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Wo die Deutschen in Thailand wieder Urlaub machen

Hans-Werner Rodrian/SRT

Aktualisiert am 19.01.2018Lesedauer: 4 Min.
Pakweep Beach: Beschm├╝ckt mit einer Schaukel, die einl├Ądt ├╝ber den Sand hinein ins Feriengl├╝ck zu schwingen.
Pakweep Beach: Beschm├╝ckt mit einer Schaukel, die einl├Ądt ├╝ber den Sand hinein ins Feriengl├╝ck zu schwingen. (Quelle: H.W.Rodrian/SRT)
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Wo 2004 der Tsunami w├╝tete, urlauben heute wieder Tausende Deutsche, ├ľsterreicher und Schweizer. Inzwischen gibt es doppelt so viele Hotels wie vor der Katastrophe, und alle sind gut besucht. Kein Wunder: Die Gegend hat die sch├Ânsten Str├Ąnde und die besten Tauchgr├╝nde Thailands.

Die Schaukel ins Gl├╝ck schwingt leise ├╝ber den Pak Weep Beach. Gleich zu Beginn der wei├čen Strandsichel steht leicht erh├Âht das Restaurant Terrace. Beim Mangofr├╝hst├╝ck schweift der Blick durch Palmenf├Ącher, vorbei an einem uralten Gummibaum, aufs Meer. Um den Stamm wachsen lindgr├╝ne Farne, dazwischen huschen tropische Eichh├Ârnchen.


Khao Lak: Ein Strandparadies taucht wieder auf

Pak Weep Beach: traumhafter Strand in tropischer Umgebung.
Pak Weep Strand: Beim Mangofr├╝hst├╝ck schweift der Blick durch Palmenf├Ącher, vorbei an einem uralten Gummibaum aufs Meer.
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Irgendjemand hat zwei Seile an den schr├Ąg ├╝ber den Strand wachsenden Ast gebunden und unten ein Brett dran geh├Ąngt. Nat├╝rlich setzt sich jeder spontan auf die Schaukel und schwingt auch selbst mal ├╝ber den Sand.

Vergangene Katastrophe ist nur zu erahnen

Wer da so sorglos schaukelt, der kann sich nicht recht vorstellen, was der Region Khao Lak vor 14 Jahren weltweit traurige Ber├╝hmtheit verschafft hat: Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 wurde Thailands sch├Ânstes Strandparadies vom gro├čen Tsunami besonders heftig getroffen, der Ort dem Erdboden gleichgemacht.

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Heute braucht man viel Sp├╝rsinn, um noch Reste der Katastrophe zu entdecken: Nur ein detektivischer Blick findet am Wochenmarkt von Bang Niang den blau gestrichenen Eisenpfosten am Stra├čenrand zwischen Werbeschildern mit der Wasserstandsmarkierung "Tsunami 26.12.2004".

Ein paar Meter weiter verbleicht ein Wandgem├Ąlde, auf dem ein Polizeiboot die monstr├Âse Welle reitet. Das Original des Boots gibt es ebenfalls noch ÔÇô auf dem Parkplatz auf der anderen Stra├čenseite. Der Tsunami hat es damals her gesp├╝lt, 1.800 Meter hinter der K├╝stenlinie.

Zwei Tsunami-Museen

Zwei Thais sitzen gelangweilt vor dem offiziellen Tsunami-Museum am Parkplatzende. Nur wenige Urlauber verirren sich dorthin, die meisten haben ihr kurzes Interesse bereits an einem geschickter platzierten privaten Museum bei einer Endlosschleife von Handy-Videos gestillt. Die Einheimischen verdienen sich gern ein paar Baht mit Katastrophen-Souvenirs. Ansonsten haben sie den Blick l├Ąngst nach vorne gerichtet.

Deutscher Robinson Club unter vielen neuen Hotels

Khao Lak will wieder der gl├╝ckliche Ort von fr├╝her sein ÔÇô und erinnert mit seiner ruhigen Art tats├Ąchlich an Phuket vor 30 Jahren. Eine Br├╝cke verbindet die gesch├Ąftige Ferieninsel Phuket samt Flughafen mit der ruhigen Festlandsregion Khao Lak.

Der Glitzer der Vergn├╝gungsmeilen ist schnell verblasst, entlang der K├╝stenstra├če locken weite Str├Ąnde und kleine Stra├čend├Ârfer, putzige Gark├╝chen und Mopedvermieter. Die gro├čz├╝gigen Resorthotels verstecken sich allesamt im ├╝ppigen Regenwald, der bis an die kilometerlange Strandkette reicht.

Tsunamis sind keineswegs typisch f├╝r die Region

Khao Laks Tourismus bl├╝ht bei 28 bis 31 Grad. Heute gibt es doppelt so viele Hotelbetten wie vor dem Ungl├╝ck. J├╝ngster Zugang ist ein deutscher Robinson Club. Dessen Gesch├Ąftsf├╝hrer Bernd M├Ąser lie├č vor der Ansiedlung nat├╝rlich einen Risikocheck machen.

Das Ergebnis: Tsunamis sind keineswegs typisch f├╝r die Region. Trotzdem veranlasste M├Ąser die Installation eines modernen Fr├╝hwarnsystems. Im Zweifelsfall w├╝rde binnen zehn Minuten gewarnt ÔÇô ├╝ber hinter Palmwedeln versteckte Lautsprecher.

