Risiko für frühe Fehlgeburten (Abort) zu. Der Embryo stirbt häufig schon in den ersten Tagen oder Wochen der Schwangerschaft ab. Als Ursachen nennt die BZgA vor allem Chromosomenstörungen oder Gendefekte, die verhindern, dass sich die befruchtete Eizelle weiterentwickeln kann. Zudem nimmt das Risiko für weitere Schwangerschaftsrisiken zu, darunter:

Die biologische Uhr beim Mann

Auch wenn Männer grundsätzlich bis ins hohe Lebensalter zeugungsfähig sind: Etwa ab 40 Jahren beginnt auch bei ihnen die biologische Uhr zu ticken. Der Testosteronspiegel sinkt allmählich und die Spermien-Qualität lässt nach: Es werden weniger Spermien gebildet und deren Befruchtungsfähigkeit nimmt ab. Eine britische Studie mit mehr als 600 Paaren, bei denen alle Partnerinnen jünger als 25 Jahre waren, hat gezeigt: War der Partner jünger als 40, betrug die Zeit bis zur Schwangerschaft etwa sieben Monate. War der Mann älter als 40 stieg diese Zeit bis auf das Dreifache.

Auch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen steigt mit dem Alter des Mannes. Medizinern zufolge ist das zunehmende Alter mit Veränderungen des Erbguts von Spermien verbunden, die dann auch in die DNA der Nachkommen weitervererbt werden. Generell raten Mediziner Paaren im fortgeschrittenen Alter, sich über mögliche Schwangerschaftsrisiken beraten zu lassen. Für manche Paare kann es eine Option sein, über das Einfrieren von Spermien nachzudenken.

Die Fruchtbarkeit im Zusammenhang mit einem gesunden Lebensstil

Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen. Wer Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol weitgehend meidet sowie körperlichen und emotionalen Stress möglichst reduziert, stärkt den Körper. Eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht spielen im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mitteilt, stellt Übergewicht beziehungsweise Adipositas vor der Schwangerschaft bei Frauen unter anderem ein Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Geburtskomplikationen dar. Bei bestehendem Untergewicht vor der Schwangerschaft steigt das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht. Aus diesen Gründen ist daher sowohl bei über- als auch untergewichtigen Frauen vor der Schwangerschaft eine Annäherung an das Normalgewicht wünschenswert.

Gesunde Ernährung vor und während der Schwangerschaft

Gesunde Ernährung ist das A & O für Fruchtbarkeit bei Frau und Mann ist.  Die DGE verweist auf Beobachtungsstudien, die ein geringeres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) bei einer Ernährung mit hoher Zufuhr an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und Fisch zeigen.

Die DGE empfiehlt außerdem explizit für Frauen mit Kinderwunsch vor und während der Schwangerschaft:

  • reichlich kalorienfreie Getränke zu trinken.
  • reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu verzehren.
  • tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, fettarmes Fleisch und fettarme Wurstwaren, fettreiche Meeres­fische und Eier in Maßen zu essen.
  • sparsam zu sein bei Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken und Snackprodukten sowie Fetten mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren (vor allem tierische Fette).
  • bevorzugt Pflanzenöle wie Raps- und Olivenöl zu verwenden.

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