Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeLebenReisenEuropaSpanien

Ballermann: Die einen wollen feiern, die anderen ihre Ruhe


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextLufthansa: Chaos nach NotlandungSymbolbild für einen TextSesamstraße-Star Bob McGrath ist totSymbolbild für einen TextBundesliga-Chefin wohl vor dem AusSymbolbild für einen TextIm Schnee steckengeblieben – Mann stirbtSymbolbild für einen TextEx-Formel-1-Fahrer ist totSymbolbild für einen Text"Promi Big Brother": Dieser Star ist rausSymbolbild für einen TextUnfall: 17-Jähriger stundenlang unentdecktSymbolbild für einen TextKates engste Mitarbeiterin hat gekündigtSymbolbild für einen TextNenas Tochter zeigt sich freizügigSymbolbild für einen TextPolens Trainer stichelt gegen DFB-TeamSymbolbild für einen TextProrussische Demo in KölnSymbolbild für einen Watson TeaserFrankreich-Star bricht ungewöhnliche RegelSymbolbild für einen TextPer Zug durch Deutschland – jetzt spielen
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Ballermann: Die einen wollen feiern, die anderen ihre Ruhe

dpa, Ralf Petzold

Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Palma de Mallorca: Wird es hier bald Sekt statt Suff geben?
Palma de Mallorca: Wird es hier bald Sekt statt Suff geben? (Quelle: Clara Margais/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die besonders bei Deutschen beliebte Feiermeile auf Mallorca stört Politiker und Geschäftsleute der Insel schon seit Jahren. Aber so leicht wird sich das Partyvolk nicht vertreiben lassen – auch nicht von Corona.

Die Playa de Palma ist der wohl deutscheste Ort außerhalb Deutschlands. Millionen Touristen, die dort jährlich feiern und ordentlich einen drauf machen, schwören auf den Kultstatus des berüchtigten Ballermanns. Doch den Politikern auf Mallorca ist der gut 500 Meter lange Strandabschnitt schon lange ein Dorn im Auge.


Mallorca: Die beliebtesten Ziele auf der Insel

Alcúdia: Die über 25 Kilometer lange und weit geschwungene Bucht von Alcúdia fällt besonders flach ins Wasser ab und ist damit für Familien mit Kleinkindern gut zum Baden und Planschen geeignet.
Das Gebiet an der Südküste Mallorcas gehört teilweise zu Palma und zum Teil zu Llucmajor.
+8

Regelmäßig verschärft die Regierung die sogenannten Benimm-Regeln, um dem lautstarken Treiben ein Ende zu bereiten. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Aber was die Gesetze nicht schafften, erreichte Corona. Die Partyhochburg war zeitweise durch die Pandemie lahmgelegt. Und die Zukunft ist ungewiss.

Dem Partyrummel ein Ende setzen

"Für die Sauftouristen ist auf unserer Insel kein Platz mehr", sagt Regierungssprecher Iago Negueruela. "Wir wollen den Ballermann komplett renovieren. Wir wollen keine Leute mehr sehen, die sich auf der Straße betrinken. Die Qualität muss steigen, dafür können wir auch auf Fördermittel der EU zurückgreifen." Die derzeitige Inselregierung habe sich das Ende des Party-Rummels von Anfang an auf die Fahnen geschrieben.

Unterstützt wird die Politik von Hoteliers und Restaurant-Inhabern der Gegend, die sich zur Qualitätsoffensive "Palma Beach" zusammengeschlossen haben. Meist handelt es sich dabei um Anbieter im Luxussektor. "Das Hotel- und Gastrowesen hat an der Playa de Palma viel Geld investiert, um einen qualitativ hochwertigen Tourismus anbieten zu können. Das wird durch die bierseligen Partygänger gefährdet", sagt Negueruela.

So schossen bereits in den vergangenen Jahren Fünf-Sterne-Hotels und teure Restaurants wie Pilze aus dem Boden. Doch billigen Alkohol gibt es für die fröhlichen Zecher auch weiterhin. "Allein mit Champagner lassen sich die Kassen nicht füllen. Die Partytouristen bringen Geld", meint der Musiker Dominik Allwardt.

