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Zeitumstellung auf Winterzeit: Gefährlich für Wildtiere und Autofahrer


Tiere auf der Straße
Umstellung auf Winterzeit: Für Autofahrer wird es gefährlich

Von dpa, ccn

Aktualisiert am 28.10.2023Lesedauer: 3 Min.
imago images 118205392Vergrößern des BildesGefahr durch Wildwechsel: Die Zeitumstellung erhöht das Unfallrisiko. (Quelle: Andreas Haas / imago images via www.imago-images.de/imago-images-bilder)
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Wenn die Uhr von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wird, folgen für Wildtiere und Autofahrer gefährliche Tage. Das sollten Sie in den kommenden Wochen beachten.

Nach der Umstellung auf Winterzeit (in der Nacht zum 29. Oktober) steigt für einige Zeit das Risiko für Wildunfälle. "Wildtiere kennen keine Winterzeit", warnt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV). "Sie sind immer in der Dämmerung auf Nahrungssuche und queren dabei Straßen."

Durch die Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr von einem Tag auf den anderen wieder in die Dunkelheit oder die Dämmerung – also genau in die Rushhour von Wildtieren. Rehe, Füchse, Feldhasen und andere Tiere sind in der Morgendämmerung (insbesondere zwischen 7 und 9 Uhr) auf Futtersuche und kreuzen dabei auch die Verkehrswege der Menschen. Damit begeben sie sich in tödliche Gefahr – und auch für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer kann das zu brenzligen Situationen führen.

Aber auch in der Abenddämmerung ist mit Wildwechsel zu rechnen. Die abendlichen Schwerpunktzeiten für Unfälle mit Damwild im Oktober und November liegen zwischen 18 und 21 Uhr. Rund jeder zweite Unfall passiert laut DJV-Daten mit Rehen.

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Reh vor dem Auto (Fotomontage) (Quelle: via www.imago-images.de/imago-images-bilder)

Laut den Zahlen des DJV-Tierfund-Katasters sind in fast jeden zweiten Wildunfall Rehe verwickelt (48 Prozent). Fuchse, Dachse, Marderhunde und Waschbären machen zusammen 14 Prozent der Unfälle aus – bei rund jedem zehnten (11 Prozent) sind Hasen und Kaninchen betroffen.

Augen auf und runter vom Gas

Wie sollten Sie sich als Autofahrer jetzt verhalten? Drei Punkte sollten Sie vor allem an Strecken beachten, die an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern verlaufen:

  • vorausschauend fahren
  • den Straßenrand im Blick behalten
  • den Fuß vom Gas nehmen und maximal aufmerksam bleiben

Schon allein Tempo 80 statt 100 verkürzt den Bremsweg um etwa 24 Meter. Das kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

Da Tiere ihre gewohnten Routen nicht ändern, ist es besonders auf neu angelegten Straßen durch ländliche Bereiche gefährlich. An besonders unfallträchtigen Abschnitten steht oft das Schild "Achtung Wildwechsel". Taucht ein Wildtier in Sichtweite auf: hupen, abblenden und bremsen. Das kann einen Zusammenstoß verhindern.

Fernlicht sollten Sie bei Dunkelheit immer dann einschalten, wenn der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Erkennen Sie helle Punkte im Seitenbereich oder direkt auf der Fahrbahn, sofort abblenden – es könnten Tieraugen sein. So verhindern Sie, dass die Tiere in Richtung der Scheinwerfer laufen oder auf der Straße stehenbleiben.

Im Ernstfall sollten Sie eine Vollbremsung machen, aber weichen Sie nicht aus: Das kann im Gegenverkehr oder an einem Baum schlimmstenfalls tödlich enden. Achten Sie auch auf Nachzügler, meist kommt nicht nur ein Tier allein auf die Straße.

Was muss ich nach einem Wildunfall machen?

Lässt sich ein Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht verhindern und kommt es zu einem Zusammenstoß, gilt: Warnblinker anschalten und mit angezogener Warnweste das Warndreieck aufstellen. Dann die Polizei anrufen – auch wenn es keine verletzten Menschen gibt. Sie kann den Wildschaden aufnehmen, was für die Voll- oder Teilkaskoversicherung wichtig werden könnte.

Je nach Police sind Schäden mit Haarwild – wie Rehen, Hirschen, Füchsen, Wildschweinen und Hasen – oder mit allen Tieren abgedeckt. Tote Tiere sollten zum Schutz vor Infektionen nur mit Handschuhen angefasst und von der Straße gezogen werden. Zu noch lebenden Tieren aber Abstand halten – zum Eigenschutz. Denn selbst ein Reh kann schwere Verletzungen verursachen, so der DJV.

Tiere nicht verfolgen und niemals mitnehmen

Aus falsch verstandener Sorge sollten Autofahrer auch ein verletztes Tier nie ins Auto laden, etwa um es zum Tierarzt zu bringen. Das hat zwei Gründe: Zum einen verursacht die ungewohnte Nähe zum Menschen großen, schlimmstenfalls tödlichen Stress bei den Tieren. Zum andern wird das Einsammeln von Tieren als Wilderei verfolgt.

Wenn das Tier weggelaufen ist: nicht versuchen, es selbst zu verfolgen, aber aus Tierschutzgründen unbedingt melden, so der DJV. Wer sich die Fluchtrichtung des Tieres merkt, kann einem Jäger helfen, das verletzte Wild mit speziell ausgebildetem Hund aufzuspüren.

Einen Wildunfall und tote Tiere entlang von Verkehrswegen kann man auch an das Tierfund-Kataster melden – ein Projekt der Jagdverbände und der Universität Kiel zur einheitlichen Erfassung von Wildunfällen. Das Melden geht auch via App (Android und iPhone).

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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