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Kriminologin warnt: Die Behörden mĂŒssen wacher sein

Von dpa
Aktualisiert am 19.03.2020Lesedauer: 2 Min.
Trauerfeier in Hanau: Vor einem Monat hatte ein rechtsextremer EinzeltÀter neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet.
Trauerfeier in Hanau: Vor einem Monat hatte ein rechtsextremer EinzeltÀter neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet. (Quelle: imago-images-bilder)
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Vor einem Monat erschĂŒtterte ein rassistischer Terroranschlag die Republik. Noch immer ist in Hanau keine Ruhe eingekehrt. Nun mahnt eine Forscherin eindrĂŒcklich vor neuen Taten.

Einen Monat nach dem rassistischen Anschlag in Hanau dauert die Fassungslosigkeit ĂŒber die Tat an. Es steht auch weiterhin die Frage im Raum, ob man die GefĂ€hrlichkeit des SchĂŒtzen hĂ€tte bemerken können. "Man kann versuchen, diese TĂ€ter im Vorfeld zu erkennen", sagte die Gießener Kriminologin Britta Bannenberg, die zu AmoktĂ€tern und terroristischen EinzeltĂ€tern forscht. "Letztlich sind solche EinzeltĂ€ter sehr selten. Und wir wissen aus der Forschung, dass sie im Vorfeld ihrer Taten monatelang Andeutungen machen."

Bannenberg zufolge geht es dabei nicht um direkte Drohungen, diese bleiben eher unspezifisch. "Es wird sowas gesagt wie: "Ich werde eines Tages etwas machen, das werdet ihr nie vergessen". Das bleibt immer so ein bisschen diffus und wirkt trotzdem bedrohlich." Auch der AttentĂ€ter von Hanau hatte bereits vor dem Anschlag Teile seines spĂ€teren Bekennerschreibens als Anzeige an die Bundesanwaltschaft geschickt. Lesen Sie alles dazu HIER. t-online.de hatte zuerst darĂŒber berichtet, einen Tag spĂ€ter bestĂ€tigte der Generalbundesanwalt den Eingang des Schreibens.

Kriminologin Britta Bannenberg
Britta Bannenberg nimmt an einer Pressekonferenz teil. (Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Vor einem Monat hatte der 43-jÀhrige Deutscher dann neun Menschen mit auslÀndischen Wurzeln erschossen. Weitere Personen wurden verletzt. Er soll auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Mann eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

"Den terroristischen EinzeltĂ€ter zeichnet nicht nur eine ideologische Richtung aus, sondern auch Hass entweder gegen die ganze Gesellschaft oder gegen bestimmte Gruppen im Besonderen", sagte Kriminalwissenschaftlerin Bannenberg weiter. Den Hanauer SchĂŒtzen stufte sie im Kern als einen rechtsterroristischen EinzeltĂ€ter ein – "aber mit Elementen eines AmoktĂ€ters, noch dazu mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit einer paranoiden Schizophrenie". Er zeige in seinem Pamphlet ein "extremes Wahngebilde, gleichzeitig aber einen sehr realen Rechtsextremismus, der in einer schlimmen Mehrfachtötung gemĂŒndet hat".

Kriminologin appelliert an Polizei

Wichtig sei es, als Gesellschaft aufmerksam zu sein, betonte Bannenberg. An ihrem Institut an der Uni Gießen gibt es das "Beratungsnetzwerk AmokprĂ€vention", an das sich Menschen wenden können, die befĂŒrchten, dass eine Person in ihrem Umfeld zum TĂ€ter werden könnte. Nach dem Anschlag von Hanau und der Gewalttat im nordhessischen Volkmarsen, bei dem ein Mann am Rosenmontag ein Auto in eine Menschenmenge steuerte und Dutzende verletzte, verzeichnet demnach die Beratungsstelle mehr Anrufe. Wenn man Verdachtsmomente habe, dann gehe es darum, Informationen zusammenzutragen.

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Ein Appell der Kriminologin: "Ich glaube, die Polizei, die Psychiatrien und auch die Justiz mĂŒssen etwas mutiger im Handeln sein", sagte die Professorin. "Sie mĂŒssen auch teilweise wacher sein, wenn Gefahrensignale geĂ€ußert werden. Ich weiß nicht, wie viele Menschen auch abgewimmelt werden, wenn gesagt wird: 'Ich bin besorgt ĂŒber jemanden'. Es muss eine spezialisierte BedrohungsabklĂ€rung stattfinden. Das kann Polizei eigentlich sehr gut leisten."

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