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Monatelanges Corona-Verbot: Sexarbeit in Berlin bald wieder erlaubt

Frauen in "prekärer Situation"  

Sexarbeit nach Corona-Pause in Berlin bald wieder erlaubt

04.08.2020, 16:56 Uhr | dpa, t-online

Monatelanges Corona-Verbot: Sexarbeit in Berlin bald wieder erlaubt. Bordelle Corona (Quelle: dpa/Tom Weller/Archiv)

Ein Flyer mit der Aufschrift "No Sex, only massage welcome, safety first" liegt auf einem Tisch in einem Arbeitszimmer eines Bordells: In Berlin dürfen diese bald wieder wie gewohnt öffnen. (Quelle: Tom Weller/Archiv/dpa)

In Berlin wird Sexarbeit nach monatelanger Pause bald wieder erlaubt. Das entschied der Senat. Doch es gibt Einschränkungen – das Verbot wird schrittweise aufgehoben.

Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Das entschied der Senat am Dienstag. Demnach dürfen sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab 8. August wieder angeboten werden. Das betrifft etwa Domina-Studios. Ab 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig sein, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

Im Hinblick auf die oft sehr prekäre Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern seien Lockerungen in dem Bereich "aus gesundheits-, aber auch aus frauenpolitischer Sicht" geboten, hieß es. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Betroffenen aufgrund wirtschaftlicher Notlagen in Abhängigkeitsverhältnisse geraten und im Verborgenen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen."

Sechs Monate Verbot "unverhältnismäßig"

Gegen das Verbot der Sexarbeit während der Corona-Krise hatten Anfang Juli zahlreiche Prostituierte demonstriert. Sie kritisierten, dass die Branche derzeit in die Illegalität getrieben werde. In der Schweiz sei Sexarbeit wieder erlaubt "und es ist bislang nichts über eine Infektion auf dem Weg bekannt geworden", sagte die queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Carola Ensslen. "Fast sechs Monate Berufsverbot mit ungewisser Perspektive sind unverhältnismäßig."

Sexarbeiterinnen demonstrieren gegen das Corona-Arbeitsverbot: Trotz Lockerungen für andere Branchen blieben Prostitutionsstätten deutschlandweit geschlossen. (Quelle: dpa/Marius Becker/Archivbild)Sexarbeiterinnen demonstrieren gegen das Corona-Arbeitsverbot: Trotz Lockerungen für andere Branchen blieben Prostitutionsstätten deutschlandweit geschlossen. (Quelle: Marius Becker/Archivbild/dpa)

Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution auch aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden – in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband in Berlin. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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