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"Bares fĂŒr Rares"-Experte weist VerkĂ€ufer zurecht

  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens

Aktualisiert am 26.05.2022Lesedauer: 3 Min.
"Bares fĂŒr Rares": Moderator Horst Lichter und Kunstkenner Albert Maier haben am Expertisentisch schon vieles erlebt.
"Bares fĂŒr Rares": Moderator Horst Lichter und Kunstkenner Albert Maier haben am Expertisentisch schon vieles erlebt. (Quelle: ZDF/Frank Dicks)
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Ein Rentner aus Iserlohn bietet ein Objekt bei "Bares fĂŒr Rares" an, mit dem er selbst nicht viel anfangen kann. Seine Preisvorstellung ist fĂŒr Kunstexperte Maier jedoch fast schon eine Frechheit.

"Das kann weg – aber vielleicht ist es ja auch Kunst", sagt Dietmar SchlĂŒter, der bei "Bares fĂŒr Rares" ein Stillleben verkaufen möchte, das einen Blumenstrauß zeigt. Der 71-JĂ€hrige aus Nordrhein-Westfalen hat zuvor aber noch eine Anekdote fĂŒr Moderator Horst Lichter. "In Iserlohn haben wir einen Autobahnparkplatz, der nach dir hĂ€tte benannt sein können: Leckerhorst", verkĂŒndet er.


Die Experten und HĂ€ndler von "Bares fĂŒr Rares"

"Bares fĂŒr Rares": Walter "Waldi" Lehnertz, Dr. Elisabeth "Lisa" NĂŒdling, Horst Lichter, Julian Schmitz-Avila, Christian Vechtel und David Suppes sind Teil der beliebten Trödelshow.
Horst Lichter: Seit 2013 moderiert der Fernsehkoch die ZDF-Trödelshow "Bares fĂŒr Rares". UnterstĂŒtzt wird der Moderator von Experten und HĂ€ndlern.
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DarĂŒber freut sich Lichter, der noch mehr ĂŒber den Rentner erfahren möchte. "Ich war Studiendirektor, jetzt bin ich Privatier und wenn ich nicht im Urlaub bin, dann gucke ich 'Bares fĂŒr Rares'", verrĂ€t SchlĂŒter. Vor 40 Jahren habe er ein altes Haus gekauft und das Bild in einem Einbauschrank gefunden.

"Bares fĂŒr Rares" hat die Sinne geschĂ€rft

"Mir hat es nicht gefallen. Jetzt habe ich das Haus 40 Jahre spĂ€ter verkauft und das Ding wiedergefunden. Durch 'Bares fĂŒr Rares' waren meine Sinne geschĂ€rft und ich dachte, jetzt guckst du mal genauer und schickst es zu 'Bares fĂŒr Rares'", erklĂ€rt SchlĂŒter. Lichter ist begeistert. "SelbstverstĂ€ndlich! Und schon haben wir Albert Maier bemĂŒht. Er ist extra deswegen angereist, um uns dieses GemĂ€lde zu erklĂ€ren", sagt Lichter und erteilt Maier damit das Wort.

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"Und ich muss sagen, Sie haben einen sehr guten Griff getan mit diesem GemĂ€lde. Eduard BĂ€umer ist ein bekannter und berĂŒhmter deutscher Maler", stellt der Kunstexperte fest. BĂ€umer, der 1892 in Kastellaun geboren und 1977 in MĂŒnchen gestorben ist, sei ein expressionistischer Maler gewesen.

"Das kann man gut an seinem breiten Pinselstrich erkennen, an den Farbfeldern des Blumenstraußes, die er praktisch mosaikförmig zusammensetzt. Das ist schon große klasse", schwĂ€rmt Maier, der anmerkt, dass es aus den 40er-/50er-Jahren sehr viele Blumenbilder gebe. "Man hat sie nach dem Zweiten Weltkrieg gerne als Dekoration genommen. Aber die meisten sind wirklich zum Vergessen. Dieses hat aber kĂŒnstlerisch eine Aussage, das ist etwas Schönes", findet er.

