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Nach Zerwürfnis von Bushido und Clanchef Villen versteigert

Von dpa
Aktualisiert am 16.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Früherer Geschäftspartner von Bushido (r)
Ein früherer Geschäftspartner (r) von Bushido kommt in Begleitung zum Potsdamer Amtsgericht. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)
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Etwa eine halbe Stunde vor dem Termin betritt der Berliner Clanchef in Begleitung von etwa einem Dutzend Familienmitgliedern das Amtsgericht Potsdam. Rapper Bushido folgt etwa 15 Minuten später - mit Blaulicht und in einer dunklen Limousine, begleitet von Personenschützern des Landeskriminalamtes. Der 43-Jährige wird als Letzter zu der Zwangsversteigerung in Saal 215 gebracht. Die einstigen Geschäftspartner würdigen sich keines Blickes. Seit ihrem Zerwürfnis sind die beiden Männer tief zerstritten und beschäftigen seit mehreren Jahren die Justiz. Am Mittwoch sorgt das erst in Potsdam, dann in Berlin für Schlagzeilen.

Mit der Zwangsversteigerung der gemeinsamen Villen von Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, und dem Clanchef endet zunächst in Brandenburgs Landeshauptstadt ein weiteres Kapitel der Freundschaft. Gemeinsam wollten die beiden das Gebäudeensemble und die Grundstücke mit einer Gesamtfläche von mehr als 16 600 Quadratmeter in Kleinmachnow südlich von Berlin nutzen. Während Clanchef Arafat A.-Ch. eine der Villen bewohnt, ist Musiker Bushido dort nie eingezogen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt privatem und geschäftlichem Miteinander hatte der Rapper 2017 die Geschäftsbeziehung zu dem heute 46-Jährigen aufgelöst. Später beantragte er dann die Zwangsversteigerung zur Aufhebung der Eigentümergesellschaft. Am Mittwoch war es soweit: Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen erfolgte die Versteigerung in Potsdam. Nach rund einstündigen Termin erteilte Rechtspflegerin Silke Tischbein mit den Worten "zum ersten, zum zweiten, zum dritten" den Zuschlag: Für 7 401 500 Euro kam der einzige Bieter - ein Sohn des Clanchefs - zum Zuge. Bushido und sein einstiger Partner verfolgten das Geschehen schweigend.

Das Gebot des 21-Jährigen entsprach der Mindestsumme, die bei dem ersten Termin zur Zwangsversteigerung geboten werden musste. Die Immobilie ist nach dem sogenannten Verkehrswert, den das Gericht benannt hatte, doppelt so hoch bewertet und liegt bei mehr als 14,8 Millionen. Nach der Versteigerung geht nun der Erlös jeweils zur Hälfte an die einstigen Geschäftspartner. Wird in den kommenden 14 Tagen kein Widerspruch eingelegt, bleiben Häuser und Grundstücke samt Schulden, die auf der Immobilie lasten, im Besitz des Clans.

Für Bushido hat sich unterdessen im Zusammenhang mit der Villa, in der es 2013 ein Feuer gab, noch eine andere Sache erledigt: Ein Verfahren gegen ihn wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Brandstiftung ist in der vergangenen Woche ohne Hauptverhandlung eingestellt worden, wie Sprecher des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft Potsdam auf Anfrage mitteilten. Hintergrund sind andere Fälle, die vom Amtsgericht Tiergarten per Strafbefehl erledigt worden sind. Mit diesen älteren Verfahren - unter anderem wegen Betrugs sowie Beleidigung und Nötigung im Straßenverkehr - hätte eine Gesamtstrafe gebildet werden müssen, wie eine Gerichtssprecherin in Berlin erklärte.

Noch geraume Zeit laufen wird aber voraussichtlich der Strafprozess vor dem Landgericht Berlin mit Bushido und seinem früheren Geschäftspartner in den Hauptrollen. Der Musiker ist Nebenkläger und Zeuge. Arafat A.-Ch. sitzt gemeinsam mit drei Brüdern auf der Anklagebank. Die Vorwürfe lauten Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Untreue.

Nach Darstellung von Bushido sollen sein langjähriger Freund und Geschäftspartner und dessen Brüder ihn am 18. Januar 2018 in einem Büro eingesperrt, beschimpft, bedroht und verletzt haben. Hintergrund soll gewesen sein, dass der Clanchef die Auflösung der Geschäftsbeziehung durch Bushido nicht akzeptiert habe.

Zu der Beziehung der einstigen Geschäftspartner wurden bereits zahlreiche Zeugen befragt, darunter auch Rapper-Kollegen wie Fler. Nun war Musiker Kay One dran, der als bürgerlichen Namen Kenneth Brodowski angab. Der 37-Jährige und Bushido hatten zunächst gemeinsame Erfolge gefeiert, dann folgte ein jahrelanger Streit. Inzwischen haben sich die beiden versöhnt.

Sie seien "eine tolle Clique" gewesen, meinte Kay One nun zu der gemeinsamen Zeit mit Arafat A.-Ch. und Bushido. Später sei es vorgekommen, dass man sich gegenseitig beleidigt habe. "Ich bin aber nie verprügelt worden", sagte der Musiker. Auf die Frage, ob es gewalttätige Übergriffe durch den Clanchef gegeben habe, sagte er: "Keine Ahnung." Die Vorgänge seien zehn Jahre her.

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