Sie sind hier: Home > Leben > Mode & Beauty > Beauty > Anti-Aging >

Große Poren: Was wirklich dagegen hilft

INTERVIEWHautärztin gibt Tipps  

Große Poren: Was wirklich hilft, die Hautstruktur zu verbessern

Ann-Kathrin Landzettel

04.06.2021, 13:53 Uhr
Große Poren: Was wirklich dagegen hilft. Eine junge Frau mit Problemhaut: Große Poren sind nicht nur ein optisches Problem. Sie begünstigen auch Hautunreinheiten. (Quelle: Getty Images/Alona Siniehina)

Eine junge Frau mit Problemhaut: Große Poren sind nicht nur ein optisches Problem. Sie begünstigen auch Hautunreinheiten. (Quelle: Alona Siniehina/Getty Images)

Viele empfinden sie als störend: Große Poren zeigen sich im Gesicht vor allem im Nasen- und Stirnbereich. Hinzu kommt, dass Menschen mit vergrößerten Poren tendenziell zu fettiger – und häufig auch unreiner – Haut neigen. Das Hautbild ist uneben und glänzt.

Welche tägliche Pflege grobe Poren optisch verkleinert und welche dermatologischen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, weiß Dr. Ellen Meyer-Rogge, Hautärztin aus Karlsruhe und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD).

t-online.de: Frau Dr. Meyer-Rogge, wie oft kommen Menschen mit dem Wunsch nach kleineren Poren in Ihre Praxis?

 (Quelle: privat) (Quelle: privat)Dr. Ellen Meyer-Rogge ist Hautärztin in Karlsruhe und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD). Der Schwerpunkt der Fachärztin liegt auf der ästhetischen Dermatologie: Sie kombiniert Dermatologie und kosmetische Medizin, insbesondere unter dem Aspekt des modernen Anti-Aging von innen und von außen.

Dr. Ellen Meyer-Rogge: Es kommt immer häufiger vor, dass Patientinnen und Patienten zu mir kommen und sich eine Behandlung vergrößerter Poren wünschen. Hier ist ein klarer Trend nach oben zu verzeichnen. Ein ebenmäßiges, glattes und frisches Hautbild ist für viele Menschen sehr wichtig. Neben der Faltenbehandlung bekommt auch die Behandlung vergrößerter Poren eine immer größere Bedeutung.


Was ist die Ursache für vergrößerte Poren?

Die größte Rolle spielt die Veranlagung. Ihr Hauttyp wird Ihnen in die Wiege gelegt. Wer vergrößerte Poren hat und zu einer vermehrten Talgbildung neigt, behält diesen Hauttyp. Aus diesem Grund werden viele auch im Erwachsenenalter Hautunreinheiten und Hautglanz nicht los. Große Poren können sich durch eine vermehrte Talgbildung zusätzlich ausdehnen. Nämlich dann, wenn der Talg nicht abfließen kann und die Pore verstopft. Kommt es aufgrund von Bakterien zudem zu Entzündungen, wird die Pore nochmal auffälliger.

Welche Hautpflege empfehlen Sie, um vergrößerte Poren optisch kleiner wirken zu lassen?

Wichtig ist eine zum persönlichen Hauttyp passende Pflege. Da Menschen mit großen Poren tendenziell eine eher fettige Haut haben und zu Hautunreinheiten und Entzündungen neigen, ist eine auf unreine Haut abgestimmte Pflege genau das Richtige. Es ist empfehlenswert, zweimal am Tag die Haut mit einem Waschgel zu reinigen und mit einem Gesichtswasser anschließend zu klären. Für abends empfehle ich eine Hautpflege mit Retinol, also Vitamin A. Der Wirkstoff ist antientzündlich, löst Verhornungen der obersten Hautschicht, wirkt porenzusammenziehend und reguliert die Talgbildung. Tagsüber ist eine leichte, feuchtigkeitsspendende Pflege mit integriertem Sonnenschutz passend, gerne mit feuchtigkeitsbindender Hyaluronsäure. Wer Rötungen abdecken möchte, kann zu einer getönten Tagespflege greifen. 

