• Home
  • Leben
  • Reisen
  • Europa
  • Italien
  • Venedig nach Corona: Neuerfindung oder zur├╝ck zum Massentourismus?


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextGro├če ├ťberraschung in WimbledonSymbolbild f├╝r einen TextOslo: Frau rammt Auto von ExtremistenSymbolbild f├╝r einen TextFlughafen Frankfurt verh├Ąngt Tier-EmbargoSymbolbild f├╝r einen Text├ľsterreicherin stirbt nach HaiangriffSymbolbild f├╝r einen TextSchiff zerbricht: 27 Seeleute vermisstSymbolbild f├╝r einen TextBundesligist schl├Ągt auf Transfermarkt zuSymbolbild f├╝r einen TextPolit-Prominenz bei Adels-TrauerfeierSymbolbild f├╝r einen TextZehn Millionen Euro beim Lotto am SamstagSymbolbild f├╝r einen TextMassenschl├Ągerei auf "Karls Erdbeerhof"Symbolbild f├╝r einen TextSchauspieler Joe Turkel ist totSymbolbild f├╝r einen TextHorror-Crash nach VerfolgungsfahrtSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserZigaretten knapp: Diese Marken betroffenSymbolbild f├╝r einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Venedig: Neuerfindung oder zur├╝ck zum Massentourismus?

dpa, Annette Reuther, Alvise Armellini

Aktualisiert am 02.06.2020Lesedauer: 4 Min.
Menschenleer: die weltber├╝hmte Rialtobr├╝cke in Venedig w├Ąhrend des Lockdowns.
Menschenleer: die weltber├╝hmte Rialtobr├╝cke in Venedig w├Ąhrend des Lockdowns. (Quelle: robertharding/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Corona hat Venedig vor Augen gef├╝hrt, wie fatal eine touristische Monokultur ist. Die Stadt, die einst ├╝berrannt wurde, fleht nun um Urlauber. Der B├╝rgermeister verspricht f├╝r die Zukunft einen "intelligenten" Tourismus. Doch wie soll der funktionieren?

Schilder wie "Nicht hinsetzen", "Respekt f├╝r Venedig" oder "Priorit├Ąt f├╝r Venezianer" sind aus l├Ąngst vergangenen Zeiten. Zeiten, in denen Venedig noch ├╝ber eine Beschr├Ąnkung f├╝r Touristen diskutierte. In denen geschimpft wurde ├╝ber den Massentourismus, die vielen Menschen, die die kleinen Gassen verstopfen und ihr Picknick auf der Rialto-Br├╝cke machen. ├ťber die Kreuzfahrtschiffe, die eigentlich keiner haben will und doch so viele brauchen.


Diese Urlaubsl├Ąnder hoffen auf Touristen

Mallorca, Spanien: Sie k├Ânnen zwar nach Mallorca reisen, die Infektionszahlen in Spanien steigen allerdings dramatisch.
Goldstrand, Bulgarien: Seit dem 22. Mai d├╝rfen Sie als EU-B├╝rger wieder nach Bulgarien einreisen.
+6

Mittlerweile h├Ârt man das Klackern der eigenen Schuhe in den Gassen oder das Schwappen der Wellen in den Kan├Ąlen lauter als den Rummel von Touristenmassen. Seit der Corona-Abriegelung ist Venedig in der Krise. Venezianer oder Italiener aus der Region entdecken zwar auf einmal die Stadt f├╝r sich und genie├čen eine fast magische Atmosph├Ąre ÔÇô doch das Geld f├╝r Hoteliers, Restaurantbesitzer, Touristenf├╝hrer und die Kommune fehlt. Die wirtschaftlichen Sch├Ąden sind kaum zu beziffern.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Liebe Regierung, Herr Melnyk ist untragbar"
Ranga Yogeshwar: Der Wissenschaftsjournalist hat einen Appell mit der ├ťberschrift "Waffenstillstand jetzt!" unterschrieben.


"Unertr├Ągliches Ma├č erreicht"

"Wir stehen heute vor einer Stadt, die wirklich leer und an einem Punkt Null ist", sagt Touristenf├╝hrerin Elena Degan. Die alleinerziehende Mutter lebt wie so viele andere auch von Touristen und hat seit M├Ąrz keine Einnahmen. Gleichzeitig sind ihr die Massen zuwider. "Die Lage in Venedig, Rom oder Florenz hat ein unertr├Ągliches Ma├č erreicht." Sie wohnt im Zentrum von Venedig. ├ťberall, wo ein Handwerker schlie├če, entstehe ein Bed & Breakfast oder ein Hotel, erz├Ąhlt sie.

