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Neue Schweinegrippe G4: Virus könne weitere Pandemie auslösen

"Ständig dem Risiko ausgesetzt"  

Neue Art der Schweinegrippe mit Pandemiepotenzial entdeckt

30.06.2020, 20:43 Uhr | AFP

Neue Schweinegrippe G4: Virus könne weitere Pandemie auslösen. In China haben Forscher ein neues Schweinegrippe-Virus entdeckt. Es könnte dem Menschen gefährlich werden. (Quelle: imago images/Martin Wagner)

In China haben Forscher ein neues Schweinegrippe-Virus entdeckt. Es könnte dem Menschen gefährlich werden. (Quelle: Martin Wagner/imago images)

In China haben Wissenschaftler ein neues Schweinegrippe-Virus entdeckt. Die Forscher zeigen sich besorgt. Das Virus könne möglicherweise eine weitere Pandemie auslösen. 

Forscher haben ein neues Schweinegrippe-Virus entdeckt. Das Virus mit dem Namen G4 besitze "alle wesentlichen Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können", schrieben die Forscher mehrerer chinesischer Universitäten und des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention. Am Montag veröffentlichten sie einen Artikel in der US-Fachzeitschrift "PNAS". G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 die Schweinegrippe-Pandemie auslöste.

Hochinfektiös und schwerwiegende Symptome in Experimenten

Für die Studie nahmen Forscher zwischen 2011 und 2018 30.000 Nasenabstriche von Schweinen in Schlachthöfen in zehn chinesischen Provinzen. Dabei konnten 179 verschiedene Schweinegrippe-Viren isoliert werden. Die meisten davon waren zählten zu einer neuen Art, die seit 2016 vermehrt bei Schweinen auftritt.

Anschließend führten die Forscher unter anderem Experimente an Frettchen durch. Auf diese Tiere wird in Grippestudien zurückgegriffen, weil sie ähnliche Symptome wie Menschen aufweisen. Dabei wurde beobachtet, dass G4 hochinfektiös ist, sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome verursacht als andere Viren.

Tests zeigten auch, dass jegliche Immunität, die Menschen durch die saisonale Grippe gewinnen, keinen Schutz vor G4 bietet. Den Wissenschaftlern zufolge waren bereits 10,4 Prozent der Schweinehalter infiziert. Auch 4,4 Prozent der Bevölkerung seien dem Virus ausgesetzt gewesen, wie die Forscher durch Antikörpertests herausfanden.

Besorgniserregend: Virus passt sich an Menschen an

Die Hauptsorge der Wissenschaftler sei es, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden könne. Es sei besorgniserregend, dass sich das Virus an den Menschen anpasse und sich damit das Risiko einer Pandemie beim Menschen erhöhe, schrieben die Forscher.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge in Großbritannien. Eine zoonotische Infektion wird durch einen Erreger verursacht, der von einem Tier auf einen Menschen übergesprungen ist.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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