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Kampf gegen Wilderei: Diese Motorräder retten Leben

Kampf gegen Wilderei  

Diese Motorräder retten Leben

05.01.2022, 09:24 Uhr
Kampf gegen Wilderei: Diese Motorräder retten Leben. Zwei Ranger des Southern African Wildlife College fahren durch den südafrikanischen Busch (Symbolbild): Wilderer wurden bislang häufig von den lauten Geräuschen ihrer Motorräder gewarnt.  (Quelle: Cake)

Zwei Ranger des Southern African Wildlife College fahren durch den südafrikanischen Busch (Symbolbild): Wilderer wurden bislang häufig von den lauten Geräuschen ihrer Motorräder gewarnt. (Quelle: Cake)

Nichts raucht, nichts stinkt: Dass E-Autos und -Motorräder keine Abgase produzieren, gilt als ihr größter Vorteil. Nun soll ein anderes Merkmal der Fahrzeuge sogar Tiere schützen. 

Auf lautlosen Motorrädern jagt eine kleine Gruppe Ranger in Südafrika durch Busch und Savanne. Sie sind Wilderern auf der Spur, die es vor allem auf Nashörner abgesehen haben. Jedes Jahr werden dort Hunderte der bedrohten Tiere erschossen, ihre Hörner abgesägt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Das könnte sich bald ändern, dank E-Mobilität.

Im Kruger-Nationalpark im Westen Südafrikas lebt die größte Nashornpopulation der Welt – und zieht besonders viele Wilderer an. Auf der Abschussliste stehen auch Elefanten, Antilopen und zahlreiche weitere Arten. Bisher gelingt es den Parkwächtern jedoch eher selten, die Kriminellen auf frischer Tat zu ertappen.

Ein Breitmaulnashorn in Gesellschaft (Symbolbild): Die meisten der rund 18.000 Tiere dieser Art lebt auf dem Gebiet Südafrikas. Dort ist die Wilderei seit rund zehn Jahren ein großes Problem, der illegale internationale Handel mit den Hörnern der Tiere floriert. (Quelle: imago images)Ein Breitmaulnashorn in Gesellschaft (Symbolbild): Die meisten der rund 18.000 Tiere dieser Art leben auf dem Gebiet Südafrikas. Dort ist die Wilderei seit rund zehn Jahren ein großes Problem, der illegale internationale Handel mit den Hörnern der Tiere floriert. (Quelle: imago images)

Zu laut, um unentdeckt zu bleiben

"Die Benzinmotorräder, die wir bislang benutzt haben, waren alle laut, schwer und teuer", sagt Mfana Xaba, der das Anti-Wilderei-Team des Southern African Wildlife College leitet. Es liegt mitten in einem Schutzgebiet, nur wenige Kilometer vom Kruger-Nationalpark entfernt.

Seit einigen Monaten testen Xaba und die Ranger, die er ausbildet, nun zwei solarbetriebene Gelände-Motorräder. Die Maschinen sind nicht nur leise, sondern machen die Ranger dank mobiler Ladestationen auch unabhängig von Sprit und Steckdose. So sind sie gleichzeitig klimafreundlich und günstiger unterwegs als auf Benzinrädern.

Das speziell für Ranger entworfene Geländemotorrad Kalk AP (Symbolbild): Die schwedische Firma Cake will mit der neuesten Generation von E-Motorrädern den Kampf gegen die Wilderei unterstützen.  (Quelle: Cake)Das speziell für Ranger entworfene Geländemotorrad Kalk AP (Symbolbild): Die schwedische Firma Cake will mit der neuesten Generation von E-Motorrädern den Kampf gegen die Wilderei unterstützen. (Quelle: Cake)

Unterstützung aus Schweden

Der schwedische Hersteller Cake hat die Motorräder speziell für den Einsatz gegen Wilderer entwickelt und dem College geschenkt. "Wir hoffen, dass die Bikes dem Anti-Wilderei-Team helfen, noch mehr Tiere zu retten und unseren Planeten gleichzeitig grüner zu machen", sagte Unternehmenssprecherin Klara Edhag t-online.

In Zusammenarbeit mit den Rangern und einem Forschungsteam des Wildlife College will Cake die Maschinen noch besser auf die Einsätze im südlichen Afrika anpassen. Seit Oktober läuft die Probephase im Gelände. Und es gibt auch schon Erfolge.

Finanzierung über wohlhabende Motorradfans

So sei es den Ranger-Teams des College gelungen, mehrere nächtliche Angriffe von Wilderern abzuwehren. Mit Hunden und Gewehren hatten diese versucht, Zwergantilopen zu erlegen.

Eine Moschusantilope ruht sich um Unterholz aus (Symbolbild): Die in Südafrika beheimatete Zwergantilope ist zwar nicht vom Aussterben bedroht. In den Naturschutzgebieten des Landes darf sie dennoch nicht gejagt werden. (Quelle: imago images/Ann Toon)Eine Moschusantilope ruht sich im Unterholz aus (Symbolbild): Die in Südafrika beheimatete Zwergantilope ist zwar nicht vom Aussterben bedroht. In den Naturschutzgebieten des Landes darf sie dennoch nicht gejagt werden. (Quelle: Ann Toon/imago images)

Der Preis für die besonderen Offroad-Modelle ist allerdings recht steil. 13.000 Euro kostet eine Kalk AP, die ihre Mission im Namen trägt: AP steht für Anti-Poaching, Anti-Wilderei. Während das Unternehmen die ersten beiden Exemplare nach Südafrika gespendet hat, sollen die Folgemodelle mithilfe großzügiger Käufer finanziert werden.

Vorerst sind fünfzig der Motorräder für ein Eins-Plus-Eins-Programm vorgesehen: Für 25.000 Euro gibt es eine Maschine für die eigene Garage plus eine für die Ranger in Südafrika, die dazu auch die passende Ladestation samt Solarzellen bekommen.

Verwendete Quellen:

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