Auf nur noch etwa 50.000 Einwohner kommt die Unesco-Welterbestadt. Die meisten Menschen ziehen nach Mestre aufs Festland. Daf├╝r ist der Tourismus in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, im letzten Jahr waren es laut Region rund 13 Millionen ├ťbernachtungen. Daher wollte die Stadt eigentlich ab 1. Juli eine umstrittene "Eintrittssteuer" verlangen. Dann kam Covid-19. Die Steuer wurde auf n├Ąchstes Jahr verschoben. Und die Politiker flehen auf einmal um Touristen.

"Wir sind wieder ge├Âffnet", verk├╝ndete B├╝rgermeister Luigi Brugnaro. Eine "beruhigende Botschaft" an die Welt sei nun notwendig: Venedig ist sicher. Jetzt m├╝ssten die Grenzen wieder ├Âffnen. Denn nur dann kann der f├╝r Venedig besonders wichtige internationale Tourismus wieder beginnen. Schlie├člich kommen die meisten Besucher aus den USA, aus China, Gro├čbritannien und Deutschland. Ab Montag d├╝rfen EU-B├╝rger wieder nach Italien reisen.

Von einer "Covid-freien" Region spricht der Regionalpr├Ąsident von Venetien, Luca Zaia. Das stimmt zwar nicht ganz. Venetien war einer der ersten beiden Brandherde in Italien. Doch im Vergleich zur benachbarten Lombardei hat die Region die Lage mit vielen Tests in den Griff bekommen und hat nun noch etwa 2.000 positive F├Ąlle gemeldet.

Erst das Hochwasser, dann die Pandemie

Venedig hat schon vor Corona bitter erleben m├╝ssen, was es bedeutet, wenn man einzig auf Touristen setzt und die pl├Âtzlich wegbleiben: Im November richtete ein Hochwasser gro├če Sch├Ąden an, die Bilder von einer tagelang ├╝berfluteten Stadt vergraulten die Besucher.

St├Ądte, die haupts├Ąchlich vom ausl├Ąndischen Tourismus leben, wie Venedig und Florenz, w├╝rden nun gr├Â├čere Verluste erleiden als St├Ądte, die auch von inneritalienischen Besuchen lebten, hei├čt es in einer Studie der italienischen Fremdenverkehrszentrale Enit. Dort w├╝rde sich der Tourismus bis 2023 nicht vollst├Ąndig erholen.

B├╝rgermeister Brugnaro verspricht nun Klasse statt Masse. Also einen "neuen und intelligenten Tourismus". Doch was genau er daf├╝r tun will, ist unklar.

"Wir erleben gerade einen Tourismus der N├Ąhe, so wie es vor 50 Jahren war", sagt der Umweltwissenschaftler Giovanni Cecconi von der Universit├Ąt Ca' Foscari in Venedig. "Es reicht jetzt nicht, einfach wieder zu ├Âffnen und so weiterzumachen wie vorher." Nicht nur die Menschen aus der Umgebung w├╝rden wieder nach Venedig kommen. Fische und V├Âgel seien in die Lagune zur├╝ckgekehrt, weil sie vom Motorenl├Ąrm der vielen Schiffe nicht mehr abgeschreckt w├╝rden. Ohne Motorverkehr auf den Gew├Ąssern steige die Wasserqualit├Ąt.

Auch legen derzeit keine Kreuzfahrtschiffe in Venedig an. Cecconi ist der Meinung, dass die Zeit, in der der Kreuzfahrttourismus brach liege, genutzt werden m├╝sse, um sich ein Modell f├╝r die Zukunft zu ├╝berlegen und den Hafen aus Venedig hinaus zu verlegen. "Der Kreuzfahrttourismus ist das Maximum an oberfl├Ąchlichem Tourismus." Seit Jahren wird dar├╝ber gestritten, dass die Kreuzer Umwelt und Substanz der Stadt zerst├Âren.

Aktionsb├╝ndnis hat klare Forderungen

Das Aktionsb├╝ndnis No Grandi Navi will nicht nur ein Ende der Kreuzfahrtschiffe in der gesamten Lagune. Die Organisation hat jetzt eine Liste mit Forderungen f├╝r die Zukunft parat: ehrliche Gastronomie f├╝r Bewohner und Touristen gleicherma├čen, Ansiedelung von Handwerkern und K├╝nstlern im historischen Zentrum, erschwingliche Mieten f├╝r Einheimische und ein Limit f├╝r Ferienwohnungen.

Venedig steht nun am Scheideweg: Zur├╝ck zu einem f├╝r Anwohner und Besucher gleicherma├čen unertr├Ąglichem Massentourismus? Oder hat die Stadt nun wirklich den Mut, in eine neue, nachhaltigere Zukunft zu starten?

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
ItalienRomVenedig
Ratgeber

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website