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Katastrophe in Brasilien: Video zeigt Moment des verheerenden Dammbruchs

Katastrophe in Brasilien  

Video zeigt den Moment des verheerenden Dammbruchs

02.02.2019, 18:23 Uhr | dru, t-online.de, dpa

Katastrophe in Brasilien: Video zeigt Moment des verheerenden Dammbruchs. Dammbruch in Brasilien: Ungebremst ergießt sich die rot-braune Schlammmasse ins Tal. (Quelle: Screenshot/The Guardian/Youtube)

Dammbruch in Brasilien: Ungebremst ergießt sich die rot-braune Schlammmasse ins Tal. (Quelle: Screenshot/The Guardian/Youtube)

Vor einer Woche hat ein Dammbruch in Brasilien mehr als 100 Menschen getötet. Nun sind Videoaufnahmen von der Katatstrophe aufgetaucht. Sie sind schockierend.

Vor einer Woche brach im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais ein Damm an einer Eisenerzmine. Eine Lawine aus Schlamm und Geröll ergoss sich daraufhin auf einer Fläche so groß wie 400 Fußballfelder und begrub mehrere Siedlungen unter sich. 110 Todesopfer wurden bislang geborgen und noch immer werden mehr als 200 Menschen vermisst.

Mit welcher Wucht die Lawine über die ahnungslosen Menschen hereinbrach lassen nun aufgetauchte Videoaufnahmen erahnen. Mehrere stationäre Kameras am Unglücksort haben Szenen der Katastrophe eingefangen.

Zu sehen ist, wie ein mehrere Hundert Quadratmeter großes Teilstück eines Berghanges auf breiter Front ins Rutschen gerät. Sekunden später rollen Schlammmassen durch ein einen Wald und wirbeln dabei Staub auf.

In einer zweiten Einstellung sieht man, wie sich rot-bräunliches Gemisch aus Sand, Erde und Gesteinsbrocken über das Gelände der Mine ergießt. Am Rand des Bildes sieht man einen Güterzug und mehrere Fahrzeuge. Ob die Insassen der Lawine entkommen konnten, bleibt unklar.

Bergung der Opfer unter Extrembedingungen

Die Helfer am Unglücksort hatten zuletzt kaum noch Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Das letzte Opfer, das lebend aus dem Geröll gerettet wurde, war am vergangenen Samstag geborgen worden. Wie Feuerwehr-Sprecher Pedro Aihara erklärte, gestalteten sich die Sucharbeiten äußerst mühsam. "Der Schlamm ist wohl einer der schwierigsten Untergründe zum Arbeiten." Es könnten keine schweren Maschinen eingesetzt werden. "Und es ist auch schwieriger als Wasser, denn Wasser ermöglicht es uns, die Körper sehr leicht zu identifizieren", sagte er.

An der Seite von Feuerwehrleuten, Mitarbeitern des Zivilschutzes, Polizisten und freiwilligen Helfern beteiligten sich auch rund 130 israelische Soldaten an den Arbeiten. Neben Geräten zur Ortung von Handysignalen kamen auch Spürhunde und einfache Werkzeuge wie Stangen und Schaufeln zum Einsatz.

Aihara sprach auch von den Belastungen für die Suchmannschaften: "Es ist schockierend." Wegen der Wucht der Schlammwelle seien die Körper häufig nicht mehr vollständig erhalten. In dem Schlamm sei es für die Helfer zudem oft schwierig, menschliche Überreste von Tieren oder anderen organischen Stoffen zu unterscheiden.

Zuletzt konzentrierten sich die Sucharbeiten auf die Cafeteria der Mine, wo sehr viele Opfer vermutet wurden. "Die Leichen, die wir heute gefunden haben, lagen in unmittelbarer Nähe des Speisesaals", sagte Aihara am Donnerstag. Das Gelände sei allerdings sehr groß und die Opfer dürften auf einer weitläufigen Fläche verteilt sein.

Damm war vom TÜV abgenommen

Die Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Der Damm war noch im vergangenen Jahr von Mitarbeitern des Münchner Unternehmens TÜV Süd geprüft worden. Am Dienstag nahm die Polizei drei Mitarbeiter von Vale und zwei TÜV-Prüfer vorläufig fest. "TÜV Süd bedauert zutiefst den Dammbruch in Brumadinho", hieß es am Mittwoch in einer kurzen Stellungnahme.

Nach Angaben der Firma hatten TÜV-Mitarbeiter im Auftrag von Vale im Juni 2018 eine regelmäßige Überprüfung des Damms durchgeführt und im September 2018 eine reguläre Sicherheitsinspektion. Weitere Angaben wollte TÜV Süd wegen der laufenden Ermittlungen nicht machen.
 

 
Bereits im Jahr 2015 gab es im Bundesstaat Minas Gerais ein ähnliches Unglück. Bei der "Tragödie von Mariana" kam es in einem Eisenerzbergwerk zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken. Seinerzeit kamen 19 Menschen ums Leben. Das damalige Betreiberunternehmen Samarco gehörte ebenfalls Vale sowie dem australisch-britischen Konzern BHP.

Vale kündigte nach der neuen Katastrophe weitreichende Konsequenzen an. Das Unternehmen werde alle Dämme von der Bauart wie in Brumadinho und Mariana abreißen, sagte Konzernchef Fabio Schvartsman. Die Stilllegung der zehn baugleichen Dämme werde etwa fünf Milliarden Reais (1,18 Mrd Euro) kosten und die Eisenerzproduktion des Unternehmens um 40 Millionen Tonnen pro Jahr drosseln.

Verwendete Quellen:

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