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Mehl bei "Öko-Test": Vorsicht! Drei Produkte fallen durch – auch wegen Toxinen

Unter anderem wegen Toxinen  

Mehl im Test: Drei Produkte fallen durch

27.08.2020, 21:28 Uhr | cch, t-online

Mehl bei "Öko-Test": Vorsicht! Drei Produkte fallen durch – auch wegen Toxinen. Teig kneten: Fürs Backen eignet sich Weizenmehl besonders gut. (Quelle: Getty Images/VioletaStoimenova)

Teig kneten: Fürs Backen eignet sich Weizenmehl besonders gut. (Quelle: VioletaStoimenova/Getty Images)

Brot, Kuchen, Plätzchen – zum Backen ist Mehl unabdingbar. Doch welche Schadstoffe stecken in Mehl? "Öko-Test" hat 50 Produkte überprüft.

Meistens stecken in Mehl bedenkliche Inhaltsstoffe nur in Spuren, aber sie stecken drin. So zeigt es eine Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test" (09/2020), für die insgesamt 50 Mehle (Weizen-, Vollkorn- und Dinkelmehle) ins Labor geschickt wurden. Drei Viertel der getesteten Mehle schnitten "sehr gut" oder "gut" ab. Zehn Produkte landeten im Mittelfeld und drei fielen mit "Mangelhaft" oder "Ungenügend" durch den Test. Tendenziell schnitten die niedrig ausgemahlenen Mehle besser ab als die 1050er-Mehle und diese wiederum besser als die Vollkornmehle.

Glyphosat war in keinem der getesteten Mehle ein Problem. Dafür wies das Labor in drei Produkten andere besonders bedenkliche Pestizide nach: die bienengiftigen Verbindungen Cypermethrin, Deltamethrin und Pirimiphosmethyl. Vergleichsweise oft waren zudem Spuren des Wachstumsregulators Chlormequat zu entdecken.

Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte

Auch Mineralölbestandteile (MOSH/MOSH-Analoge) fanden die Tester häufig – in zwei Dritteln der Produkte. In der Regel waren sie aber nur in Spuren vorhanden, sodass "Öko-Test" die Belastung als "unterm Strich gering" bezeichnet. In drei Mehlen waren die Mineralölbestandteile aber in so "stark erhöhten" Mengen vorhanden, dass "Öko-Test" diese abwertete: im "Heimatsmühle Weizenmehl Type 550", "Spielberger Mühle Weizenmehl Type 1050 Demeter" und "Naturgut Bio Dinkelmehl Type 1050". MOSH können sich in verschiedenen Organen anreichern und haben in Tierversuchen zu Schäden an der Leber geführt.

In über 50 Prozent der getesteten Mehle fand das Labor zudem Schimmelpilzgifte. Besonders häufig kamen sie in den Vollkornmehlen vor. Das "Bio Mehl Weizen Vollkorn, Naturland" von Rewe wies den höchsten analysierten Gehalt an HT-2- und T2-Toxin auf – mit Abstand. Diese vor allem von Fusarien gebildeten Toxine wirken zellgiftig und schwächen das Immunsystem. Die Tester bewerteten das Mehl deshalb als "ungenügend". Das gleiche Urteil erhielt das "K-Bio Dinkelmehl Type 630" von Kaufland, das den höchsten Gehalt an Deoxynivalenol (DON) aufwies. In hohen Dosen – die in dem Mehl aber nicht erreicht wurden – kann DON Erbrechen und Durchfall auslösen.

"Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Type 1050" von Norma erhielt das Testergebnis "mangelhaft", da bei ihm einige Probleme zusammenkamen: Das Labor fand erhöhte Werte bei DON und Mineralölbestandteilen sowie einen Wirkverstärker und einen Wachstumsregulator in Spuren. "Öko-Test" sah letzteres besonders kritisch, da es sich bei dem Mehl um ein ökologisch erzeugtes Produkt handelt.

Diese Mehlsorten untersuchte "Öko-Test"

Insgesamt wurden 50 Mehle in unterschiedlichen Ausmahlgraden getestet: Weizenmehle der Typen 405, 550, 1050 und Weizen-Vollkorn sowie Dinkelmehle der Typen 630, 1050 und Dinkel-Vollkorn. 31 Mehle hatten Bio-Qualität, die Preise für ein Kilo reichten von 37 Cent bis zu 4,59 Euro. Alle Mehle wurden auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Schimmelpilze und Pestizide geprüft. In das Testurteil gingen gegebenenfalls noch weitere Mängel mit ein wie etwa das Vorhandensein von mehr als 0,01 mg/kg eines Wachstumsregulators in einem ökologisch erzeugten Produkt.

Das ausführliche Testergebnis können Sie in der September-Ausgabe von "Öko-Test" nachlesen.

Verwendete Quellen:
  • Testergebnisse "Öko-Test"

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