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Berlin: Mehr als jeder zweite Corona-Tote war Heimbewohner

Corona-Regeln verschärft  

Mehr als jeder zweite Berliner Corona-Tote wohnte im Heim

16.12.2020, 15:38 Uhr | dpa

Berlin: Mehr als jeder zweite Corona-Tote war Heimbewohner. Auf einem Schild steht "Wohn- und Pflegeheim": In Berliner Heimen sterben besonders viele Personen an oder mit Corona. (Quelle: imago images/Roland Mühlanger/Symbolbild)

Auf einem Schild steht "Wohn- und Pflegeheim": In Berliner Heimen sterben besonders viele Personen an oder mit Corona. (Quelle: Roland Mühlanger/Symbolbild/imago images)

492 Heimbewohner sind in Berlin bereits an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das sind mehr als die Hälfte der bekannten Todesfälle in der Hauptstadt.

Der deutliche Anstieg der Corona-Todesfälle in Berlin seit Anfang Dezember geht größtenteils auf gestorbene Bewohner von Pflegeeinrichtungen zurück. 492 Menschen, die in solchen Heimen lebten, sind seit dem Frühjahr nach Corona-Infektionen gestorben. Das teilte die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage mit (Stand 15. Dezember). Anfang Dezember waren es noch 224 gewesen. Insgesamt sind bisher 899 Corona-Todesfälle in Berlin erfasst (Stand 1. Dezember: 594). Mehr als jeder zweite nachgewiesene Fall betrifft damit Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" über die Zahlen berichtet.

Auch die Zahl der Infektionen bei Pflegeheimbewohnern schnellte seit Anfang des Monats weiter in die Höhe: von damals 2.050 auf nun 3.425. Zudem wurden in dem Zeitraum rund 600 Pflegekräfte positiv getestet. Zuletzt war der Einsatz von Schnelltests in den Heimen deutlich ausgeweitet worden, einen Überblick über deren Einsatz gibt es allerdings nicht. Positive Ergebnisse müssen mit einer Laboruntersuchung abgesichert werden.

Verschärfte Corona-Regeln für Heime

Beim bislang größten bekannt gewordenen Ausbruch in einem Gesundheits- und Pflegezentrum in Mitte wurden laut Gesundheitsverwaltung bisher 115 Bewohner und 50 Mitarbeiter positiv getestet. Die Behörden vermuten als Grund für die rasche Verbreitung des Virus das Verhalten psychisch erkrankter Bewohner, denen häufig die Einsicht für die Maßnahmen fehle.

Im Zuge des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten für Pflegeheime in der Stadt ab Mittwoch neue Regeln. So müssen die Beschäftigten verpflichtend alle zwei Tage auf das Coronavirus getestet werden, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mitteilte. Besucher dürfen nur dann in die Einrichtungen kommen, wenn sie Maske tragen und ein negatives Testergebnis vorweisen. Dieses darf nicht älter als 24 Stunden alt sein, andernfalls sollen sich Besucher vor Ort testen lassen können. Besuchsregeln wurden verschärft.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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