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Messer-Attacke bei Paris: Regierung will islamistischen Vereinen ans Geld

Lehrer bei Paris enthauptet  

Frankreich will härter gegen islamistische Vereine vorgehen

18.10.2020, 18:35 Uhr | rtr, AFP, mk

Messer-Attacke bei Paris: Regierung will islamistischen Vereinen ans Geld. "Ich bin Samuel": Zahlreiche Menschen haben sich nach der brutalen Ermordung eines Lehrers zu einer Solidaritätsdemonstration versammelt.  (Quelle: dpa/Michel Euler)

"Ich bin Samuel": Zahlreiche Menschen haben sich nach der brutalen Ermordung eines Lehrers zu einer Solidaritätsdemonstration versammelt. (Quelle: Michel Euler/dpa)

Nach der Enthauptung eines Lehrers bei Paris leuchten Ermittler das Umfeld des 18-jährigen Angreifers aus, viele Verwandte wurden festgenommen. Islamistischen Vereinen soll es jetzt ans Geld gehen.

In Frankreich hat die Polizei nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer durch einen mutmaßlichen Islamisten eine elfte verdächtige Person festgenommen. Finanzminister Bruno Le Maire will nun die Finanzflüsse islamistischer Vereine schärfer kontrollieren. 

"Es gibt ein Problem bei der Finanzierung einer Reihe von islamistischen Vereinen, hier können und müssen wir es besser machen", sagte Le Maire dem Sender France 3 Television. Als Beispiel nannte er Kryptowährungen. Premierminister Jean Castex sagte, die Regierung arbeite zudem an einer Strategie, um Lehrer besser zu schützen. "Ich will, dass die Lehrer wissen, dass nach dieser gemeinen Tat das ganze Land hinter ihnen steht." 

Eltern des 18-Jährigen wurden festgenommen

in 18-Jähriger hatte am Freitagabend in Conflans-Sainte-Honorine, einem Vorort von Paris, den Geschichtslehrer Samuel Paty auf offener Straße mit einem Messer enthauptet. Wenig später wurde er von Polizisten erschossen. Paty hatte seinen Schülern im Staatsbürgerunterricht über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt. Einige Muslime werten jede Abbildung ihres Propheten als Gotteslästerung.

Unter den elf bis Sonntagmorgen in Gewahrsam genommen Personen sind die Eltern, der Großvater und der jüngere Bruder des mutmaßlichen Täters. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde auch der Vater eines Schülers festgenommen. Er soll sich mit dem Lehrer über dessen Unterricht gestritten haben.

Halbschwester des 18-Jährigen soll zum IS gegangen sein

Der Vater hatte sich im Internet darüber beschwert, dass der Lehrer seinen Schülern Nackt-Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt habe. Die Halbschwester des Festgenommenen soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nach Syrien gezogen sein. Unter den Verdächtigen in Gewahrsam befindet sich Ermittlerkreisen zufolge auch ein islamistischer Aktivist. Er soll zusammen mit dem festgenommenen Vater die Entlassung des Lehrers beantragt haben.

Der 47-jährige Geschichtslehrer hatte mit seinen Schülern das Thema Meinungsfreiheit im Unterricht behandelt und dabei die umstrittenen Karikaturen verwendet. Er wurde in der Nähe der Schule auf offener Straße enthauptet, der Täter soll nach der Tat "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben.

Foto mit Kopf des Opfers auf Twitter veröffentlicht

Der Angreifer, der von der Polizei in der Nähe des Tatorts nordwestlich von Paris erschossen worden war, war in Frankreich bislang nicht wegen Radikalisierung erfasst worden. Er war der Polizei wegen krimineller Delikte bekannt, für die er jedoch nicht verurteilt wurde, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach Angaben der russischen Botschaft hatte der in Moskau geborene Angreifer keine Beziehungen zu Russland, da er seit zwölf Jahren in Frankreich gelebt habe.

Ob der in Evreux lebende mutmaßliche Angreifer einmal Schüler an der Schule des Opfers gewesen war, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Er hatte den Angaben zufolge kurz nach der Tat ein Foto des abgetrennten Kopfes seines Opfers auf Twitter veröffentlicht und Präsident Emmanuel Macron als "Anführer der Ungläubigen" bezeichnet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters und AFP

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