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Roms umstrittene Pferdekutschen stehen vor dem Aus

Von dpa
Aktualisiert am 13.07.2017Lesedauer: 2 Min.
Ein typischer "Botticelle", ein Pferdewagen, vor dem Konstantinsbogen in Rom.
Ein typischer "Botticelle", ein Pferdewagen, vor dem Konstantinsbogen in Rom. (Quelle: Insidefoto/imago-images-bilder)
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Sie pr├Ągen seit Jahren das Stadtbild von Rom: die "Botticelle". Die pittoresken Pferdekutschen fahren Touristen zu allen wichtigen Sehensw├╝rdigkeiten. Doch werden Roms Fiaker bald durch Elektrofahrzeuge ersetzt?

Geht es nach Roms B├╝rgermeisterin Virginia Raggi, werden die Fiaker bald der Vergangenheit angeh├Âren. Nachdem Tiersch├╝tzer schon seit Jahren die Abschaffung gefordert hatten, plant Raggis Regierung nun, die "botticelle", deren Name in etwa "kleine F├Ąsser" bedeutet, im Laufe des Sommers aufs Abstellgleis zu schicken. Sie sollen durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Die Kutscher sind entsetzt.

Taxilizenzen als Entsch├Ądigung f├╝hr die Fahrer

Raggis Plan muss allerdings noch von der Stadtversammlung bewilligt werden. Der Beschluss des Gemeinderats sieht vor, dass die 41 Kutschen zun├Ąchst nur noch in ├Âffentlichen Parks zum Einsatz kommen. Die Fahrer sollen zur Entsch├Ądigung regul├Ąre Taxilizenzen bekommen ÔÇô oder sie m├╝ssen auf die Einf├╝hrung der Elektromobile warten, damit sie wieder auf den Stra├čen unterwegs sein k├Ânnen.

Wann die elektronischen Fahrzeuge zum Einsatz kommen, ist jedoch unklar. Bislang gibt es lediglich einen 2012 entwickelten Prototyp. Kosten und Zeitplan f├╝r die Produktion st├╝nden noch nicht fest, erkl├Ąrt Daniele Diaco, Vorsitzender des Umweltausschusses des Gemeinderats und Mitglied von Raggis linkspopulistischer F├╝nf-Sterne-Bewegung.

Neue Elektrofahrzeuge sollen ┬źBotticelle┬╗ ersetzen.
Neue Elektrofahrzeuge sollen ┬źBotticelle┬╗ ersetzen. (Quelle: Ufficio Stampa Roma Capitale/dpa/dpa-bilder)
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Kutscher wollen vor Gericht ziehen

Die Kutscher haben bereits angek├╝ndigt, vor Gericht zu ziehen, sollten ihre "botticelle" abgeschafft werden. Es sei unverst├Ąndlich, warum die Fiaker in Rom nicht fahren d├╝rfen, in anderen italienischen und europ├Ąischen St├Ądten aber erlaubt seien, sagt der Vorsitzende der r├Âmischen Kutschervereinigung, Angelo Sed.

In Richtung der Tiersch├╝tzer gewandt sagt er: "Was denkt ihr denn, passiert mit unseren Pferden, wenn es die "botticelle" nicht mehr gibt?" Er liebe seine Arbeit. "Und niemand k├╝mmert sich besser um mein Pferd als ich - warum also soll ich mich aus meinem Job dr├Ąngen lassen?"

F├╝r die Tiersch├╝tzer schaden die "botticelle" dagegen den Tieren. Sie setzten die Pferde einer "anstrengenden Arbeit unter oft schweren Bedingungen aus", schreibt der italienische Tierschutzbund Lav.

In Rom wird seit Jahren ├╝ber ein Verbot und den Umgang mit den Kutschen diskutiert. Boykottaufrufe von Tiersch├╝tzern gab es mehrere. Und es gibt Beispiele, in denen die Tiere zu Schaden kamen: 2008 starben zwei Pferde an den Folgen von Verkehrsunf├Ąllen, weitere erlitten seitdem Verletzungen.

Anstrengende Arbeit unter schweren Bedingungen

Tiersch├╝tzer weisen au├čerdem auf die "oft unertr├Ąglichen Bedingungen" hin, denen die Pferde ausgesetzt seien. F├╝r die Touren gelten daher bereits jetzt strenge Regeln: Im Sommer m├╝ssen die Tiere bis 18.00 Uhr ruhen und bei Temperaturen ├╝ber 33 Grad d├╝rfen Kutschen ebenfalls nicht fahren.

Dem Vorsitzenden der Kutschervereinigung Sed zufolge sollte eine klassische Tour f├╝r vier Personen zwischen 50 und 100 Euro kosten und rund 40 bis 50 Minuten dauern. Die Preise f├╝r die Fahrten sind allerdings nicht reguliert. Einige Touristen berichteten davon, abgezockt worden zu sein.

Sollte das geplante Aus kommen, w├Ąre es eine der ersten ma├čgeblichen Entscheidungen Raggis im ersten Jahr ihrer Amtszeit. Die 38-J├Ąhrige hatte bei der Wahl im vergangenen Juni einen deutlichen Sieg eingefahren. Seitdem blieben die Erfolge jedoch aus. Probleme bei der M├╝llentsorgung und Korruption in den eigenen Reihen haben die Regierung teils ins Chaos gest├╝rzt.

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