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Gefährlicher Urlaubstrend auf Mallorca

Von afp, hs

Aktualisiert am 29.07.2018Lesedauer: 2 Min.
Balconing: Vor allem Briten, Deutsche und Spanier verunglĂĽcken bei der waghalsigen Mutprobe.
Balconing: Vor allem Briten, Deutsche und Spanier verunglĂĽcken bei der waghalsigen Mutprobe. (Quelle: Instagram / aldiyalahora (via SAT.1))
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Junge Touristen suchen den Adrenalinkick und springen in den Pool – und das vom Hotelbalkon. Verfehlt ein Springer sein Ziel, endet das oft tödlich oder mit einer lebenslangen Lähmung.

Es ist ein gefährliches Spiel: Junge Touristen versuchen, vom Balkon ihres Hotels in den Pool zu springen oder einen anderen Balkon zu erreichen. Doch unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen können sie tödlich verunglücken.


Einheimische geben Mallorca-Tipps

In der mittelalterlichen Kleinstadt Artà gibt es noch Restaurants und Cafés, die original mallorquinische Speisen servieren. Nach dem Essen genießen Locals die beschauliche Atmosphäre, die der Ort versprüht.
Einen Ausflug wert ist das kleine Bergdorf Fornalutx im Nordwesten der Insel – nur eine kurze Fahrt von Sóller entfernt. Das Dörfchen liegt idyllisch im Tramuntana Gebirge und bietet einen willkommenen Kontrast zu der Hektik der Haupttouristenorte.
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Drei Todesfälle seit Jahresbeginn

Nachdem das Phänomen des "Balconing" in den vergangenen Jahren zurückgegangen war, werden auf den Balearen derzeit wieder vermehrt Stürze vom Balkon gemeldet. Allein vergangene Woche stürzten drei Touristen ab, seit Jahresbeginn gab es drei tödliche Unfälle.

"Es scheint, dass dieses Jahr nicht wie die vorherigen sein wird, und wir zur Tendenz von 2010 bis 2015 zurückkehren, als zehn bis 15 Fälle im Jahr gezählt wurden", sagt der Arzt Juan José Segura, der das "Balconing" in einer Studie untersucht hat.

So starben allein in seinem Krankenhaus dieses Jahr drei Menschen bei Stürzen vom Balkon, während drei weitere lebenslange Lähmungen oder andere schwere Verletzungen davontrugen.

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Stürze enden oft mit Tod oder Lähmung

Es sei "wirklich dramatisch", dass junge Leute, die noch alles vor sich haben, sich derart in Gefahr brächten, sagt Segura. Die Stürze vom Balkon endeten oftmals mit dem Tod oder einer Querschnittslähmung für den Rest des Lebens.

Mit Abstand die meisten Opfer sind laut seiner Studie Briten, gefolgt von Deutschen und Spaniern. Fast alle sind junge Männer. Offizielle Zahlen zu dem Phänomen gibt es nicht, weshalb es noch deutlich mehr Opfer geben könnte als bekannt.

Bei vielen stehen am Anfang gefährliche Wetten mit Freunden. Doch weil sie betrunken sind oder unter Drogen stehen, überschätzen sie sich beim "Balconing" oder haben keine Kontrolle über ihren Körper. Allein vergangene Woche verunglückte auf Mallorca ein 14-jähriger Ire tödlich, der auf dem Balkon "gespielt" hatte. Auf Ibiza und Formentera stürzten zudem zwei junge Männer vom Balkon – unter noch nicht geklärten Umständen.

Ă„rzte und Hoteliers sind alarmiert

Ob es sich um Fälle des "Balconing" handelte, will nun die Polizei klären. Ärzte, Hoteliers und Gemeinden sind jedenfalls bereits alarmiert über die Vielzahl der Unfälle und ergreifen Maßnahmen gegen die gefährliche Mode. "Die Hoteliers verteilen Flyer und warnen die Leute", sagt Segura. Teils würden sie junge Gäste in niedrig gelegene Zimmer einquartieren, wenn sie befürchteten, dass sie zu der Balkon-Mutprobe neigen.

Segura selbst hat mit der britischen Botschaft an einer Kampagne im Vereinigten Königreich teilgenommen, die junge Briten für die Gefahren des "Balconing" sensibilisieren soll. Im Badeort Magaluf, der wegen Alkoholexzessen unter Partytouristen berüchtigt ist, wurde der Verkauf von Alkohol am Abend eingeschränkt, organisierte Sauftouren in den Pubs der Stadt sind verboten.

Bei Sprüngen vom Balkon droht zudem inzwischen eine Geldstrafe. Ob das übermütige Urlauber von dem gefährlichen Trend abbringt, muss sich noch zeigen.

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