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Skifahren wird im Schnitt zehn Prozent teurer

Von dpa
Aktualisiert am 30.10.2022Lesedauer: 3 Min.
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Skitouren: Es herrschen trübe Aussichten für die Winterurlaubsregionen. (Quelle: Adie Bush/Getty Images)
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Skifahren: Wärmere Winter und die Alterung der Gesellschaft sind nicht gut für die Branche. Nun steht eine sehr schwierige Saison bevor.

Das Skifahren wird im kommenden Winter in vielen Skigebieten beiderseits der bayerisch-österreichischen Grenze im Schnitt um etwa zehn Prozent teurer. Abgesehen davon bereiten die Betreiber Sparmaßnahmen vor, die den Anstieg der Energiekosten abmildern sollen. Dies reicht von kürzeren Beschneiungszeiten über reduzierte Sitzheizung bis zum Verzicht auf Nachtskifahren bei Flutlicht, wie sechs Skigebiete auf Anfrage mitteilen.

So wird in Garmisch-Partenkirchen der Preis eines Tagesskipasses für Erwachsene im Vergleich zur letzten Saison von 50 auf 55 Euro steigen, in der Weihnachtszeit und in den Faschingsferien kommt noch einmal ein Aufschlag von jeweils zwei Euro dazu. Ganz ähnlich sieht es im bei oberbayerischen Skifahrern beliebten Tiroler Skigebiet Christlum am Achensee aus: Ein Erwachsenenticket soll 55 statt 50 Euro kosten, wie Geschäftsführerin Nina Kofler sagt.

Bei den Bergbahnen Oberstdorf Kleinwalsertal – dem deutsch-österreichischen Zusammenschluss von sechs Gebieten im Allgäu und Vorarlberg – wird der Tagesskipass ebenfalls um fünf Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent teurer, der neue Preis ist 57,50 Euro. "Das ist der Branchenschnitt", sagt Marketingleiter Jörn Homburg.

Mancherorts noch kräftigere Preiserhöhungen

In der Tat: Das gilt auch für Kitzbühel und seine Nachbarskigebiete in Kirchberg und Mittersill: "Die Ticketpreise wurden zwischen neun und zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr angepasst, aufgrund der hohen Energiekosten", sagte eine Sprecherin des KitzSki-Verbunds.

Mancherorts fallen die Preiserhöhungen prozentual noch kräftiger aus, vor allem in den Gebieten, die traditionell etwas günstigere Preise haben: Am Brauneck in Lenggries und am Sudelfeld wird der Tagesskipass für Erwachsene in diesem Winter mit 48 Euro zu Buche schlagen, sechs Euro mehr als in der vergangenen Saison. Am Spitzingsee gibt es ebenfalls eine Preiserhöhung um sechs auf 45 Euro, wie es beim örtlichen Skigebietsverbund Alpen Plus heißt.

Weniger stark steigen die Preise in den meisten Skigebieten für Saison- und andere Sondertickets. Generell müssen sich die Winterurlaubsregionen auf eine schwierige bis schwache Saison einstellen. Skifahren ist ohnehin nicht billig, die Konsumlaune in Deutschland laut Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK im Keller.

Auch Unterkünfte werden teurer

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Bekleidungsherstellers Schöffel ergab kürzlich, dass ein Viertel der potenziellen Winterurlauber überlegt, auf Ferien im Schnee zu verzichten. Nicht nur die Skipässe werden teurer, auch die Unterkünfte. Laut Statistischem Landesamt waren Übernachtungen in Bayern im Oktober im Schnitt knapp 14 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Viele der vergleichsweise kleinen bayerischen Skigebiete leben ganz überwiegend von Tagesgästen, sodass die Hotelkosten für deren Besucher quasi keine Rolle spielen. Anders verhält es sich jedoch in größeren Winterurlaubsregionen mit vielen Urlaubern, so in Kitzbühel oder auch im Allgäu.

Kosten sparen wollen alle Skigebiete: "Natürlich planen wir, Energie einzusparen, da die Steigerung der Energiekosten nicht auf die Gäste und Ticketpreise umwälzbar ist", sagte eine Sprecherin in Kitzbühel. In dem weltbekannten Tiroler Skigebiet soll es demnach keinen Nachtskilauf geben, die Sitzheizung der Lifte wird nur bei Temperaturen unter null Grad eingeschaltet.

Ursachen für hohe Stromkosten

Verursacht werden die Stromkosten einerseits durch den Liftbetrieb, der zweite Faktor sind die Schneekanonen. Im Oberstdorf und im Kleinwalsertal wollen die Bergbahnen nicht mehr zu den bisherigen Spitzenverbrauchszeiten morgens und abends beschneien, wie Marketingleiter Homburg sagt. Geplant ist außerdem der "frequenzabhängige Fahrmitteleinsatz" – bei weniger Betrieb fahren die Bahnen seltener beziehungsweise langsamer.

Der künstliche Schnee ist Umweltverbänden wegen des damit verbundenen Strom- und Wasserverbrauchs ohnehin ein Dorn im Auge. Viele Skigebiete waren deswegen auch schon vor der aktuellen Energiepreiskrise bemüht, den Stromverbrauch zu reduzieren. Im Skigebiet Christlum etwa seien die Pistenraupen mit Sensoren zur Schneehöhenmessung ausgerüstet, sagte Geschäftsführerin Nina Kofler. "Es wird nur so viel Schnee produziert, wie wir brauchen." Oberstdorf und Kleinwalsertal nutzen nach den Worten von Marketingleiter Homburg ausschließlich Ökostrom.

Die Berchtesgadener Bergbahn verweist auf Zahlen des Seilbahnverbands VDS, wonach sich der Energieverbrauch pro Person und Skitag auf 16 Kilowattstunden beläuft, in etwa so viel, wie ein Mittelklassewagen für 22 Kilometer benötige. Die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit sei eine Möglichkeit. "Bei der Beheizung von Räumen orientieren wir uns an der Vorgabe für öffentliche Gebäude beziehungsweise Behörden", sagte eine Sprecherin.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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