t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon

Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeRegionalBerlin

"Fridays for Future": Klimaaktivistin schockiert mit Israel-Aussagen


Israel-Aussagen bringen Fridays for Future in Bedrängnis

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 17.10.2023Lesedauer: 3 Min.
Elisa Baş bei einer Demo im Januar 2023 in Lützerath: Damals hielt sie als Sprecherin von "Fridays for Future" eine Rede.Vergrößern des BildesElisa Baş bei einer Demo im Januar 2023 in Lützerath: Damals hielt sie als Sprecherin von Fridays for Future eine Rede. (Quelle: Neundorf/imago images)
Auf Facebook teilenAuf x.com teilenAuf Pinterest teilenAuf WhatsApp teilen

Bis vor Kurzem war sie Bundessprecherin von Fridays for Future, aktiv ist sie noch immer. Jetzt sorgt Elisa Baş wegen pro-palästinensischer Aussagen für Wirbel.

Nach den Terrorangriffen der Hamas auf Israel ist Fridays for Future genötigt, in dem Konflikt deutlich Stellung zu beziehen. Mehrere Medien hatten berichtet, ein prominentes Mitglied der Organisation habe am Sonntag in Berlin an der antiisraelischen Demonstration auf dem Potsdamer Platz teilgenommen. Dort hatten sich mehr als 1.000 Personen versammelt, immer wieder war es zu Gewaltaufrufen gekommen.

Dokumentiert ist unter anderem, wie Demonstranten Parolen wie "Hamas, du Bewegung des Volkes. Lasst die Waffen nicht los, lasst die Zionisten nicht laufen!" riefen. Oder: "Millionen von uns gehen als Märtyrer nach Jerusalem."

Empfohlener externer Inhalt
X
X

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Elisa Baş: "Pogromstimmung gegen Palästinenser:innen"

Auf ihrem Instagram-Account hatte Elisa Baş, ehemalige Bundessprecherin von Fridays for Future, anschließend ein Video der Demonstration verbreitet, wie am Montagabend unter anderem "Focus" und "Bild" berichteten. Zudem kommentierte sie ein Zitat von Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Schuster hatte sich in der "Bild"-Zeitung zu Demos in Deutschland geäußert, bei denen das Blutvergießen in Israel gefeiert wird. Judenhass sei "in einigen arabischen Milieus" Mainstream, schrieb er. "Das hat mit dem Islam nichts zu tun." Wer die blutrünstige Barbarei des Hamas-Terrors feiere, der sei nichts anderes als selbst ein Barbar.

Baş, die auch nach ihrer Zeit als Bundessprecherin weiterhin bei Fridays for Future aktiv ist, antwortete den Berichten zufolge darauf: "In Deutschland herrscht eine Pogromstimmung gegen Palästinenser:innen, und Schuster heizt sie an." Baş habe zudem behauptet, derzeit finde ein Genozid in Palästina statt, also ein systematischer Mord am palästinensischen Volk.

Fridays for Future soll Konsequenzen ziehen

Kein Wort verlor sie dagegen zu den systematischen Tötungen von jüdischen Familien in ihren Häusern. Am Dienstagmorgen war der Instagram-Account von Baş nicht mehr zu erreichen.

Nun mehren sich die Stimmen, die von Fridays for Future Konsequenzen fordern. Christian Baldauf, Vorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz, verlangt auf der Plattform X (vormals Twitter) eine sofortige Entschuldigung. "Nicht wegducken!", schreibt er. "Unfassbar, im Land der Shoah."

Empfohlener externer Inhalt
X
X

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Frank Helmenstein, CDU-Bürgermeister der Stadt Gummersbach im Oberbergischen Kreis, spricht von "skandalösen" und "widerlichen" Äußerungen. Und ein Berliner CDU-Mitglied mit 20.000 Followern auf X wendet sich direkt an Luisa Neubauer: "Als Fridays for Future in Deutschland müsst ihr hierzu umgehend Stellung beziehen", schreibt Manuel Schwalm. Die Klimaschutzbewegung solle sich sofort von Baş trennen. "Ihre bodenlose Entgleisung sprengt alle Grenzen. Das darf nicht toleriert werden. Danke euch!"

Fridays for Future: "Verurteilen Terror aufs Schärfste"

Auch Grüne schalten sich inzwischen ein. Bundestagsmitglied Marlene Schönberger warf Baş "klassische Täter-Opfer-Umkehr" vor, der Abgeordnete Marcel Emmerich forderte eine "schnelle und klare Entschuldigung" von Fridays for Future.

Am Dienstagnachmittag reagierte die Organisation mit einem Statement. "Unsere bundesweiten Sprechenden werden für jeden globalen Klimastreik von unserem Presseteam bestimmt", heißt es darin. "Elisa Baş ist aktuell keine dieser Sprecher:innen. Die auf ihren privaten Accounts geteilten Aussagen stehen nicht für die Organisation."

Und weiter: "Wir verurteilen den terroristischen Angriff der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung aufs Schärfste."

Keine Aussage zu Baş' Zukunft bei Fridays for Future

Schon einen Tag nach dem Terror-Angriff hatte Fridays for Future Germany bei X erklärt: "Seit gestern erleben wir einen beispiellosen Terror der Hamas gegen Israel. Wir sind entsetzt und trauern um die Opfer."

Auf die Frage, welche Rolle Baş künftig bei den Klimaaktivisten spielen wird, ging Fridays for Future am Dienstag allerdings nicht ein.

Verwendete Quellen
  • Anfrage an Fridays for Future
  • Telefonat mit einer Sprecherin von Fridays for Future
  • bild.de: "Klima-Aktivistin schockt mit Vorwurf gegen Juden"
  • bild.de: "Grüne kritisieren judenfeindliche Klima-Aktivistin"
  • focus.de: "Genozid-Aussage in Social-Media-Post"
  • bild.de: "Gastbeitrag von Josef Schuster: 'Die Barbaren sind unter uns'"
  • Reaktionen auf der Plattform X
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website