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Nach Tod in Friedrichshain: Polizist parkt Radweg zu – Video sorgt für Empörung

Reaktion "unangemessen"  

Polizist parkt Radweg zu – Video sorgt für Empörung

Von Nils Heidemann

12.06.2021, 14:33 Uhr
Nach Tod in Friedrichshain: Polizist parkt Radweg zu – Video sorgt für Empörung. Die Stelle des Unglücks (Archivbild): Eine 37-jährige Radfahrerin ist Ende Mai verstorben, weil sie einem Geldtransporter auf einem Radweg ausweichen musste. (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)

Die Stelle des Unglücks (Archivbild): Eine 37-jährige Radfahrerin ist Ende Mai verstorben, weil sie einem Geldtransporter auf einem Radweg ausweichen musste. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Ein Video auf Twitter zeigt einen Polizisten in Berlin, der auf einem "Pop-up-Radweg" parkt – Radfahrer müssen den Wagen umfahren. Es sorgt für große Diskussionen. Denn in unmittelbarer Nähe verunglückte vor zwei Wochen eine 37-jährige Radfahrerin tödlich.

In Berlin verunglücken Fahrradfahrer bei Unfällen immer wieder tödlich – so auch am 27. Mai. Eine 37-Jährige verstarb, nachdem sie mit ihrem Fahrrad einem Geldtransporter ausweichen musste. Dieser stand auf einem "Pop-up-Radweg" der Frankfurter Allee in Richtung Samariterstraße in Friedrichshain. Als sie deshalb auf den rechten Fahrstreifen fuhr, wurde sie von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.

Der Fall sorgte für Empörung in der Hauptstadt. Einen Tag später hielt eine Initiative eine Mahnwache an der Unfallstelle mit dutzenden Teilnehmern. Ein Twitter-Video sorgt nun ebenfalls für Aufsehen in den sozialen Medien. Darin zu sehen: Ein Bulli der Polizei, der kurz hinter der Unglücksstelle auf dem "Pop-up-Radweg" steht. Radfahrerinnen müssen auf die Straße ausweichen, um ihn zu passieren.

Der Twitter-User, der den Vorfall offenbar gefilmt hat, spricht die Einsatzkräfte daraufhin auf die Situation an: "Sie stehen da wirklich schlecht", ruft er von der anderen Straßenseite. Auf eine weitere Nachfrage, weshalb die Beamten nicht in eine freie Ladebucht fahren, antwortet der Polizist: "Weil ich hier zu tun habe".

"Natürlich hat sie Schuld"

Auch auf die Gefahr für Radfahrer angesprochen, reagiert der Polizist: "Ja, dann muss man einfach mal nach hinten gucken". Vermutlich bezieht sich der Twitter-User auf den Fall der verstorbenen 37-jährigen Radfahrerin, als er feststellt: "Ja, jetzt geben Sie noch der Frau die Schuld". Der Polizist antwortet: "Natürlich hat sie Schuld".

Ob der Beamte die verstorbene 37-Jährige meint, oder vorbeifahrende Radfahrer generell, ist unklar. Dennoch wurde das Video, hochgeladen am Donnerstag, auf Twitter bereits über 450 mal geteilt und sorgt mit Blick auf den zwei Wochen zurückliegenden Unfall für reichlich Diskussionen.

Mahnwache für die tödlich verunglückte 37-jährige Radfahrerin in Berlin (Archivbild): Ein Video über einen Polizeiwagen auf dem "Pop-up-Radweg" nahe der Unglücksstelle sorgt aktuell für Aufsehen. (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)Mahnwache für die tödlich verunglückte 37-jährige Radfahrerin in Berlin (Archivbild): Ein Video über einen Polizeiwagen auf dem "Pop-up-Radweg" nahe der Unglücksstelle sorgt aktuell für Aufsehen. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Polizei prüft Vorfall

Die Berliner Polizei ist derweil ebenfalls auf den Vorfall aufmerksam geworden. "Von Anderen auf das Verhalten angesprochen reagierte er unangemessen und abweisend. In diesen Minuten wird in einem persönlichen Gespräch dieses Fehlverhalten ausgewertet und im Anschluss über die daraus resultierenden Konsequenzen entschieden", heißt es in einer Stellungnahme vom Freitagabend. Nähere Informationen dazu sind bisher nicht bekannt.

"Ordnungsamt und Polizei haben die Aufgabe, den Verkehr zu kontrollieren und die Radwege frei zu halten", erklärte ADFC-Sprecherin Lisa Feitsch kurz nach dem Unfall. "Wir fordern, dass die Verkehrssicherheit aller endlich oberste Priorität bei den Behörden hat." Auch Dirk Behrendt, Justizsenator in Berlin, forderte nach dem Unfall: "Radstreifen müssen konsequent freigehalten werden".

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
  • Twitter/TeknoPunk
  • Twitter/Berliner Polizei
  • Twitter/Dirk Behrendt
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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