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Brüssel will bis 2030 fünf Mal mehr Offshore-Energie in EU


Förderung von Bau und Entwicklung  

Brüssel will bis 2030 Offshore-Energie in EU verfünffachen

19.11.2020, 17:47 Uhr | AFP, dpa

Brüssel will bis 2030 fünf Mal mehr Offshore-Energie in EU . Windräder im Wattenmeer vor Schleswig-Holstein: Bis 2030 soll fünfmal mehr Offshore-Energie innerhalb der EU hinzukommen. (Quelle: imago images / blickwinkel)

Windräder im Wattenmeer vor Schleswig-Holstein: Bis 2030 soll fünfmal mehr Offshore-Energie innerhalb der EU hinzukommen. (Quelle: imago images / blickwinkel)

Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll in der EU fünf Mal mehr Energie über Offshore-Windräder produziert werden als momentan. Dafür soll auch der aktuell noch blockierte Corona-Hilfsfonds genutzt werden.

Für klimafreundlichen Strom sollen Tausende neue Windräder vor Europas Küsten gebaut werden. Europa sei bereits heute weltweit führend bei der dafür nötigen Technologie, sagte EU-Kommissionsvize Frans Timmermans am Donnerstag in Brüssel. Darin liege eine große Chance "für saubere Energie, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum".

Derzeit beläuft sich die Leistung von Offshore-Windkraftanlagen in der EU laut Kommission auf zwölf Gigawatt. Bis 2030 soll dieser Wert auf 60 Gigawatt ansteigen und bis 2050 auf 300 Gigawatt erneut verfünffacht werden. Hinzukommen sollen bis 2050 weitere 40 Gigawatt mittels anderer Technologien wie Wellen- oder Gezeitenkraftwerken, schwimmenden Photovoltaikanlagen und die Nutzung von Algen zur Herstellung von Biokraftstoffen.

"90 Prozent der Unternehmen sind aus der EU"

Bereits heute werde 40 Prozent des Offshore-Windstroms weltweit in EU-Gewässern produziert, sagte Timmermans. "Und 90 Prozent der darin aktiven Unternehmen kommen aus der EU", die darüber hinaus rund zwei Drittel der Patente auf dafür nötige Technologien hielten.

Frische Investitionen brauche es aber dennoch: Die Kommission schätzt den Bedarf für das 2050-Ziel auf 800 Milliarden Euro. Dafür sollten "Mittel aus allen einschlägigen Fonds" der EU mobilisiert werden, erklärte die Behörde. Sie ermuntere die Mitgliedstaaten, dafür auch den Corona-Hilfsfonds für die wirtschaftliche Erholung in Anspruch zu nutzen, dessen Start derzeit aber durch ein Veto von Ungarn und Polen blockiert wird.

"Win-win-Situation" für Wirtschaft und Umwelt

Den nachteiligen Einfluss neuer Windkraftanlagen auf die Umwelt bezeichnete Timmermans als verhältnismäßig gering. Mit der richtigen Technologie sei die Offshore-Strategie auch durchaus mit den Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt kompatibel. Durch die Produktion sauberer Energie ergebe sich eine "Win-win-Situation" für Wirtschaft und Umwelt, sagte der Niederländer.

Frans Timmermans: Der Kommissar für Klimaschutz in der EU-Kommission sagt, die EU könnte die Herausforderung des Ausbaus stemmen. (Quelle: Reuters/Francisco Seco/)Frans Timmermans: Der Kommissar für Klimaschutz in der EU-Kommission sagt, die EU könnte die Herausforderung des Ausbaus stemmen. (Quelle: Francisco Seco//Reuters)

"EU hat alles, was nötig ist, um Herausforderung anzugehen"

Für das 2030-Ziel an Windkraftproduktion würden nun "weniger als drei Prozent der EU-Meeresräume" benötigt.  "Mit unseren riesigen Meeresbecken und unserer industriellen Führungsrolle hat die Europäische Union alles, was nötig ist, um die Herausforderung anzugehen", sagte Kommissionsvize Frans Timmermans. Die neue Offshore-Strategie der Kommission nimmt alle Meeresflächen der EU in den Blick, also Nord- und Ostsee, den Atlantik, das Mittelmeer und das Schwarze Meer.

Windkraft auf See gilt als eine der aussichtsreichsten erneuerbaren Energien, weil der Wind dort stetig stark bläst. Doch ging der Ausbau in den vergangenen Jahrzehnten langsamer voran als ursprünglich gedacht, unter anderem wegen des schwierigen Baus und der Leitungsanbindung. Deutschland hatte nach Branchenangaben zuletzt eine Kapazität von knapp 7,4 Gigawatt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp
  • Nachrichtenagentur dpa

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