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Welchen Einfluss Jetstreams auf unser Leben haben

Von Nathalie Rippich

Aktualisiert am 12.01.2021Lesedauer: 2 Min.
Eine Computersimulation des Polarjetstreams: Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Stundenkilometern in Tausenden Metern Höhe haben Einfluss auf das Wetter.
Eine Computersimulation des Polarjetstreams: Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Stundenkilometern in Tausenden Metern Höhe haben Einfluss auf das Wetter. (Quelle: imago-images-bilder)
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Wochenlange Hitze und DĂŒrren, StarkregenfĂ€lle und Überschwemmungen: VerĂ€nderungen bei den sogenannten Jetstreams fĂŒhren zu Extremwetterereignissen. Doch wie beeinflussen die starken Winde unser Wetter?

Über dem Planeten pfeifen kontinuierlich Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometern pro Stunde. Auf der ErdoberflĂ€che spĂŒren wir davon nicht viel, in zehn Kilometern Höhe allerdings sind die Jetstreams sehr wohl zu spĂŒren. So nutzen Airlines den "RĂŒckenwind", um Zeit und Kerosin zu sparen. Doch die Bedeutung der WindbĂ€nder reicht weit darĂŒber hinaus.

Denn Winde sorgen fĂŒr den Ausgleich von Druck- und Temperaturunterschieden. So auch hoch oben: Die Jetstreams gleichen das TemperaturgefĂ€lle zwischen den Polen und dem Äquator aus. Durch die starke Sonneneinstrahlung ist es am Äquator am wĂ€rmsten, die Luftmassen steigen auf. Am oberen Ende der TroposphĂ€re bis zum Übergang in die StratosphĂ€re teilt sich die Luftmasse und strömt in Richtung der kĂŒhleren Pole – allerdings nicht horizontal. Durch die Rotation der Erde um sich selbst werden sie gen Osten abgelenkt. Am Rand der Luftmassenfronten bilden sich die Jetstreams, die in Wellenform so von West nach Ost wehen.

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Die beiden bedeutendsten Jetstreams sind der Polarjetstream und der Subtropische Jetstream. Das Wetter in Europa wird maßgeblich durch den erstgenannten beeinflusst. "Liegen wir unter einem Wellenberg in der Höhe, gibt es meist Hochdruckgebiete, ein Wellental verursacht dagegen eher Tiefdruckwetter", erklĂ€rt Meteorologin Michaela Koschak t-online.de.

Temperaturunterschiede nehmen ab – Jetstream verliert an Dynamik

Die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Polen werden durch die Klimakrise geringer. Forscher beobachten, dass der Polarjetstream an Dynamik verliert, er wird langsamer. Die Gefahr: Auch das Wetter bewegt sich weniger dynamisch. Wetterlagen wie Hitze oder NiederschlĂ€ge bleiben lĂ€nger "hĂ€ngen" und ihre Auswirkungen sind dadurch extremer.

Eine entsprechende internationale Studie, an der auch das Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung beteiligt war, legt genau diesen Zusammenhang nahe. Untersucht wurde unter anderem der Sommer 2018, in dem es auf der Nordhalbkugel eine Reihe von Extremwetterereignissen gab. Etwa die extreme Hitzewelle, unter der auch Deutschland wochenlang Ă€chzte. Oder andauernde StarkregenfĂ€lle mit Überschwemmungen im SĂŒdosten Europas. Die Ereignisse hatten eine Gemeinsamkeit: Sie waren verbunden durch ein besonderes Wellenmuster des Jetstreams. "Die Wellen des Windbands blieben lĂ€ngere Zeit stehen, statt weiter zu wandern – dadurch hielten in den betroffenen Regionen die Wetterbedingungen lĂ€nger an und wurden zu Wetterextremen", heißt es dazu vom Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung. Und weiter: "Das gleiche Muster zeigte sich auch bei den europĂ€ischen Hitzewellen in den Jahren 2015, 2006 und 2003, die zu den extremsten jemals aufgezeichneten gehören."

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Das Schlimme fĂŒr Scott Osprey vom britischen National Centre for Atmospheric Science an der UniversitĂ€t Oxford, der ebenfalls an der Studie beteiligt war: "Diese anhaltenden Hitzewellen, die durch stagnierende Wellenmuster entstehen, kommen auf den bereits beobachteten allgemeinen Temperaturanstieg durch die globale ErwĂ€rmung noch obendrauf hinzu."

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