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Helfer: Norden √Ąthiopiens vor Katastrophe

Von dpa
14.01.2022Lesedauer: 2 Min.
√Ąthiopische Regierungssoldaten fahren auf einem Lastwagen durch die Region Tigray im Norden √Ąthiopiens.
√Ąthiopische Regierungssoldaten fahren auf einem Lastwagen durch die Region Tigray im Norden √Ąthiopiens. (Quelle: Ben Curtis/AP/dpa./dpa)
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Genf/Addis Adeba (dpa) - Die letzten Nahrungsmittelrationen f√ľr unterern√§hrte Kinder und hungernde Erwachsene in Nord√§thiopien gehen nach Angaben der Vereinten Nationen zur Neige.

Das Weltern√§hrungsprogramm (WFP) kann wegen der intensiven K√§mpfe in der Region Tigray seit Dezember nichts mehr liefern. "Wir stehen am Rand einer humanit√§ren Katastrophe", sagte der WFP-Direktor f√ľr Ostafrika, Michael Dunford, am Freitag.

Die Regierung in Addis Abeba verwahrte sich gegen Kritik des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er hatte die Zustände dort als "Hölle" bezeichnet und der Regierung vorgeworfen, mit einer Blockade den rund sieben Millionen Menschen in Tigray bewusst Nahrung und Medikamente vorzuenthalten. Die Regierung bezichtigte Tedros, der aus der Region stammt, er mische sich in innere Angelegenheiten ein, blähe die Zahl der Notleidenden auf und sei selbst Mitglied der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF).

Berichte √ľber Angriffe auf Zivilisten in Tigray

Der blutige Konflikt begann im November 2020. Die zwei Jahre zuvor ins Amt gekommene Zentralregierung wollte die in Tigray herrschende TPLF verdr√§ngen. Diese hatte zuvor ganz √Ąthiopien dominiert. Der Vielv√∂lkerstaat im Osten Afrikas mit 115 Millionen Einwohnern droht durch die K√§mpfe zu zerfallen.

Nach Angaben des WFP ben√∂tigen 9,4 Millionen Menschen in Tigray und Nachbarregionen Nahrungsmittelhilfe. Auch in anderen Landesteilen √Ąthiopiens seien Menschen auf Hilfe angewiesen, aber dem WFP fehlten bald die finanziellen Mittel, um helfen zu k√∂nnen.

Das UN-Menschenrechtsb√ľro berichtete am Freitag in Genf √ľber schwere Zerst√∂rungen in Tigray durch √§thiopische Milit√§rangriffe. Seit Anfang des Jahres seien dort mindestens 108 Menschen ums Leben gekommen. Allein am Montag seien 17 Menschen, √ľberwiegend Frauen, bei einem Drohnen-Angriff auf eine M√ľhle get√∂tet worden. Das Menschenrechtsb√ľro rief die Regierung auf, internationales Recht einzuhalten und Zivilisten vor Angriffen zu sch√ľtzen.

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