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"Letzte Generation" hat Friedrichstraße in Berlin mit Bobbycars blockiert


"Letzte Generation" blockiert Verkehr mit Bobbycars

Von t-online, nhe

Aktualisiert am 03.07.2023Lesedauer: 3 Min.
Ein Demonstrant mit einer "Kai-Wegner-Maske" und eine Demonstrantin mit "Manja-Schreiner-Maske": Sie kehren symbolisch auf der Friedrichstraße die Bobby-Cars aus dem Weg.Vergrößern des BildesEin Demonstrant mit einer "Kai-Wegner-Maske" und eine Demonstrantin mit "Manja-Schreiner-Maske": Sie kehren symbolisch auf der Friedrichstraße die Bobby-Cars aus dem Weg. (Quelle: Annette Riedl/dpa)
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Neue Aktion der "Letzten Generation" in Berlin: Die Aktivisten haben die Friedrichstraße in Mitte mit Bobbycars blockiert.

Auf der umstrittenen Berliner Friedrichstraße haben Autos wieder Vorrang vor Radfahrern und Fußgängern. Seit Samstag ist der Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße für den Verkehr wieder freigegeben. Grund genug für die "Letzte Generation", eine Blockade zu starten. Die Klimaaktivisten zogen am Montagnachmittag zusammen mit der Elterngruppe "Jetzt oder nie – Eltern gegen die Fossilindustrie" mit Bobbycars über die Straße.

Die Spielzeugautos sollen symbolisch für Kinder im Straßenverkehr stehen, heißt es seitens der Gruppe. "Die Bobbycars werden von den als Manja Schreiner und Kai Wegner verkleideten Eltern mit Besen und Schneeschaufel weggefegt – ein Sinnbild für die Verkehrspolitik der CDU", so die "Letzte Generation". Schreiner (CDU) ist Berlins Verkehrssenatorin, Wegner (CDU) der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt.

Demo der "Letzten Generation": Polizei vor Ort

Die Gruppe erklärt den Protest so: "Die Verkehrswende wird abgebremst, bevor sie wirklich begonnen hat. Das Erreichen von Klimazielen, saubere Luft in der Stadt und Verkehrssicherheit für unsere Kinder scheinen nicht zu zählen", so Petra Nielsen, die an der Aktion teilnimmt. "Wir fordern eine menschengerechte Stadt statt Vorfahrt für Autos."

Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Sie sperrte den betroffenen Bereich ab. Neben der Bobbycar-Aktion klebten sich Aktivisten an anderer Stelle auch auf die Friedrichstraße, wie die "taz" und die "Berliner Zeitung" berichten. Auf Bildern von "taz"-Journalist Erik Peter ist zu sehen, wie die Polizisten die Aktivisten stellen. Zwei Klimakleber schafften es offenbar dennoch, sich auf die Straße zu kleben.

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Mit der erneuten Öffnung für den Autoverkehr ändert sich die Nutzungsart des rund 500 Meter langen Teilstücks der Einkaufsstraße in Mitte bereits zum vierten Mal. Erstmals hatte die frühere Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) den Abschnitt im August 2020 für den Autoverkehr im Rahmen eines Verkehrsversuchs sperren lassen. Mehr als zwei Jahre lang stand er ausschließlich Fahrradfahrern und Fußgängern zur Verfügung. Die Maßnahme war schon damals höchst umstritten.

Das Oberverwaltungsgericht gab im vergangenen Jahr der Klage einer Weinhändlerin aus der Charlottenstraße statt. Sie wollte nicht akzeptieren, dass in der Friedrichstraße keine Autos fahren durften, obwohl der gut einjährige Verkehrsversuch dazu bereits im Oktober 2021 ausgelaufen war. Jarasch widmete daraufhin den Teil der Friedrichstraße per Verfügung für Fußgänger und Fahrradfahrer um. Autofahrer mussten deshalb seit Ende Januar wieder andere Wege suchen, die Friedrichstraße wurde für sie erneut gesperrt.

Der neue CDU-geführte Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner steht dem Autoverkehr indes deutlich offener gegenüber als Jarasch. Verkehrssenatorin Manja Schreiner hat den Abschnitt nun wieder für Kraftfahrzeuge öffnen lassen. In Stein gemeißelt ist das allerdings nicht: "Wir brauchen ein Masterplan-Verfahren, um Anrainer und Gewerbetreibende mitzunehmen", sagte Schreiner jüngst.

Umfassendes Verkehrskonzept für Friedrichstraße

Dieses verkehrliche und städtebauliche Verfahren will die Senatorin eigenen Angaben zufolge im Herbst einleiten. Ziel sei ein offener Prozess und ein umfassendes Verkehrskonzept für den gesamten Bereich. "Dann ist es gut möglich, dass die Friedrichstraße im Sinne von Fußgängern und Fahrradfahrern auch wieder umgestaltet werden kann", betonte Schreiner.

Gegen die Verkehrspolitik des Senats protestierten am Sonntag Tausende Menschen in Berlin mit einer Fahrraddemonstration von mehreren Rad- und Umweltgruppen. Unter dem Motto "Radwegestopp? Nicht mit uns" fuhren lange Pulks von Fahrrädern nach einem Aufruf unter anderem der Initiative Fridays for Future, des Fahrradvereins ADFC und der Verkehrsgruppe Changing Cities durch die Stadt. Veranstalter sprachen von mindestens 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, vonseiten der Polizei wurden mehr als 8.000 geschätzt.

Verwendete Quellen
  • Pressemitteilung der "Letzten Generation" vom 3. Juli 2023 (per Mail)
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
  • berliner-zeitung.de: "Klimaprotest: Letzte Generation legt Friedrichstraße mit Bobbycars lahm"
  • taz.de: "Blockade der 'Letzten Generation': Friedrichstraße wieder dicht"
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