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Landkreis Friesland: Kochsalzlösung statt Impfung? Krankenschwester streitet ab

Landkreis Friesland  

Kochsalzlösung statt Impfung? Krankenschwester streitet ab

12.08.2021, 18:56 Uhr | dpa, pdi

Landkreis Friesland: Kochsalzlösung statt Impfung? Krankenschwester streitet ab. Das Impfzentrum Landkreis Friesland: Hier soll eine Krankenschwester Impfstoffspritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. (Quelle: dpa)

Das Impfzentrum Landkreis Friesland: Hier soll eine Krankenschwester Impfstoffspritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. (Quelle: dpa)

Im Friesland machte eine Krankenschwester Schlagzeilen, weil sie bei Corona-Impfungen Spritzen nur mit Kochsalzlösung aufgezogen haben soll. Ihr Anwalt streitet nun die Vorwürfe ab. 

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland hat der Anwalt der beschuldigten Krankenschwester früheren Angaben der Polizei und des Kreises widersprochen. Unzutreffend sei, dass seine Mandantin bei dem Vorfall im April sechs Spritzen allein mit einer Kochsalzlösung aufgezogen habe.

Vielmehr habe die Frau bereits bei einer ersten Aussage nach der Tat angegeben, Impfstoffreste aus übrigen Ampullen genutzt zu haben, sagte ihr Wilhelmshavener Anwalt Christoph Klatt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Auf diese Weise habe sie den Verlust des Impfstoffes aus einem zuvor zerbrochenen Fläschchen zumindest teilweise auffangen wollen. Zuvor hatten die "Ostfriesen-Zeitung" und weitere Medien berichtet.

Angeblich Impfstoffreste aufgeteilt

Die Frau hatte nach der Tat eingeräumt, den Verlust des Impfstoffes aus Furcht ihren Job zu verlieren, vertuschen zu wollen. In einer gemeinsamen Mitteilung des Landkreises und der Polizei nach Bekanntwerden des Falles war bislang davon die Rede, die Spritzen seien nur mit Kochsalzlösungen aufgezogen worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte am Donnerstag aber, dass die Frau bei einer Vernehmung Angaben, wie von ihrem Anwalt geschildert, gemacht habe. Sie gab demnach an, Impfstoffreste aus zwei Ampullen auf sechs Spritzen aufgeteilt zu haben. Warum die Angaben der Frau zuvor nicht mitgeteilt wurden, blieb zunächst offen.

Am Dienstag hatten dann Landkreis und Polizei mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau bereits zuvor Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe und weitere Personen daher keinen ausreichenden Impfschutz gegen Covid-19 hätten. 8557 Kreisbewohner sollen daher nun nachgeimpft werden. Rechtsanwalt Klatt bekräftigte erneut die Aussage seiner Mandantin, dass es keine weiteren Fälle gebe. "Das war ein einmaliger Vorfall, bei dem ihr etwas runtergefallen war."

Staatsanwaltschaft spricht von Anfangsverdacht

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg teilte am Donnerstag zudem mit, es bestehe ein Anfangsverdacht, wonach der Impfausweis und ein Ersatzdokument der Beschuldigten manipuliert sein könnte. Dort sei eine Impfung dokumentiert, die die Frau möglicherweise nicht erhalten habe, teilte ein Sprecher mit. Nach Angaben einer Zeugin soll die Beschuldigte diese um die Injektion einer zuvor selbst aufgezogenen Spritze gebeten haben. Dabei soll die Beschuldigte erklärt haben, die Spritze sei lediglich mit Kochsalzlösung aufgezogen gewesen. Zu einer Injektion ist es dann den Angaben zufolge aber nicht gekommen.

Wie der Sachverhalt strafrechtlich einzuordnen ist, sei derzeit noch offen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Der Rechtsanwalt der Beschuldigten wies auch diesen Vorwurf zurück. Seine Mandantin sei nach eigener Aussage gegen Covid-19 geimpft.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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