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Corona in Deutschland: Wo es derzeit viele Neuinfektionen gibt – Karte

Interaktive Karte  

Corona-Obergrenze: Wo es derzeit zu viele Neuinfektionen gibt

Von Laura Stresing und Cem Özer

22.06.2020, 10:32 Uhr
Corona in Deutschland: Wo es derzeit viele Neuinfektionen gibt – Karte . Grafik: Neuinfektionen in den Landkreisen. (Quelle: Getty Images)

Grafik: Neuinfektionen in den Landkreisen. (Quelle: Getty Images)

Im Mai haben sich Bund und Länder geeinigt: In vielen Landkreisen können die Corona-Maßnahmen gelockert werden – unter der Bedingung, dass die Zahl der Neuansteckungen einen bestimmten Wert nicht überschreitet. Mancherorts ist das aber der Fall. Hier sehen Sie täglich, wie die aktuelle Lage ist.

Anfang Mai haben sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten darauf geeinigt, dass die Ausnahmeregelungen und Einschränkungen, die zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie erlassen wurden, schrittweise gelockert werden. Anstelle von bundes- und landesweiten Verboten sollen regionale Maßnahmen gelten, um Ausbrüche lokal zu unterbinden. 

Neue Obergrenze festgelegt

Dazu wurde eine Obergrenze festgelegt: Demnach dürfen Maßnahmen gelockert werden, wenn in der betroffenen Region in den vergangenen sieben Tagen nicht mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Zeichnet sich ein erneuter Ausbruch ab, sollen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, etwa ein regionaler Lockdown.

Unsere interaktive Karte zeigt, welche Landkreise die Obergrenze sprengen oder an ihr kratzen.

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über einen Landkreis, um zu erfahren, wie viele Neuinfektionen es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gab. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut und werden täglich aktualisiert. Bitte beachten: Landkreise und gleichnamige Kreisstädte werden gesondert ausgewiesen. Um beispielsweise den Wert für die Stadt Rosenheim im Landkreis Rosenheim zu sehen, müssen Sie gegebenenfalls in die Karte hineinzoomen.

Der aktuelle Ausbruch im Landkreis Gütersloh und im benachbarten Warendorf geht auf die Fleischfabrik Tönnies zurück. Dort haben sich mehr als 1.000 Mitarbeiter infiziert. In Göttingen wurden mehr als hundert Infektionen in einem Hochhauskomplex festgestellt. In beiden Fällen reagierten die Behörden mit lokalen Quarantänemaßnahmen, gezieltem Testen und teilweise auch Schulschließungen. Man hofft, die Infektionswelle zu stoppen, noch bevor sie die breite Bevölkerung erreicht. 

Darum ist die 7-Tages-Inzidenz aussagekräftiger als andere Werte

Für diese Statistik wird die Zahl der Neuinfektionen ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt. Das ist wichtig, da bei der Betrachtung der absoluten Zahlen vor allem die Hotspots in den Großstädten auffallen würden, nicht aber in kleineren Gemeinden mit wenigen Einwohnern. Durch die Berechnung von 7-Tages-Intervallen werden zudem statistische Schwankungen durch Wochend- und Feiertage zumindest teilweise aufgefangen.

Außerdem spiegelt der Wert das aktuelle Infektionsgeschehen und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser wider als beispielsweise die Gesamtzahl der Fälle. Schließlich sind von den Covid-19-Patienten viele bereits wieder genesen und nicht mehr ansteckend. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass in den letzten sieben Tagen nicht alle Fälle registriert wurden und es eine höhere Dunkelziffer gibt. 

Warum wurde 50 als Obergrenze festgelegt?

Bei einer geringen Zahl von Neuinfektionen lassen sich die betroffenen Personen einfacher isolieren und weitere Ansteckungen vermeiden. Auf dem Land gelingt das vermutlich noch besser als in dicht besiedelten Großstädten. Auch Ausbrüche in "isolierten Settings" wie Altenheimen gelten als leicht kontrollierbar und dürften nicht die gleichen Konsequenzen nach sich ziehen wie beispielsweise mehrere gleichzeitige Infektionswellen nach privaten Veranstaltungen. 

Tatsächlich ist es vielen Landkreisen in Deutschland bereits gelungen, die neuen Fallzahlen auf ein Minimum zu reduzieren (hier finden Sie eine Karte). Manche Regionen, vor allem im Osten der Bundesrepublik, waren nie besonders stark betroffen. Warum das so ist, können Sie hier nachlesen. Bald schon könnten mehr und mehr Landkreise und Städte "Corona-frei" sein, während das Virus anderswo noch immer Opfer fordert. Diesen regionalen Unterschieden soll die neue Regelung Rechnung tragen. Für und Wider der neuen Strategie haben wir hier besprochen.

Trotzdem ist weiterhin Vorsicht geboten, denn eine zweite Welle im Herbst ist wahrscheinlich. Virologen warnen sogar, dass sich SARS-CoV-2 inzwischen deutschlandweit verbreitet hat, sodass es dann zu mehreren Ausbrüchen gleichzeitig kommen würde. Die Fallzahlen steigen bereits wieder stärker als noch im April. Abstandsregeln und Hygienevorschriften sollten weiterhin eingehalten werden. Insbesondere das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hat sich wiederholt als effektive Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie erwiesen. 

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