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Giftfisch PetermĂ€nnchen sticht an KĂŒste hĂ€ufiger zu

Von dpa
Aktualisiert am 24.08.2020Lesedauer: 2 Min.
PetermÀnnchen: Der Giftfisch vergrÀbt sich im Sand.
PetermÀnnchen: Der Giftfisch vergrÀbt sich im Sand. (Quelle: Wolfgang Rung/dpa-bilder)
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In der Nordsee im Watt zu wandern oder im Wasser zu schwimmen kann in diesen Tagen gefÀhrlich werden. Denn eins der giftigsten Tiere Europas versteckt sich hier zurzeit vermehrt im Sand.

An der NordseekĂŒste werden in diesem Sommer vermehrt Stiche des giftigen Fisches PetermĂ€nnchen verzeichnet. Die 15 bis 50 Zentimeter langen Fische mit giftigen Stacheln graben sich im FrĂŒhjahr und Sommer zum Laichen im flachen Wasser im Meeresboden ein. Sie zĂ€hlen zu den giftigsten Tieren in Europa.

Übergreifende Zahlen zu den Verletzungen gibt es nicht. Aber das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen berichtet, dass schon fast 30 Anfragen wegen Stichen des PetermĂ€nnchens eingegangen seien. Üblich seien etwa 40 Anfragen fĂŒr ein ganzes Jahr, sagte der Leiter der Einrichtung, Martin Ebbecke.

Ein Schwerpunkt scheint nach örtlichen Presseberichten die niedersĂ€chsische Insel Wangerooge zu sein. "Wir haben eine leichte HĂ€ufung gehabt", bestĂ€tigte der Leiter der DRK-Wasserwacht auf der Insel, Jonny MĂ€hlmann. Er sprach von fĂŒnf bis sechs FĂ€llen, wĂ€hrend es sonst auf Wangerooge nur zwei oder drei im Jahr seien.

Was gegen Stiche hilft

Ebbecke nannte zwei typische Wege, wie Menschen von dem Fisch gestochen werden. Wattwanderer oder Schwimmer treten im Flachwasser auf die versteckten PetermÀnnchen. "Dagegen helfen Badeschuhe", sagte Ebbecke. Manchmal landet der Fisch bei Anglern im Netz oder am Haken. Sie verletzen sich an den Stacheln, wenn sie das Tier anfassen.

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So machte Yannick Schwender aus Heide (Schleswig-Holstein) im Juli beim Angeln an der dĂ€nischen OstseekĂŒste bei Ebeltoft unliebsame Bekanntschaft mit einem PetermĂ€nnchen. "Ich wollte in der AbenddĂ€mmerung vom Strand aus Meerforellen fangen, als plötzlich ein kleiner Fisch am Haken zappelte. Ich dachte es sei ein kleiner Dorsch, und wollte ihn vorsichtig vom Haken abmachen. Plötzlich spĂŒrte ich einen stechenden Schmerz im Daumen." Wie ein sehr starker Wespenstich fĂŒhlte es sich an, der Daumen war zwei Tage lang heiß und dick. "Ich wusste damals nicht, wie gefĂ€hrlich es sein kann. GlĂŒcklicherweise war es bei mir nicht so schlimm", sagte Schwender.

Starke Gelenkschmerzen möglich

Der Stich des PetermĂ€nnchens fĂŒhrt zu einem stechenden Schmerz, starken Gelenkschmerzen und Schwellungen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem allergischen Schock und Herzstillstand kommen. Es seien aber keine TodesfĂ€lle durch PetermĂ€nnchen bekannt, sagte Ebbecke. Doch eine Behandlung durch den Arzt sei notwendig.

"Wenn die Tiere gestört werden, können sie sehr schnell sehr hektisch werden. Sie schwimmen in schlĂ€ngelnden Bewegungen im Zickzack und stellen sofort die RĂŒckenflossen auf. Das ist ihre Abwehrhaltung, ihr Schutzmechanismus. Den setzen Sie gezielt ein", sagte der Biologe Timo Kaminski, Aquariumsleiter im Multimar Wattforum in Tönning (Schleswig-Holstein).

Schmackhafter Speisefisch

Nach Erhebungen zwischen 2000 und 2014 sei der Bestand des Großen PetermĂ€nnchens in der tieferen Nordsee gewachsen, sagte Gregor Scheiffarth vom Nationalpark NiedersĂ€chsisches Wattenmeer. Von den Kleinen PetermĂ€nnchen im Flachwasser, die giftiger seien, seien eher weniger gezĂ€hlt worden. Aber Scheiffarth sagte: "Es gibt immer wieder Jahre, in denen sie verstĂ€rkt an den StrĂ€nden auftauchen und dann auch Menschen stechen." Zuletzt sei 2014 so ein Jahr gewesen.

So gefĂ€hrlich das PetermĂ€nnchen ist, gilt es auch als schmackhafter Speisefisch. Vor der Verarbeitung mĂŒssen die Giftstacheln auf dem RĂŒcken und an den Kiemen sorgfĂ€ltig entfernt werden.

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