Wie wirksam sind Hausmittel gegen große Poren, etwa Apfelessig- und Salbeitee-Gesichtswasser oder Eiweiß-Masken?

Ein Versuch sind diese Hausmittel wert. Säuren wirken antibakteriell, antientzündlich und porenverfeinernd. Allerdings sollten Sie mit Säuren wie Apfelessig oder Zitrone generell vorsichtig sein. Schnell sind die Mischungen zu aggressiv für die Haut, trocknen stark aus und verursachen Reizungen. Am besten immer nur verdünnt auftragen und nicht in der Nähe der Augen anwenden. Salbeitee als Gesichtswasser können Sie ebenfalls testen. Salbei wirkt adstringierend, also zusammenziehend, und antientzündlich. Bei der Eiweiß-Maske haben Sie den gleichen Effekt wie bei Heilerde. Beim Trocknen auf der Haut wird Talg aus den Poren aufgenommen. Saubere Poren wirken optisch kleiner. Bei verletzter oder entzündeter Haut rate ich allerdings von der Anwendung von Ei ab – wegen der möglichen Keime.

Wie wirken sich scharfes Essen, Alkohol, Rauchen und UV-Licht auf das Hautbild und die Größe der Poren aus?

Sie alle fördern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel der Haut an. Das heißt, die Haut kann röter wirken, Äderchen können sichtbarer werden, die Poren vergrößern sich und die Talgbildung wird angeregt. Auch Entzündungsreaktionen der Haut werden begünstigt, ebenso die Vermehrung von Bakterien auf der Haut. All das wirkt sich negativ auf ein ebenmäßiges und frisches Hautbild aus, besonders wenn die Haut regelmäßig mit diesen Einflüssen in Kontakt kommt. Außerdem begünstigen UV-Licht, Rauchen und Alkohol die vorzeitige Faltenbildung, da die elastischen Bindegewebsfasern, die für Spannkraft sorgen, angegriffen werden.

Welche Möglichkeiten gibt es in der dermatologischen Praxis, vergrößerte Poren zu behandeln?

Zur Behandlung großer Poren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Behandlungen mit Retinol-Salben, also Vitamin A-Salben, sind der Klassiker zum Auftragen auf die Haut. Eine weitere Möglichkeit sind Säure-Peelings, die unterschiedlich tief in der Haut wirken. Fruchtsäure-Peelings etwa gehören zu den sogenannten oberflächlichen Peelings. Das heißt, hierbei wird die oberste Hornschicht der Haut abgetragen. Unreinheiten, Verhornungen und Hautschüppchen lösen sich. Die Haut wirkt feiner und kleinporiger und Talg kann besser aus den Poren abfließen. Bei Peelings mit Tricholor-Essigsäure (TCA) hingegen wird die gesamte Hornschicht gelöst. Bei Akne können auch Peelings mit Salicylsäure angewendet werden. Säure-Peelings sollten in regelmäßigen Abständen angewendet werden, um ein ebenmäßiges Hautbild zu erhalten.

Gibt es eine Behandlung gegen große Poren, deren Ergebnis dauerhaft ist?

Um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen, kann eine Laserbehandlung gegen vergrößerte Poren eine Option sein. Bei der non-ablativen Laserbehandlung verursacht der Laser Mikroverletzungen der Haut, welche die Reparaturmechanismen der Haut anregen und ein feinporiges Erscheinungsbild unterstützen. Bei der ablativen Laserbehandlung wird Haut abgetragen. Die nachwachsenden, „neuen“ Poren sind feiner und unauffälliger. Laserbehandlungen werden eingesetzt, um eine dauerhafte Veränderung der Haut zu erreichen. Abhängig vom Hauttyp sind unterschiedlich viele Sitzungen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Frau Dr. Meyer-Rogge, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal