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Teuerstes Weltraum-Teleskop startet erfolgreich ins All

Von dpa
Aktualisiert am 26.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Die Ariane-5-Rakete von Arianespace mit dem James Webb Weltraumteleskop der Nasa an Bord.
Die Ariane-5-Rakete von Arianespace mit dem James Webb Weltraumteleskop der Nasa an Bord. (Quelle: Jody Amiet/AFP/dpa./dpa)
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Kourou (dpa) - Nach jahrzehntelanger Planung ist das teuerste jemals in der Raumfahrtgeschichte gebaute Weltraumteleskop am Wochenende erfolgreich ins All gestartet.

Mit dem gemeinsam von Weltraumbeh├Ârden in Europa, den USA und Kanada gebauten "James Webb Space Telescope" (JWST) sollen die ├Ąltesten Galaxien des Weltalls erkundet werden. Es startete am Samstag vom europ├Ąischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Franz├Âsisch-Guayana aus und befindet sich an Bord einer Ariane-Tr├Ągerrakete. Die Reise bis zum etwa 1,5 Millionen Kilometer entfernten Zielorbit dauert etwa vier Wochen.

Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen des Teleskops unter anderem Erkenntnisse ├╝ber die fr├╝he Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Untersucht werden soll auch die Umgebung unseres Sonnensystems. Aufnahmen sollen etwa zeigen, ob es bewohnbare Planeten mit Wasservorkommen gibt. Erste Daten und Bilder des Teleskops werden fr├╝hestens im Sommer erwartet. Es ist eine komplizierte Mission: Die Nasa hatte zum Start 344 kritische Punkte festgestellt, die den geplanten Einsatz des Teleskops bedrohen k├Ânnten.

"Das Potenzial von Webb liegt nicht in dem, von dem wir schon wissen, dass wir es entdecken werden", erkl├Ąrte Nasa-Chef Bill Nelson zum Start. "Es geht darum, was wir ├╝ber unser Universum noch nicht verstehen oder uns noch nicht vorstellen k├Ânnen."

"An Bord dieser Rakete sind die Hoffnungen und Tr├Ąume von zehntausenden Wissenschaftlern, die von den Erkenntnissen dieser Mission profitieren werden", sagte Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen kurz vor dem Start. "Wir haben das Universum noch nie so gesehen, wie Webb es uns zeigen wird."

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Das "James Webb"-Teleskop wurde rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete laut Betreiberangaben etwa 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Es ├╝bertrifft die Leistungsf├Ąhigkeit des Weltraumteleskops "Hubble" um ein Vielfaches. "James Webb" soll unter anderem mit Hilfe eines 25 Quadratmeter gro├čen Spiegels Bilder aus dem fr├╝hen Universum liefern. Die Mission ist auf zehn Jahre angesetzt.

Urspr├╝nglicher Start war f├╝r 2007 geplant

In einigen kleineren Komponenten steckt auch deutsche Technik, beispielsweise von Airbus, dem Jenaer Fraunhofer-Institut f├╝r Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) und vom Max-Planck-Institut f├╝r Astronomie in Heidelberg. Laut Bundesministerium f├╝r Wirtschaft und Klimaschutz sind knapp 117 Millionen Euro deutsche F├Ârdergelder in das Projekt geflossen. "Heute schreibt die internationale Raumfahrt Geschichte", teilte Minister Robert Habeck mit. "Das Teleskop zeigt uns auch, wozu wir Menschen f├Ąhig sind, wenn gro├če Ziele auf Ingenieurskunst und internationale Kooperation treffen."

Der bisherige Weg des Teleskops war von Problemen begleitet. Das Fachmagazin "Nature" hatte vom "teuersten astronomischen Risiko der Geschichte" geschrieben. Ende der 80er Jahre kam erstmals die Idee zu einem solchen Teleskop auf, seitdem wurde geplant und gebaut. Immer wieder passierten dabei kleinere Missgeschicke, die Planung verz├Âgerte sich, die urspr├╝nglich auf rund 500 Millionen Dollar gesch├Ątzten Kosten schnellten in die H├Âhe. 2007 hatte das JWST urspr├╝nglich starten sollen - aber der Start verschob sich immer wieder nach hinten.

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