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Ex-Chef der Vatikanbank zu acht Jahren Haft verurteilt - wegen Geldwäsche

Geldwäsche und Unterschlagung  

Ex-Chef der Vatikanbank zu acht Jahren Haft verurteilt

21.01.2021, 20:23 Uhr

Ex-Chef der Vatikanbank zu acht Jahren Haft verurteilt - wegen Geldwäsche. Angelo Caloia (hier bei einem Pressetermin 2012): Wegen Geldwäsche und Unterschlagung verurteilt.  (Quelle: imago images/Milestone Media)

Angelo Caloia (hier bei einem Pressetermin 2012): Wegen Geldwäsche und Unterschlagung verurteilt. (Quelle: Milestone Media/imago images)

Er soll in seiner Amtszeit Millionenbeträge beiseite geschafft haben: Angelo Caloia, der ehemalige Präsident der Vatikanbank IOR, wurde nun vom vatikanischen Gerichtshof verurteilt. Er leitete die Bank zehn Jahre lang.  

Der vatikanische Gerichtshof hat einen früheren Präsidenten der Kirchenbank IOR, Angelo Caloia, und dessen ehemaligen Anwalt wegen Geldwäsche und Unterschlagung zu jeweils acht Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Außerdem sprach das Gericht am Donnerstag auch den Sohn des Ex-Anwalts Gabriele Liuzzo (97) als Helfer schuldig und verhängte gegen Lamberto Liuzzo fünf Jahre und zwei Monate.

In dem Prozess, der seit im Mai 2018 lief, ging es um dubiose Immobiliengeschäfte. Dabei sollen Millionenbeträge zur Seite geschafft worden sein. Die Verteidigung will das Urteil anfechten.

Der 81-jährige Angelo Caloia war Präsident der Vatikanbank von 1999 bis 2009. Laut "Guardian" ist er, sollte das Urteil rechtskräftig werden, der bisher höchstrangige Angestellte des Vatikans, der wegen Finanzbetrugs verurteilt wurde. 

Der Betrug: Immobilienverkäufe unter Marktwert

Die Angeklagten, die nicht anwesend waren, erhielten zusätzlich Geldstrafen. Sie hatten zu Beginn des Verfahrens die Vorwürfe zurückgewiesen. In einigen ursprünglich angeklagten Fällen wurden die Beschuldigten freigesprochen.

Wie der Vatikan mitteilte, ging es um 29 Immobilienverkäufe in den 2000er-Jahren, die weit unter dem Marktwert getätigt worden seien. Im Verfahren waren die Schäden des Kirchenstaates auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt worden. Rund 20 Millionen sollen die Verurteilten als Ersatz zahlen. Hohe Beträge wurden schon auf Konten eingefroren und sollen eingezogen werden.

Der Verteidiger des 81-jährigen Ex-Bankchefs kündigte in einem Schreiben an, er habe Berufung eingereicht. 

Verwendete Quellen:

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