Der 34-Jährige aus Dülmen im Münsterland, der unter dem Künstlernamen Nik Hopfen auftritt, gehört zu den Neuzugängen in der Szene. Vor einem Jahr nahm er seine erste Single auf. "Durch die Pandemie haben die bekannten Künstler abgewartet und lange keine neuen Lieder herausgebracht. Das war die Chance für Newcomer wie mich."

Der Sänger träumt von Auftritten in den großen Partytempeln. Erste Bühnenerfahrung an der Playa de Palma konnte der Krankenpfleger Anfang des Jahres im Münchner Kindl sammeln.

Dominik Allwardt alias Nik Hopfen: Der 34-Jährige aus Dülmen im Münsterland gehört zu den Neuzugängen in der Szene.
Dominik Allwardt alias Nik Hopfen: Der 34-Jährige aus Dülmen im Münsterland gehört zu den Neuzugängen in der Szene. (Quelle: Privat/Daniela Allwardt/dpa-bilder)

Viele Hits über exzessiven Alkoholkonsum

Die Wirtin Gerlinde Weininger möchte in der kommenden Saison mit dem Ballermann-Sänger Stefan Stürmer die "Stürmer-Arena" eröffnen. Die Diskothek soll den Branchenriesen "Bierkönig" und "Megapark" Konkurrenz machen.

Wie die "Mallorca Zeitung" berichtete, planen die beiden Partytempel für die kommende Saison ebenfalls eine Qualitätsoffensive und wollen nicht länger die klassischen Sauflieder spielen. Das wäre ein gewagter Schritt – viele Hits handeln vom exzessiven Alkoholkonsum.

Auch Nik Hopfen hat sich mit Zeilen wie "Man darf die Hopfnung nie verlieren" darauf spezialisiert. "Zum Glück gibt es die Stürmer-Arena, wo die Songs dann noch erlaubt sind. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass der "Bierkönig" die Lieder wirklich verbietet", sagt der Partysänger. "Diese Lieder werden auch in Deutschland gefeiert. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Nur weil die Musik vom Trinken handelt, animiert das nicht automatisch zum Saufen."

Dabei ist noch abzuwarten, wie die Saison im kommenden Jahr aussehen wird. Mancher Künstler wirft der Regierung vor, die Pandemie als Vorwand genutzt zu haben, um dem Ballermann ein Ende zu bereiten. Wegen der strikten Auflagen für Bars und Diskotheken war der "Megapark" das ganze Jahr geschlossen. Im "Bierkönig" durfte nur im Sitzen gefeiert werden, was zu einer Biergartenatmosphäre führte. Die erinnerte nur entfernt an die feuchtfröhlichen Feiern von früher.

Meistgelesen
Wladimir Putin (Archivbild): Vom Weihnachtsmann, oder auf Russisch "Väterchen Frost", hat der russische Präsident nichts Gutes zu erwarten, meint Wladimir Kaminer.
Putin treibt sein Unwesen selbst auf Weihnachtsmärkten
Symbolbild für ein Video
Putin verliert Verbündete – doch Militärexperte warnt
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Das Feiern will sich niemand verbieten lassen

Das Stehvermögen des Partyvolks sollte aber nicht unterschätzt werden. Als die nächtliche Ausgangssperre im Juni endete, strömten Tausende Urlauber und Einheimische an die Playa de Palma, um die Sau rauszulassen. Die Polizei konnte angesichts der Menschenmassen meist nur hilflos zugucken. Das Feiern will sich niemand verbieten lassen.

Die nähere Zukunft des Ballermanns ist aber erst mal eng an den Verlauf der Corona-Kurve geknüpft. Derzeit steigen auch auf Mallorca die Zahlen wieder – die Sieben-Tage-Inzidenz lag Ende Dezember bei über 220 mit steigender Tendenz. Ein Plus ist die hohe Impfquote von 85 Prozent. "Es wird auf jeden Fall eine Saison geben", meint Hopfen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
BallermannDeutschlandEUMallorcaPalma de Mallorca
Ratgeber

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website