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Übersicht: Probleme und Positionen von EU-Ländern in der Flüchtlingskrise

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Übersicht  

Probleme und Positionen von EU-Ländern in der Flüchtlingskrise

27.08.2015, 09:21 Uhr | AFP

Die Flüchtlingskrise ist für ganz Europa zunehmend eine Zerreißprobe. Dabei befinden sich einzelne Länder in ganz unterschiedlichen Situationen. Eine Übersicht über Probleme und Positionen wichtiger EU-Staaten:

DeutschlandDie Bundesrepublik rechnet im laufenden Jahr mit einem Rekord von 800.000 Flüchtlingen. Viele Asylbewerber erreichen Deutschland dabei über andere EU-Länder wie Italien, die nach dem Dublin-System eigentlich für sie zuständig wären.
Vor diesem Hintergrund forderte die Bundesregierung wiederholt eine europäische Lösung. Jüngst mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel Registrierzentren in Italien und Griechenland noch in diesem Jahr an.
In Deutschland selbst schockierten mehrere Anschläge auf Flüchtlingsheime.
 
FrankreichPräsident François Hollande hat eine gerechtere Verteilung der durch die Flüchtlinge entstehenden Lasten innerhalb der EU eingefordert. Ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise liegt für die Franzosen in Calais. Dort beginnt der Eurotunnel, durch viele Migranten nach Großbritannien wollen.
 
GroßbritannienDas eigentliche Ziel vieler Flüchtlinge. Täglich versuchen Menschen, auf Fähren oder durch den Eurotunnel auf die Insel zu gelangen. London reagiert mit Härte, Einwanderungsminister James Brokenshire drohte: "Wenn Sie illegal hier sind, werden wir Maßnahmen ergreifen, um Sie am Arbeiten, am Mieten einer Wohnung, Eröffnen eines Bankkontos oder Autofahren zu hindern."
Großbritannien sperrt sich gegen verbindliche EU-Quoten zur Verteilung der Flüchtlinge.
 
GriechenlandIn der politisch-kulturellen Wiege Europas, das durch die Finanzkrise gebeutelt wird, kommen mit die meisten Flüchtlinge an. Sie wollen aber oft nach Nord- und Westeuropa weiterziehen, Griechenland hat also mit der Erstaufnahme zu kämpfen.
UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres urteilte vergangene Woche, das überschuldete Land sei mit der massiven Ankunft von Flüchtlingen heillos überfordert.
 
ItalienWie Hellas ist Italien eines der Länder, in denen Flüchtlinge erstmals europäischen Boden betreten. Um Menschenleben auf dem Mittelmeer zu retten, organisierte das Land zwischen Herbst 2013 und Herbst 2014 auf eigene Faust die Rettungsmission "Mare Nostrum". Auch vor diesem Hintergrund fordert Italien immer wieder mehr europäische Solidarität ein.
 
UngarnIm ganzen Jahr 2012 kamen gerade einmal 2000 Flüchtlinge in Ungarn an. Dagegen waren es allein an einem Montag Mitte August sogar mehr als 2000 Menschen, eine Woche später schon über 3000, die an einem Tag die Grenze von Serbien nach Ungarn überquerten.
Jetzt soll ein dreieinhalb bis vier Meter hoher Zaun neue Ankömmlinge abhalten. Um dem zuvorzukommen, machten sich in den vergangenen Tagen aber erst recht Tausende Flüchtlinge Richtung Ungarn auf.
 
ÖsterreichAuch das Alpenland ist von Balkan-Migranten besonders betroffen. Diese stammen entweder selbst aus den Balkan-Staaten oder nutzen diese als Transitroute, zum Beispiel von Syrien aus.
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz forderte von der EU ein schnelles Eingreifen - im eigenen Interesse: "Wenn wir am Westbalkan eine Verbesserung zusammenbringen, helfen wir uns selber." Das derzeit geltende Dublin-Abkommen funktioniere nicht.
 
SchwedenGemessen an seiner Einwohnerzahl verzeichnete das größte skandinavische Land 2014 mit Abstand die meisten Asylanträge in der EU. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise haben Rechtsextreme Oberwasser bekommen. Die Partei der Schwedendemokraten, die sich vehement gegen eine großzügige Einwanderungspolitik stemmt, wurde bei einer vergangene Woche veröffentlichten Umfrage stärkste Kraft.
 
Östliche und baltische StaatenDie Staaten in Osteuropa gehören zu den größten Bremsern, wenn es um eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise zum Beispiel durch verbindliche Quoten geht. Das ist nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Daniela Kietz von der Stiftung Wissenschaft und Politik auch eine Folge der Geschichte: Nach der Dominanz durch die Sowjetunion seien sie sehr auf ihre Souveränität bedacht, sagt Kietz. "Dass Brüssel bestimmt, wie viele Ausländer kommen, ist für diese Länder ein No-Go."
 

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