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Giffey fällt auf falschen Klitschko rein

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 24.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Giffey und Klitschko (Montage): Die Regierende Bürgermeisterin hatte sich mit ihrem Kiewer Amtskollegen zum Videotelefonat verabredet.
Giffey und Klitschko (Montage): Die Regierende Bürgermeisterin hatte sich mit ihrem Kiewer Amtskollegen zum Videotelefonat verabredet. (Quelle: Political-Moments/Cover-Images/imago)
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Offenbar hat jemand versucht, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin hereinzulegen. Sie wollte mit Vitali Klitschko telefonieren – hatte dann aber einen Betrüger dran.

"17 Uhr: Gespräch mit Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew": So war der Termin von Franziska Giffey (SPD) für Freitagnachmittag auf der Webseite der Senatskanzlei angekündigt. Doch als die Videoschaltkonferenz begann, waren die Berliner zunehmend irritiert.

Wie die Senatskanzlei per Twitter mitteilte, war die Person, die sich als Klitschko ausgab, gar nicht der echte Klitschko – auch wenn sie täuschend echt ausgesehen habe.

Senatskanzlei Berlin: Themensetzung machte misstrauisch

"Der Verlauf des Gesprächs und die Themensetzung haben auf Berliner Seite ein Misstrauen hervorgerufen", schreibt die Senatskanzlei dazu. Nachdem der Verdacht aufgekommen sei, dass auf der anderen Seite ein Fake-Klitschko saß, sei das Gespräch vorzeitig abgebrochen worden.

Die Nachfrage bei dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk habe dann endgültig für Klarheit gesorgt: Jemand anderes als Klitschko hatte mit Giffey videotelefoniert.

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Giffey: "Krieg mit allen Mitteln, um Vertrauen zu untergraben"

Berlins Regierende Bürgermeisterin äußerte sich hinterher: "Es gehört leider zur Realität, dass der Krieg mit allen Mitteln geführt wird – auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündeten der Ukraine zu diskreditieren."

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Wer versucht hat, Giffey hereinzulegen, ist bis jetzt unbekannt. Der "Tagesspiegel" hatte im Vorfeld des Gesprächs berichtet, die Berliner seien von ukrainischer Seite um den Termin gebeten worden. Allem Anschein nach sei Giffey per Deep Fake getäuscht worden, schrieb die Senatskanzlei hinterher bei Twitter. Eine digitale Manipulation.

Senatssprecherin: "Erste Viertelstunde war völlig unauffällig"

"Die erste Viertelstunde war völlig unauffällig", sagte Senatssprecherin Lisa Frerichs am Freitagabend. "Der vermeintliche Herr Klitschko hat gefragt, wie es uns mit den vielen ukrainischen Flüchtlingen geht, wie wir damit umgehen, wie die Zahlen sind, ein ganz normales Gespräch, wie wir es erwartet hatten."

Dann seien aber einige Themen angesprochen worden, die Giffey misstrauisch gemacht hätten. "Es ging einmal darum, dass er sich auf ein angebliches Gespräch mit Botschafter Melnyk bezogen und gefragt hat, wie wir das sehen, dass so viele Ukrainerinnen und Ukrainer sich Sozialleistungen in Berlin erschleichen wollten", sagte Frerichs.

"Und es gab die Bitte, dass wir durch unsere Behörden unterstützen mögen, dass gerade junge Männer in die Ukraine zurückgehen, um dort zu kämpfen." Das letzte Thema sei dann noch auffälliger gewesen: "Er hat gefragt, ob wir Kiew beratend unterstützen könnten, eine Art CSD (Christopher Street Day) auszurichten. Das war angesichts des Krieges schon mehr als seltsam."

Das Gespräch per Videotelefonie soll laut Teilnehmern eine halbe Stunde gedauert haben, bevor es abgebrochen wurde. Nun ermittlet der Staatsschutz des Landeskriminalamtes, um die Hintergründe aufzuklären.

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Ein Kommentar von Antje Hildebrandt
KiewSPDTagesspiegelTwitterUkraineVitali Klitschko

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