Thail├Ąndische Spezialit├Ąten zum Mitkochen

Erst legt sie vorsichtig je eine Handvoll wei├če und gr├╝ne Nudeln in ein Sieb. Dann h├Ąngt die thail├Ąndische Hotelfr├╝hst├╝cksdame mit dem sch├Ânen Namen Bling beides in sprudelndes Wasser und z├Ąhlt bis zehn. Schlie├člich f├╝gt sie noch etwas Staudensellerie dazu, gie├čt mit H├╝hnerbr├╝he auf, rundet das Ganze mit ein paar kross gebratenen St├╝cken Fleisch ab ÔÇô fertig ist die Fr├╝hst├╝ckssuppe Guai Thiau. Thailand-Einsteiger werden anschlie├čend geduldig beraten, wie sie das Ergebnis noch mit Chili, Knoblauch und Ingwer aufpeppen k├Ânnen.

Nat├╝rlich kann man sich in den Hotelanlagen von Khao Lak auch ern├Ąhren wie in M├╝nchen oder auf Mallorca, wenn man denn m├Âchte. Aber wer nur zu M├╝sli, Schnitzel und Pizza greift, der ist selber schuld. Das Angebot reicht von Shrimps im Reisnudelnest ├╝ber Ente in rotem Curry bis zum sautierten H├╝hnchen mit Cashewn├╝ssen.

Wer mag, der kann sogar mitkochen. Zum Beispiel thail├Ąndische Reissuppe Khao Tom, f├╝r zarte mitteleurop├Ąische Zungen wahlweise auch ohne Fisch-Chili, aber immer mit viel Koriander.

Luxusanlage mit Ausflug zum Elefantenbaden

├ťberhaupt ist der Robinson Khao Lak ein eher untypischer Ferienclub. Nat├╝rlich finden Robinson-Stammg├Ąste alles von Wellfit bis Wellfood. Doch die Anlage versteckt nicht, dass sie zuvor viele Jahre als thail├Ąndisches Luxushotel gef├╝hrt wurde.

Und so stehen neben dem Hauptrestaurant nicht weniger als drei Spezialit├Ątenlokale zur Wahl. Und f├╝r Urlauber, die sich mal etwas Besonderes leisten wollen, gibt es fast 40 Villen mit eigenem Swimmingpool. Selbst Personal kann geordert werden.

K├╝chenzeile und Elefantenbaden

Vermutlich ist Andi K├╝ng auch der einzige Ferienclubdirektor der Welt, der wahlweise Zimmer mit Fr├╝hst├╝ck anbietet. Die Villen haben n├Ąmlich eigene K├╝chenzeilen und am Strand gibt es gen├╝gend g├╝nstige Restaurants und Bars. Wer mag, der kann die (dreimal teurere) Thai-Massage im Club mit der am Strand vergleichen.

Eins bietet K├╝ng allerdings nicht an: das sonst in Thailand so beliebte Elefantenreiten. Die grauen Riesen tun ihm einfach leid. Daf├╝r offeriert er einen viel spannenderen Ausflug: baden mit Elefanten. Eigentlich steigt man eher ins Wasser, um die Tiere mit einem Schrubber zu waschen. Aber zwischendurch lassen sie sich gern auch mal knuddeln.

Paddelbootausflug durch den Dschungel

Noch beliebter ist der Ausflug zum "Little Amazonas", der au├čerdem viel n├Ąher liegt. Der entpuppt sich zwar schnell als milchkaffeebraunes Dschungelfl├╝sschen, trotzdem ist die Faltboottour ein gro├čer Spa├č. Ruhig pl├Ątschern die Paddel unter riesigen Banyan-B├Ąumen mit gewaltigen Luftwurzeln. Angeblich sieht man manchmal auch Warane, aber meistens nur schlafende Schlangen im Ge├Ąst.

W├Ąhrend der R├╝ckfahrt h├Ąlt Teddy, der thail├Ąndisch-schwedische Guide, zuerst noch an einer historischen Zinnmine, dann an je einem buddhistischen und chinesischen Tempel und zum Abschluss noch in einem Stra├čencaf├ę. Da d├╝rfen Mutige hundertj├Ąhrige Eier und thail├Ąndische Kokosnuss-Panacotta zu eisgek├╝hltem s├╝├čem Tee oder Kaffee probieren.

Highlight zum Abschluss: Tauchen im bunten Meeresnationalpark

Der wei├če Sand ist so fein wie Puderzucker, das Meer leuchtet fast unwirklich blau: So empf├Ąngt das Tauchparadies der Similan Islands seine G├Ąste. Khao Lak ist auch die perfekte Ausgangsbasis f├╝r ein- oder mehrt├Ągige Tauchausfl├╝ge dorthin. Die Inseln in der Andamanensee gelten als bestes Tauchrevier S├╝dostasiens.

Majest├Ątische Mantarochen und bunte Fischschw├Ąrme sind im Meeresnationalpark daheim. Wer Gl├╝ck hat, der trifft sogar auf Walhaie. Und manch ein Feriengast bleibt gleich f├╝r ein paar Tage hier, mietet f├╝r wenige Baht eines der fertig aufgebauten Zelte oder einen einfachen Bungalows. Kann es einen gl├╝cklicheren Urlaubsausklang geben?

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Quellen:
- SRT

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