Experte ist vom Wunschpreis geschockt

Das Bild ordnet er in den Zeitraum von 1940 bis 1942 ein. "Dort war er in Salzburg und hat seinen Lebensunterhalt verdienen mĂŒssen. Er hat nur in dieser Zeit solche Blumenstillleben gemalt, um Geld zu verdienen, um seine Familie zu ernĂ€hren", weiß der Experte. Der Zustand des GemĂ€ldes sei allerdings nicht sehr gut. Das Bild mĂŒsse komplett gereinigt werden. Zudem seien ein paar Kratzer drin, merkt Maier an.

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"Wir haben ja auch ein paar Kratzer gekriegt in der Zeit", kontert SchlĂŒter, der hofft, 300 Euro fĂŒr das Bild zu bekommen. "Also, da muss ich Ihnen sagen: Das geht gar nicht!", ruft Maier aus, sodass Lichter schon vermutet, dass es deutlich weniger wert ist. Doch stattdessen schĂ€tzt der Experte das GemĂ€lde auf 1.500 bis 1.800 Euro.

"Sie dĂŒrfen nicht vergessen: Eduard BĂ€umer ist ein guter Maler und seine anderen Werke – nicht die Blumenstillleben – die werden wesentlich höher gehandelt", gibt Maier zu bedenken. "Das hab' ich gesehen – bis 20.000 Euro sogar", pflichtet ihm SchlĂŒter bei. "Ja, leck mich de Söck!", ruft Lichter verwundert aus. "Das war eine tolle Geschichte fĂŒr mich", gesteht er und ĂŒberreicht dem Rentner nur zu gerne die HĂ€ndlerkarte.

Bietergefecht im HĂ€ndlerraum

Das GemĂ€lde findet auch bei den HĂ€ndlern großen Anklang. "Sie bringen einen Blumenstrauß mit, der immer blĂŒht", freut sich Walter "Waldi" Lehnertz. "Ja, der verwelkt nicht im Gegensatz zu uns", kontert der 71-JĂ€hrige. Noch bevor das Bieten beginnt, bemerkt KunsthĂ€ndler Julian Schmitz-Avila: "Man ist bei Eduard BĂ€umer sehr schnell und sehr hĂ€ufig im fĂŒnfstelligen Bereich. Das ist in dem Fall leider nicht zu erzielen."

Und so startet Auktionator Christian Vechtel zunĂ€chst mit 300 Euro. Schnell kommt es allerdings zu einem Bietergefecht mit Schmitz-Avila, sodass der Preis auf 720 Euro steigt. "Ich will die Jungs mal ein bisschen Ă€rgern und sage 750 Euro", mischt sich SchmuckhĂ€ndlerin Elke Velten ein. "Ich mache noch 780 Euro, ich bin beim Ärgern dabei", schaltet sich Lehnertz ein.

"Ich Ă€rger auch mit. Ich gebe Ihnen 1.000 Euro glatt", sagt KunsthĂ€ndler Thorsden SchlĂ¶ĂŸner. "Wen wollt ihr eigentlich Ă€rgern, frag ich mich", wundert sich Schmitz-Avila und erhöht noch einmal um 50 Euro. "Jeder KunsthĂ€ndler neigt auch ein bisschen zum Zocken. Ich hab' mir abgewöhnt, ins Kasino zu gehen, und kaufe dafĂŒr ab und zu mal ein Bild, von dem ich hoffe, dass es nach der Restaurierung noch viel schöner wird", erklĂ€rt er.

Doch den Zuschlag erhĂ€lt nach einem harten Bietergefecht schließlich SchlĂ¶ĂŸner fĂŒr 1.700 Euro. "Ich denke, dafĂŒr gibt es Sammler", sagt er hoffnungsvoll. Und auch VerkĂ€ufer SchlĂŒter ist mehr als zufrieden. "Passte alles hundertprozentig. Sagenhaft!", freut sich der 71-JĂ€hrige.

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Von Jennifer Buchholz
Bares fĂŒr RaresHorst Lichter

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