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Jahrhundertbrand im Grunewald: Womit müssen die Berliner rechnen?


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Womit müssen die Berliner rechnen?

Von dpa, ahi

04.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Luftaufnahme der Berliner Feuerwehr zeigt den Brand im Grunewald: Nach wie vor brennt das Feuer unkontrolliert weiter.
Die Luftaufnahme der Berliner Feuerwehr zeigt den Brand im Grunewald: Nach wie vor brennt das Feuer unkontrolliert weiter. (Quelle: Berliner Feuerwehr/dpa-bilder)
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Die Berliner Feuerwehr stellt sich beim Kampf gegen das Feuer im Grunewald auf einen tagelangen Einsatz ein. Das hat Folgen für die Anwohner – und den Hauptstadtverkehr.

Das Wichtigste im Überblick


  • Der Regen könnte der Feuerwehr helfen
  • Im Südwesten bleibt das Verkehrschaos erhalten
  • Im Bahnverkehr stockt es weiter
  • Anwohner müssen Fenster schließen – keine Evakuierungen

Es sind dramatische Bilder, die Berlin am Donnerstag erreichten. Der Berliner Grunewald steht in Flammen. Er raucht auf einer Fläche von 50 Hektar – in einer Größenordnung, wie sie die Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt hat, sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die ihren Urlaub an der Ostsee deswegen abgebrochen hatte.

Das Feuer ist so gefährlich, weil die Einsatzkräfte nicht direkt an den Brandherd herankommen: Es war am frühen Morgen nach mehreren Explosionen auf dem Gelände eines Sprengplatzes ausgebrochen. Unter der Erde lagert noch Sprengstoff. Bislang konnte sich die Feuerwehr dem Brand nur im Sicherheitsabstand von 1.000 Metern nähern, erst am frühen Abend wagten sich einzelne Einsatzkräfte auf 500 Meter heran: Stunden nach dem ersten Alarm begannen dann die ersten Löscharbeiten. 250 Leute sind dafür im Einsatz.

Unter diesen Bedingungen konnte sich das Feuer am Nachmittag weiter in Richtung Avus ausbreiten. Erst am Donnerstagnachmittag konnte die Feuerwehr mit dem Löschen beginnen. Das Wetter kommt ihr derzeit noch entgegen.

Wie geht es weiter? Was erwartet die Berliner in den nächsten Tagen?

Der Regen könnte der Feuerwehr helfen

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bleibt es am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag in der Region zwar durchwegs trocken, allerdings gibt es auch keine signifikanten Winde, die das Feuer weiter anfachen könnten.

Für Freitagnachmittag sind dagegen Schauer und Gewitter vorhergesagt. "Da kann auch Starkregen dabei sein", sagte ein DWD-Sprecher. Die Niederschlagsmenge könne der Feuerwehr dann beim Löschen helfen. Während der Gewitter könne es zu stärkeren Windböen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde kommen. Da aber gleichzeitig mit Regen zu rechnen sei, sollten auch sie das Feuer nicht weiter entfachen.

Wenn die Berliner Glück haben, erledigt der Regen den Rest wie im brandenburgischen Treuenbrietzen, wo ein Brand im Juni 400 Hektar Wald zerstörte. Die Feuerwehr stellt sich bei der Bekämpfung des Brandes allerdings auf einen langen Einsatz ein. Der Brand werde die Einsatzkräfte noch mindestens den ganzen Freitag, möglicherweise aber auch noch einige Tage länger beschäftigen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. "Aber wir werden das Feuer löschen."


Feuer im Berliner Grunewald – Munition erschwert Einsatz

Polizei und Feuerwehr am Kronprinzessinnenweg in Berlin: Am Donnerstagmorgen ist im Grunewald ein Feuer ausgebrochen.
Schwarzer Rauch war in den frühen Morgenstunden auch aus der Ferne deutlich zu sehen.
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Im Südwesten bleibt das Verkehrschaos erhalten

Von der Frage, wie schnell das gelingt, hängt für die Berliner einiges ab. Schon am Donnerstag musste der Verkehr erheblich eingeschränkt werden, Autofahrer mussten Umwege fahren. Mit der Avus wurde die wichtigste Ost-West-Achse beidseitig gesperrt, auch die Havelchaussee, der Hüttenweg, der Kronprinzessinnenweg und die Onkel-Tom-Straße sind seither nicht mehr befahrbar.

Wie lange die Sperrungen noch anhalten, konnte in der Verkehrsinformationszentrale am Donnerstag noch niemand sagen. Ein Sprecher sagte zu t-online, man warte auf neue Nachrichten von der Feuerwehr und von der Polizei. "Wir checken stündlich die Twitter-Kanäle".

Im Bahnverkehr stockt es weiter

Noch härter trifft es Berliner, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Die Regionalzüge RE1 und RE7 sowie RB21 und RB22 zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße sind unterbrochen. Die Haltestellen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfallen. Das gilt auch für die ICEs in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam. Sie werden mit Ersatzhalt in Spandau umgeleitet.

Die S-Bahnlinie S 7 zwischen Grunewald und Wannsee ist unterbrochen. Alternativ können Fahrgäste die Linie S 1 von Friedrichstraße über Schöneberg nach Wannsee nutzen. Die BVG hat vorerst die Buslinie 218 zwischen Wannsee und Messe Nord/ICC gestrichen.

Anwohner müssen Fenster schließen – keine Evakuierungen

Wer nicht unbedingt muss, sollte die Gegend um Grunewald und Wannsee sowieso meiden. Die Behörden warnten die Bevölkerung über Warn-Apps vor dem Brand und riefen Anwohner dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

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Eine unmittelbare Gefahr für die Anwohner in Zehlendorf bestehe derzeit nicht, heißt es in der Pressestelle der Feuerwehr. Zwar hatte sich der Brand am Nachmittag in Richtung Avus ausgeweitet. Der Brandherd werde aber von zwei Seiten von Gewässern flankiert, sagte ein Sprecher: Westlich von der Havel, südöstlich von der Krummen Lanke.

Und die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Evakuierungen drohten vorerst keine, doch auch auf diesen Fall stellen sich die Behörden offenbar ein. Im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat man sicherheitshalber einen Katastrophenschutzplan aus der Schublade geholt.

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Verwendete Quellen
  • Reporter vor Orr
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Anruf bei der Verkehrsinformationszentrale
  • Anruf bei der Deutschen Bahn und bei der BVG
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