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Eine Milliarde Dollar pro Monat: Wen der Anti-IS-Kampf teuer zu stehen kommt

Eine Milliarde Dollar pro Monat  

Wen der Anti-IS-Kampf teuer zu stehen kommt

28.09.2014, 13:39 Uhr | Zusammengetragen von Daniel de Luce, AFP

Eine Milliarde Dollar pro Monat: Wen der Anti-IS-Kampf teuer zu stehen kommt. Wenn der Hightech-Kampfjet F22 Raptor fliegt, kostet das 68.000 US-Dollar. Pro Stunde. (Quelle: Reuters)

Wenn der Hightech-Kampfjet F22 Raptor fliegt, kostet das 68.000 US-Dollar. Pro Stunde. (Quelle: Reuters)

Es wird teuer, sehr teuer - das ist klar. Aber wie teuer genau, darüber sind sich selbst diejenigen nicht einig, die ganz nah dran sind. Seit mehreren Wochen fliegen die USA und arabische wie europäische Verbündete Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz im Irak und inzwischen auch in Syrien. Allein die USA, die sich erst langsam wieder von dem finanziellen und wirtschaftlichen Desaster nach den letzten Kriegseinsätzen erholen, fürchten erneut überbordende Kosten.

Denn auch wenn Mitglieder der US-Regierung und Experten im Detail auf unterschiedliche Schätzungen kommen - klar ist, dass der Einsatz, der mehrere Jahre dauern könnte, viele Milliarden Dollar kosten wird. Vielleicht sogar deutlich mehr als eine Milliarde Dollar pro Monat.

Die Schätzungen der US-Regierung:

Chuck Hagel, Verteidigungsminister in Washington, nennt für die Einsätze im Irak und Syrien Kosten zwischen sieben und zehn Millionen Dollar pro Tag. Das wären bis zu acht Millionen Euro täglich. Hagel will den US-Kongress je nach Dauer der Einsätze um zusätzliche Finanzen bitten. Dem Weißen Haus zufolge könnte der Kampf gegen die brutalen Gotteskrieger bis zu drei Jahre dauern. Generalstabschef Martin Dempsey, höchster Militär der US-Armee, rechnet sogar damit, dass die Einsätze alsbald mit "Finanzproblemen" zu kämpfen haben werden.

Schätzungen anderer Experten:

Werden die Zahlen Realität, die Gordon Adams, Haushaltsexperte von der American University in Washington D.C., nennt, dann werden diese Finanzprobleme noch viel schneller da sein. Der Einsatz gegen die Terrormiliz des Islamischen Staats (IS) werde mit 15 bis 20 Milliarden Dollar pro Jahr zu Buche schlagen, schätzt er. Das wären weit mehr als eine Milliarde Dollar pro Monat. Rechnet man dagegen die Schätzungen der US-Regierung hoch, kommt man nur (in Anführungszeichen) auf 200 bis 310 Millionen Dollar im Monat.

Dass es deutlich teurer werden wird, glaubt nicht nur Gordon Adams, sondern auch Jim Haslik vom Atlantic Council. Das ist ein Washingtoner Forschungszentrum, dessen Chef sinnigerweise Chuck Hagel war, bevor er Verteidigungsminister wurde. Die Denkfabrik widerspricht ihrem Ex-Chef und geht ebenfalls von einem "zweistelligen Milliardenbetrag" aus, den der Einsatz pro Jahr kosten wird.

Schon wegen der Ausweitung des Einsatzes vom Irak auf Syrien kommen auf die USA enorme Kosten zu: Allein bei den ersten Angriffen in Syrien am Dienstag vergangener Woche feuerten die USA 47 Tomahawk-Raketen ab. Jede einzelne Rakete kostet etwa 1,5 Millionen Dollar. Der Einsatz der Hightech-Kampfjets F-22 Raptor kostet 68.000 Dollar. Pro Flugstunde.

Teuer sind nach Angaben von Todd Harrison vom Center for Strategic and Budgetary Assessments, einer weiteren Washingtoner Denkfabrik, außerdem die Überwachungsflüge, die die Bombardierungen begleiten. Er sprach von einem "großen Gebiet", das überwacht werden muss. Dem Pentagon zufolge gibt es derzeit allein im Irak täglich 60 Überwachungsflüge.

Militärpersonal kostet auch:

US-Präsident Barack Obama hat den Einsatz von Bodentruppen im Kampf gegen den IS ausgeschlossen. Gleichwohl befinden sich derzeit rund 1600 Militärangehörige im Irak, die dort diplomatisches Personal bewachen, irakische Einsatzkräfte beraten und die Luftangriffe koordinieren. Die meisten Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Militärs und damit auch die Kosten für die USA nun deutlich erhöht.

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