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AfD-Politiker hetzte offenbar in Telegram-Gruppe von Attila Hildmann

Von t-online, loe

Aktualisiert am 26.11.2020Lesedauer: 2 Min.
Johannes Huber: Der AfD-Politiker soll laut Medienbericht in Telegram-Gruppe dazu aufgerufen haben, gegen politische Gegner Druck in der Corona-Krise zu machen.
Johannes Huber: Der AfD-Politiker soll laut Medienbericht in Telegram-Gruppe dazu aufgerufen haben, gegen politische Gegner Druck in der Corona-Krise zu machen. (Quelle: Metodi Popow/imago-images-bilder)
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Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann hetzt in Telegram-Gruppen gegen politische Entscheider in der Corona-Krise. Jetzt kam heraus: Auch ein AfD-Politiker rief dazu auf, bei politischen Gegnern Druck zu machen.

Der AfD-Politiker Johannes Huber soll seit Juni in der Telegram-Gruppe von Attila Hildmann aufgerufen haben, politische Gegner zu kontaktieren. Die Gruppenmitglieder sollten "Druck" machen, schrieb er laut einer Recherche von "Netzpolitik.org". Auch weitere Vorfälle beschäftigen die Politik. Jetzt untersucht der Ältestenrat den "Fall Johannes Huber".

Sicherheitsbehörden bewerten die Gruppe "Freiheits-Chat" von Attila Hildmann auf der Nachrichtenplattform Telegram als verfassungsfeindlich. Dort würden rechtsextremistische und antisemitische Inhalte geteilt, heißt es. Huber selbst soll in der Chatgruppe neben mehreren Nachrichten auch eine Art "Brandbrief" geteilt haben. Darin spricht er die Leser mit "Liebe Mitstreiter" an und fordert in dem Dokument die Aufhebung der "Epidemischen Lage von nationaler Tragweite".

Versucht jemand, Hubers Spuren zu verwischen?

Dass er der Bearbeiter des Dokuments ist, zeigen die Meta-Daten der Datei. Darin steht "Johannes Huber MdB-Intern" unter dem Punkt "bearbeitet". Sein persönlicher Referent Tobias Teich ist unter dem Punkt "erstellt" vermerkt. Auf Nachfrage von "Netzpolitik.org" bestreitet Huber, Teil der Gruppe zu sein – obwohl er sich bei einer Kontaktaufnahme mit diesem Telegram-Profil persönlich am Telefon meldete.*


Doch irgendjemand versucht offenbar, Spuren zu verwischen. Denn die Nachricht mit dem "Brandbrief" war Stunden nach Versenden gelöscht. Auch andere Nachrichten von Huber sind verschwunden, so das Rechercheportal.

Der AfD-Politiker fiel auch mit Aktionen im Bundestag auf. Er habe versucht, an Büros anderer Abgeordneter zu filmen oder filmen zu lassen. Ein Mitarbeiter** von SPD-Politiker Karl Lauterbach war einer von ihnen. Er sagt dazu: "Ich wurde nicht darauf hingewiesen, dass gefilmt wurde, und es wurde nicht um Erlaubnis gefragt, mich aufzunehmen." Vermutet habe er es aber schon.**

All diese ungewöhnlichen Vorfälle will nun der Ältestenrat untersuchen und darüber entscheiden, wie damit umzugehen ist. Huber selbst hat bisher keine Erklärung und kein Statement dazu abgegeben.

*In einer früheren Fassung stand, dass Huber unter der "angegebenen Nummer" ans Telefon gegangen sei. Er wurde über die Telefon-Funktion der App kontaktiert, dabei wird keine Nummer gezeigt..
**An dieser Stelle haben wir korrigiert, dass nicht Lauterbach selbst, sondern ein Mitarbeiter Lauterbachs offenbar gefilmt wurde.

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Verwendete Quellen
  • Netzpolitik.org: "AfD-Bundestagsabgeordneter mobilisierte in verfassungsfeindlicher Telegram-Gruppe"
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