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Vereinte Nationen: Ende der Hilfe für Millionen Syrer? EU warnt vor Katastrophe

Vereinte Nationen  

Ende der Hilfe für Millionen Syrer? EU warnt vor Katastrophe

08.07.2021, 14:16 Uhr | dpa

Vereinte Nationen: Ende der Hilfe für Millionen Syrer? EU warnt vor Katastrophe. Lastwagen mit humanitärer Hilfe am türkisch-syrischen Grenzübergang Bab Al-Hawa.

Lastwagen mit humanitärer Hilfe am türkisch-syrischen Grenzübergang Bab Al-Hawa. Foto: Anas Alkharboutli/dpa/Archivbild. (Quelle: dpa)

Istanbul (dpa) - Kurz vor einem möglichen Aus der UN-Hilfe für Millionen Syrer hat der EU-Kommissar für Krisenmanagement vor einer Katastrophe für die Menschen in dem Bürgerkriegsland gewarnt.

Hintergrund ist ein Streit im UN-Sicherheitsrat über die Offenhaltung eines Grenzübergangs für Hilfslieferungen und den Einfluss der syrischen Führung auf deren Verteilung. "Eine Nicht-Erneuerung dieser Lebensader über Bab al-Hawa würde enorm dramatische Konsequenzen haben für Millionen von Menschen", sagte Janez Lenarcic am Donnerstag im türkischen und nahe der syrischen Grenze gelegenen Ort Reyhanli. "Dieser Übergang muss erhalten bleiben."

Bab al-Hawa ist ein Grenzübergang im Nordwesten Syriens, über den täglich große Mengen Hilfslieferungen von der Türkei in das Bürgerkriegsland gelangen. 2014 wurde die UN-Mission ins Leben gerufen, am 10. Juli soll sie auslaufen.

Eine Verlängerung im Sicherheitsrat droht am Veto Russlands zu scheitern. Drei weitere Grenzübergänge wurden bereits auf Betreiben der russischen Führung geschlossen. Moskau argumentiert, die Lieferungen könnten auch über die syrische Hauptstadt Damaskus in Rebellengebiete gelangen. Viele Experten lehnen diesen Vorschlag ab. Die Kontrolle über einen bedeutenden Teil der Hilfe würde die Position von Präsident Baschar al-Assad gegenüber politischen Gegnern deutlich stärken.

Rund vier Millionen Syrer leben nach UN-Schätzungen im Nordwesten Syriens. Die meisten sind Vertriebene, die in Lagern, halb fertigen Häusern und ähnlichen ärmlichen Unterkünften leben. Sie sind fast alle angewiesen auf humanitäre Hilfe, nicht zuletzt der Vereinten Nationen. Allein 1,3 Millionen Menschen erhalten Lebensmittel vom Welternährungsprogramm (WFP).

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